Bass-Saxophon

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Bild: horiyan / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Das Bass-Saxophon ist das tiefste der vier gebräuchlichen Saxophongrößen und steht wie das Tenorsaxophon in B, klingt aber genau eine Oktave tiefer. Seine mehr als zwei Meter lange Luftsäule braucht eine zusätzliche Rohrschleife, ohne die sich das Instrument nicht mehr aufrecht spielen ließe. In den frühen Jazz-Bigbands der 1920er Jahre übernahm es kurzzeitig die Basslinie, heute taucht es vor allem in Saxophonchören und im Free Jazz auf.

Das Bass-Saxophon ist das tiefste der gebräuchlichen Saxophone und steht wie das Tenorsaxophon in B, klingt aber genau eine Oktave tiefer. Seine Luftsäule misst deutlich mehr als zwei Meter und braucht deshalb eine zusätzliche Schleife im Rohr, ohne die sich das Instrument nicht mehr aufrecht spielen ließe. Im klassischen Orchester blieb es immer eine Randerscheinung, in den frühen Jazz-Bigbands der 1920er Jahre übernahm es dagegen kurzzeitig die Basslinie. Heute taucht es vor allem in Saxophonchören und im Free Jazz auf, dazu vereinzelt in Aufnahmen einzelner Spezialisten.

BStimmung
2 Oktaven + Sekundeklingt tiefer als notiert
RohrblattTonerzeugung
1920erBlütezeit im Jazz

Was ist ein Bass-Saxophon?

Das Bass-Saxophon ist ein Holzblasinstrument mit einfachem Rohrblatt und steht wie das Tenorsaxophon und das Sopran-Saxophon in B. Innerhalb der Saxophonfamilie liegt es eine Oktave unter dem Tenorsaxophon und eine Quarte unter dem Baritonsaxophon, nur das noch größere Kontrabass-Saxophon reicht tiefer. Trotz des Messingkorpus zählt es zu den Holzblasinstrumenten, denn ein schwingendes Rohrblatt am Mundstück erzeugt den Ton, nicht die Lippen des Spielers wie bei einem Blechblasinstrument. Adolphe Sax nahm das Bass-Saxophon bereits in sein Patent von 1846 auf, gebaut und gespielt wurde es aber zu jeder Zeit nur in geringer Zahl.

MerkmalBass-Saxophon
FamilieHolzblasinstrument mit einfachem Rohrblatt
TonerzeugungRohrblatt auf der Mundstückbahn
StimmungB
Transpositionklingt zwei Oktaven und eine große Sekunde tiefer als notiert
NotationViolinschlüssel, wie bei allen Saxophonen
Bohrungkonisch, mit zusätzlicher Rohrschleife
WerkstoffMessing, lackiert oder versilbert
GewichtGrößenordnung acht Kilogramm
Platz in der Familieeine Oktave unter dem Tenorsaxophon, eine Quarte unter dem Baritonsaxophon
Verbreitung heuteselten, vor allem Saxophonchöre und Free Jazz

Warum klingt das Bass-Saxophon zwei Oktaven tiefer als notiert?

Das Bass-Saxophon transponiert, damit derselbe Griff auf jedem Saxophon denselben Notennamen ergibt und nur die klingende Tonhöhe wechselt. Ein notiertes c ergibt auf dem Bass-Saxophon ein B, zwei Oktaven und eine große Sekunde unter der Notenzeile. Sopran-, Tenor- und Bass-Saxophon bilden dabei dieselbe B-Reihe der Familie: Jede Stufe darin liegt genau eine Oktave unter der vorherigen, das Tenorsaxophon unter dem Sopran-Saxophon und das Bass-Saxophon wiederum unter dem Tenorsaxophon. Zur parallelen Es-Reihe aus Alt- und Baritonsaxophon ergibt sich ein anderer, aber ebenso fester Abstand: Das Bass-Saxophon klingt eine Quarte unter dem Baritonsaxophon.

Wie ist das Bass-Saxophon aufgebaut?

Ein konisch gebohrtes Messingrohr bildet den Korpus, wie bei jedem Saxophon. Beim Bass-Saxophon überschreitet die Rohrlänge aber deutlich zwei Meter, weil jede tiefere Oktave die nötige Rohrlänge verdoppelt. Damit aus dieser Länge noch ein stehend spielbares Instrument wird, führt das Rohr oberhalb des Korpus in einer zusätzlichen Schleife zurück, bevor es über den S-Bogen zum Mundstück weiterläuft. Das Baritonsaxophon kommt mit einer einzigen Schleife am Hals aus, das eine Oktave tiefere Bass-Saxophon braucht diese zweite Windung obendrauf.

Auf dem Mundstück hält eine Blattschraube ein einfaches Rohrblatt aus Schilfrohr fest, das beim Anblasen gegen die Mundstückbahn schwingt, genau wie bei jedem anderen Saxophon. Wegen seines Gewichts in der Größenordnung von acht Kilogramm stützen die meisten Spieler das Instrument zusätzlich zum Trageriemen auf einem Bodenstachel oder einem eigenen Ständer ab.

Rohrführung im Vergleich, schematisch Tenorsaxophon ein Bogen am Hals, gerader Korpus Bass-Saxophon zusätzliche Schleife zweite Windung vor dem Korpus, deutlich längerer Korpus
Weil seine Luftsäule doppelt so lang ist wie beim Tenorsaxophon, legt das Bass-Saxophon eine zusätzliche Schleife oberhalb des Korpus ein, bevor das Rohr in den Korpus übergeht.

