Basse à pistons

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A 19th-century valved brass bass instrument (saxhorn/bombardon family): large conical brass tube. Bild: KI generiert.
A 19th-century valved brass bass instrument (saxhorn/bombardon family): large conical brass tube. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Basse à pistons ist Französisch für Ventilbass und bezeichnet keine einzelne, fest umrissene Bauform, sondern eine Gruppe tiefer Blechblasinstrumente mit Pumpventilen, die zwischen etwa 1835 und 1860 in Frankreich und Belgien entstand. Der Zusatz à pistons grenzt diese Instrumente von zwei älteren Bauweisen ab: von der Ophikleide, die ihre Töne über Klappen wechselt, und von Instrumenten mit Drehventilen, den sogenannten Cylindres. Instrumentenbauer nutzten den Ausdruck als Sammelbezeichnung für ihre neuen tiefen Blechblasinstrumente, bevor sich feste Namen wie Bass-Saxhorn, Bombardon oder Tuba durchsetzten. Manche mehrsprachigen Instrumentenlexika übersetzen Basse à pistons deshalb schlicht mit Euphonium, was den Begriff auf ein einziges heutiges Instrument verengt, obwohl er ursprünglich weiter gefasst war.

Basse à pistons ist Französisch für Ventilbass und bezeichnet keine einzelne, fest umrissene Bauform, sondern eine Gruppe tiefer Blechblasinstrumente mit Pumpventilen, die zwischen etwa 1835 und 1860 in Frankreich und Belgien entstand. Der Zusatz à pistons grenzt diese Instrumente von zwei älteren Bauweisen ab: von der Ophikleide, die ihre Töne über Klappen wechselt, und von Instrumenten mit Drehventilen, den sogenannten Cylindres. Instrumentenbauer nutzten den Ausdruck als Sammelbezeichnung für ihre neuen tiefen Blechblasinstrumente, bevor sich feste Namen wie Bass-Saxhorn, Bombardon oder Tuba durchsetzten. Manche mehrsprachigen Instrumentenlexika übersetzen Basse à pistons deshalb schlicht mit Euphonium, was den Begriff auf ein einziges heutiges Instrument verengt, obwohl er ursprünglich weiter gefasst war.

um 1835erste Ventilbässe in Frankreich und Belgien
Pistonfranzösisch für Pumpventil
4 bis 5Ventile bei den meisten Bauformen
Ophikleideabgelöstes Vorläuferinstrument mit Klappen

Was bedeutet der Begriff "Basse à pistons"?

Basse à pistons setzt sich aus zwei französischen Wörtern zusammen: Basse steht für ein tiefes Instrument oder eine Bassstimme, Piston bezeichnet das Pumpventil, das ein Blechbläser mit einem Finger senkrecht herunterdrückt. Der Zusatz à pistons unterscheidet dieses Ventil von zwei anderen Mechaniken: vom Drehventil, das im Französischen cylindre heißt, und von der Klappe, über die die ältere Ophikleide ihre Töne wechselt. Basse à pistons heißt damit wörtlich Bass mit Pumpventilen und beschreibt eine Bauweise, keinen Markennamen eines einzelnen Instruments. Instrumentenbauer in Paris und Brüssel setzten den Ausdruck in den 1830er- und 1840er-Jahren für ihre neu entwickelten tiefen Blechblasinstrumente ein, lange bevor sich Namen wie Tuba oder Bass-Saxhorn durchsetzten.

Welche Instrumente bezeichnete der Begriff "Basse à pistons"?

Der Begriff deckte in der Praxis mehrere, sich stark ähnelnde Instrumente ab, die verschiedene Werkstätten unter eigenen Namen bauten. Dazu zählten die Bass-Saxhörner, die Adolphe Sax in den 1840er-Jahren als Teil seiner Saxhorn-Familie herausbrachte, ebenso wie der Bombardon, ein weit mensuriertes Ventil-Bassinstrument, das vor allem in deutschen und österreichischen Kapellen verbreitet war. Auch die 1835 von Wilhelm Wieprecht und Johann Gottfried Moritz in Berlin zum Patent angemeldete Basstuba gehörte zu dieser neuen Gruppe von Ventilbässen, auch wenn deutsche Quellen sie von Anfang an Tuba nannten und nicht Basse à pistons. Ein historisches Nachschlagewerk zur Musik hält fest, dass französische Instrumentenbauer tubaartige Instrumente mit vier oder fünf Ventilen schlicht Basse oder Contrebasse nannten, ohne den Namen weiter zu erläutern, und sie in Militärkapellen an die Stelle der Ophikleide setzten.

MerkmalBasse à pistons
WortbedeutungFranzösisch für Bass mit Pumpventilen
Zeitraumetwa 1835 bis 1860, Frankreich und Belgien
VentiltypPiston, das senkrecht gedrückte Pumpventil
Abgelöstes InstrumentOphikleide, gespielt über Klappen statt Ventile
Nahe VerwandteBass-Saxhorn, Bombardon, frühe Basstuba
Heutige Einordnunguneinheitlich, teils als Euphonium-Vorform gedeutet

Basse à pistons ist ein Sammelbegriff, kein einzelnes Instrument. Der Ausdruck beschreibt eine Bauweise, nämlich ein tiefes Blechblasinstrument mit Pumpventilen, und deckte in der Praxis mehrere Instrumente ab, darunter Bass-Saxhorn, Bombardon und frühe Basstuba.

