Euphonium

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Euphonium
Euphonium

Zusammenfassung

Das Euphonium ist ein tiefes Blechblasinstrument aus der Familie der Bügelhörner und steht in B. Seine weite, überwiegend konische Mensur und der große Schallbecher geben ihm einen runden, warmen Klang. Der Tonumfang entspricht ungefähr dem einer Tenorposaune, die Klangfarbe ist deutlich weicher. Gespielt wird das Euphonium mit einem tiefen Kesselmundstück und drei bis vier Ventilen.

Das Euphonium ist ein tiefes Blechblasinstrument aus der Familie der Bügelhörner und steht in B. Es ist eng verwandt mit dem Flügelhorn und der Tuba, die dieselbe weite, konische Bauart teilen. Der Name kommt vom griechischen euphonos, wohlklingend, und benennt genau die Aufgabe des Instruments: eine runde, tragende Melodiestimme im tiefen Blech.

Wie klingt ein Euphonium?

Das Euphonium klingt warm, rund und voll, ohne scharfe Kanten. Verantwortlich dafür ist die weite, überwiegend konische Bohrung: Sie stärkt die tiefen Teiltöne und dämpft die hohen, die zylindrisch gebaute Instrumente wie Trompete und Posaune hell und schneidend machen.

Im Tonumfang entspricht das Euphonium ungefähr einer Tenorposaune, in der Klangfarbe weicht es deutlich von ihr ab. Es klingt weicher, aber nicht leiser, und setzt sich im Blasorchester auch dann durch, wenn es keine Spitzentöne spielt.

So klingt ein Euphonium:

Wie ist ein Euphonium aufgebaut?

Ein Euphonium besteht aus einem rund 2,7 Meter langen Messingrohr, das sich vom Mundrohr bis zum Schallbecher stetig erweitert und mehrfach eng gewickelt ist. Bei der üblichen Bauform zeigt der Schallbecher nach oben, das Instrument steht damit aufrecht vor dem Spieler.

Den Ton erzeugt der Spieler mit den Lippen an einem tiefen Kesselmundstück. Drei Ventile senken die Tonhöhe um einen Ganzton, einen Halbton und anderthalb Töne und decken in Kombination alle Halbtöne ab. Viele Instrumente haben ein viertes Ventil, das Quartventil, das der Spieler mit der linken Hand bedient.

Das vierte Ventil schließt die Lücke zwischen dem tiefsten Ton der Dreiventilstellung und dem Pedalton. In der britischen Bauweise kommt ein Kompensationssystem dazu, das die Luft in der Tiefe zusätzlich durch Ausgleichsbögen leitet und die dort sonst zu hoch liegenden Griffe korrigiert.

Was unterscheidet Euphonium und Baritonhorn?

Euphonium und Baritonhorn stehen beide in B, haben dieselbe Rohrlänge und denselben Tonumfang, sind aber nicht dasselbe Instrument. Das Euphonium ist weiter und stärker konisch gebohrt und hat den größeren Schallbecher, das Baritonhorn ist enger gebaut.

Hörbar wird der Unterschied in der Klangfarbe: Das Euphonium klingt dunkler, breiter und voller, das Baritonhorn schlanker und heller. Dazu kommt die Bauform. Das Euphonium der britischen Brass Band steht aufrecht und trägt Pistonventile, das deutsche Baritonhorn ist oval gewickelt und hat meist Drehventile.

Woher stammt das Euphonium?

Das Euphonium entstand in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als brauchbare Ventile den Blechblasbau veränderten. Erst das Ventil machte es möglich, weit mensurierte Hörner chromatisch spielbar zu bauen. Daraus ging eine ganze Instrumentenfamilie hervor, zu der auch das Saxhorn gehört.

Wer das Euphonium zuerst gebaut hat, ist bis heute umstritten: Die Fachliteratur nennt mehrere Instrumentenbauer nebeneinander.

Wo spielt man Euphonium?

Das Euphonium ist die Melodiestimme des tiefen Blechs. In der britischen Brass Band bekommt es die anspruchsvollen Solopassagen, im sinfonischen Blasorchester übernimmt es gesangliche Linien im mittleren und tiefen Register.

In Militär- und Marschkapellen gehört es zur Standardbesetzung; für den Einsatz im Marschieren gibt es eine Bauform mit nach vorn gerichtetem Schallbecher. Im Sinfonieorchester bleibt das Euphonium dagegen ein seltener Gast und kommt vor allem dort zum Zug, wo die Partitur eine Tenortuba verlangt.

Häufige Fragen zum Euphonium

In welcher Stimmung steht ein Euphonium?

Das Euphonium steht in B. Seine Rohrlänge entspricht der einer Tenorposaune, es klingt also in derselben Lage. In Deutschland lesen Euphoniumspieler meist klingende Noten im Bassschlüssel, in der britischen Brass-Band-Tradition transponierend im Violinschlüssel.

Ist ein Euphonium eine kleine Tuba?

Nein. Das Euphonium gehört zwar zur selben Familie weit mensurierter Bügelhörner wie die Tuba, klingt aber eine Oktave höher als die B-Tuba und ist deutlich beweglicher. Die Tuba trägt das Bassfundament, das Euphonium spielt die Tenor- und Melodiestimme darüber.

Wozu dient das vierte Ventil am Euphonium?

Das vierte Ventil am Euphonium ist ein Quartventil. Es senkt den Ton um eine reine Quarte und erweitert den Tonumfang nach unten bis in den Bereich unterhalb der Dreiventilstellung. Zugleich verbessert es die Intonation, weil sich tiefe Töne über andere, besser stimmende Griffkombinationen spielen lassen.

Wie schwer ist Euphonium lernen?

Euphonium lernen gilt unter den tiefen Blechbläsern als vergleichsweise zugänglich. Das weite Kesselmundstück verzeiht den Ansatz, der Grundton spricht leicht an, und die Griffe entsprechen denen von Trompete und Flügelhorn, sodass ein Wechsel aus dem hohen Blech ohne Umlernen gelingt. Anspruchsvoll bleiben die Atemstütze für den hohen Luftbedarf und die Intonation in der tiefen Lage.

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Fagott

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Gaida

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