Die zusätzliche Schleife entsteht durch die tiefere Oktave. Jede Oktave nach unten verdoppelt die nötige Rohrlänge; das Baritonsaxophon faltet sie in einer Schleife, das eine Oktave tiefere Bass-Saxophon braucht dafür eine zweite.

Welche Rolle spielte das Bass-Saxophon im Jazz der 1920er Jahre?

In den frühen Jazz-Bigbands der 1920er Jahre übernahm das Bass-Saxophon zeitweise die Aufgabe der Tuba: Es spielte die Basslinie im Rhythmusbereich der Band, weil sein tiefer, tragfähiger Ton auf frühen Schallplattenaufnahmen besser durchkam. Der amerikanische Musiker Adrian Rollini stieg 1922 bei den California Ramblers ein und beherrschte das Bass-Saxophon nach wenigen Wochen; seine Basslinien und Soli auf zahlreichen Aufnahmen der Band machten ihn zum bekanntesten Bass-Saxophonisten des Jazz. Mit dem wandelnden Musikgeschmack der 1930er Jahre verlor das Instrument seinen Platz im Rhythmusbereich der Bigbands; Rollini selbst wechselte in dieser Zeit zunehmend zum Vibraphon und spielte 1938 seine letzte Aufnahme auf dem Bass-Saxophon ein.

Welche Rolle spielt das Bass-Saxophon in der klassischen Musik?

Im klassischen Orchester blieb das Bass-Saxophon immer die Ausnahme. Adolphe Sax plante in seinem Patent von 1846 zwei parallele Saxophonreihen, eine Orchesterreihe in C und F sowie eine Militärreihe in B und Es; durchgesetzt hat sich nur die B/Es-Reihe. Richard Strauss griff in seiner Sinfonia Domestica von 1904 auf die seltene Orchesterreihe zurück und schrieb dort eine Stimme für Bass-Saxophon in C, neben Sopran-Saxophon in C sowie Alt- und Baritonsaxophon in F, getrennt vom heute gebräuchlichen B-Instrument des Jazz. Arnold Schönberg schrieb 1929 in seiner Oper Von heute auf morgen eine Stimme für Bass-Saxophon, Karlheinz Stockhausen 1983 in seinem Werk Samstag aus Licht. Beide Kompositionen setzen das Instrument nicht im klassischen Repertoire ein, sondern in der Neuen Musik, die gezielt nach ungewöhnlichen Klangfarben sucht.

Wo ist das Bass-Saxophon heute zu hören?

Bass-Saxophone treten heute vor allem in großen Saxophonchören auf, wo sie die tiefste Stimme unter mehreren gleich gestimmten Instrumenten übernehmen. Im Free Jazz nutzen einzelne Spezialisten den rauen, druckvollen Ton für Klangfarben, die kein anderes Saxophon erreicht. Der amerikanische Saxophonist James Carter spielte 2000 auf dem Album Chasin' the Gypsy den Django-Reinhardt-Titel Nuages auf dem Bass-Saxophon ein und zeigte damit, dass sich auf dem Instrument auch außerhalb des Jazz der 1920er Jahre eine eigenständige Solostimme entwickeln lässt. Verbreitet ist das Bass-Saxophon deshalb aber nicht: Gewicht, Platzbedarf und der hohe Preis eines Neuinstruments halten es ein Nischeninstrument für Spezialisten.

Häufige Fragen zum Bass-Saxophon

In welcher Stimmung steht das Bass-Saxophon?

Das Bass-Saxophon steht in B und klingt zwei Oktaven und eine große Sekunde tiefer als notiert. Ein notiertes c ergibt damit ein B, eine Oktave unter dem entsprechenden Ton des Tenorsaxophons. Dieselbe B-Stimmung tragen auch Sopran- und Tenorsaxophon, während Alt- und Baritonsaxophon in Es stehen.

Was ist der Unterschied zwischen Bass-Saxophon und Baritonsaxophon?

Das Bass-Saxophon ist größer, schwerer und klingt eine Quarte tiefer als das Baritonsaxophon. Sein Rohr trägt zusätzlich zur Schleife des Baritonsaxophons eine zweite Windung, weil seine Gesamtlänge deutlich mehr als zwei Meter beträgt. Griffe und Notation stimmen bei beiden Instrumenten überein, wie bei allen Mitgliedern der Saxophonfamilie.

Wer spielte in den 1920er Jahren Bass-Saxophon?

Der amerikanische Musiker Adrian Rollini gilt als der bekannteste Bass-Saxophonist der 1920er Jahre. Er stieg 1922 bei den California Ramblers ein, beherrschte das Instrument nach Angaben seines Bruders innerhalb weniger Wochen und spielte auf zahlreichen Aufnahmen der Band prägende Basslinien und Soli. In den 1930er Jahren wechselte er zunehmend zum Vibraphon.

Wird das Bass-Saxophon heute noch gespielt?

Ja, das Bass-Saxophon wird heute noch gespielt, allerdings selten. Es taucht vor allem in Saxophonchören auf, die es als tiefste Stimme einsetzen, sowie vereinzelt im Free Jazz. Im klassischen Orchester und in der breiten Popularmusik blieb es dagegen zu jeder Zeit eine Ausnahme.

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