Wie unterscheidet sich die Basse à pistons von der Ophikleide?

Die Ophikleide wechselt ihre Töne über Klappen, die wie bei einem Holzblasinstrument Grifflöcher im Rohr öffnen und schließen. Eine Basse à pistons tut das über Ventile: Jedes Pumpventil leitet die Luft bei Betätigung durch ein zusätzliches Rohrstück und verlängert damit die schwingende Luftsäule. Diese Bauweise klingt gleichmäßiger über das gesamte Griffregister, weil kein Griffloch die Rohrform unterbricht, wie das bei der Ophikleide der Fall ist. Die neuen Ventilbässe verdrängten die Ophikleide ab etwa 1850 zunächst aus Militärkapellen und danach auch aus dem Orchester; um 1870 bis 1880 spielte die Ophikleide nur noch in ländlichen Blaskapellen eine Rolle.

Wie hängt die Basse à pistons mit der modernen Tuba zusammen?

Die moderne Tuba geht auf dieselbe technische Welle zurück wie die Basse à pistons. Wilhelm Wieprecht, Musikdirektor der preußischen Garden, und der Instrumentenbauer Johann Gottfried Moritz meldeten 1835 in Berlin eine Basstuba in F zum Patent an; mehr zu Bauform und Ventilen steht im Artikel zur Tuba. Wenige Jahre später baute Adolphe Sax in Paris seine Saxhorn-Familie auf, die er 1845 zum Patent anmeldete, siehe auch den Artikel zum Saxhorn. Ihr tiefstes Mitglied übernahm im französischen Sprachraum eine ähnliche Rolle wie die deutsche Basstuba in preußischen Kapellen. Da Basse à pistons kein Markenname einer bestimmten Werkstatt war, bezieht die Fachliteratur den Begriff mal auf Sax'sche Saxhörner, mal auf die frühe Basstuba, mal auf den Bombardon.

Ist die Basse à pistons dasselbe Instrument wie das Euphonium?

Manche mehrsprachigen Musiklexika übersetzen Basse à pistons direkt mit Euphonium und stellen die beiden Begriffe als reine Synonyme nebeneinander. Das trifft nur einen Teil der Wahrheit: Das Euphonium selbst entstand erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts aus derselben Welle von Ventil-Bassinstrumenten, aus der auch die frühe Basstuba und der Bass-Saxhorn hervorgingen, und sein genauer Erfinder gilt in der Fachliteratur bis heute als umstritten. Wer Basse à pistons im 19. Jahrhundert benutzte, meinte damit eher die ganze Gruppe dieser neuen Ventilbässe als ein einziges, fest definiertes Instrument. Die Gleichsetzung mit dem Euphonium ist deshalb eine spätere Vereinfachung für Übersetzungszwecke und keine historisch gesicherte Fachdefinition.

Häufige Fragen zur Basse à pistons

Was bedeutet "Basse à pistons" auf Deutsch?

Basse à pistons bedeutet auf Deutsch Bass mit Pumpventilen oder kurz Ventilbass. Der Ausdruck bezeichnet ein tiefes Blechblasinstrument des 19. Jahrhunderts, das seine Töne über Pumpventile statt über Klappen wechselt, und war ursprünglich ein Sammelbegriff, kein Name für ein einziges festgelegtes Instrument.

Ist die Basse à pistons dasselbe wie eine Tuba?

Die Basse à pistons ist nicht dasselbe wie die Tuba, beide gehen aber auf dieselbe technische Entwicklung zurück. Wilhelm Wieprecht und Johann Gottfried Moritz meldeten 1835 in Berlin eine eigene Basstuba zum Patent an, während der französische Begriff Basse à pistons allgemeiner für neu entwickelte Ventil-Bassinstrumente stand, zu denen auch Bass-Saxhorn und Bombardon zählten.

Wodurch unterscheidet sich die Basse à pistons von der Ophikleide?

Die Basse à pistons unterscheidet sich von der Ophikleide durch die Ventilmechanik: Die Ophikleide wechselt ihre Töne über Klappen, die Grifflöcher im Rohr öffnen, die Basse à pistons über Pumpventile, die zusätzliche Rohrstücke in den Luftweg schalten. Die neue Ventiltechnik klang gleichmäßiger und verdrängte die Ophikleide ab etwa 1850 zunächst aus Militärkapellen.

Zählt die Basse à pistons zu den Saxhörnern?

Ein Bass-Saxhorn zählt zu den Instrumenten, die der Begriff Basse à pistons abdeckte, ist mit ihm aber nicht gleichzusetzen. Adolphe Sax baute seine komplette Saxhorn-Familie in den 1840er-Jahren in Paris auf, während Basse à pistons als allgemeine Bezeichnung auch Instrumente anderer Werkstätten wie den Bombardon oder die frühe Basstuba einschloss.

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