Das Kontrabass-Saxophon ist ein sehr seltenes und einzigartiges Instrument: das größte gebräuchliche Mitglied der Saxophon-Familie. Es ist kein Hybridinstrument, sondern gehört vollständig zur Saxophon-Familie, die 1846 von dem belgischen Instrumentenbauer Adolphe Sax patentiert wurde. Innerhalb der Familie steht es eine Oktave tiefer als das bekanntere Baritonsaxophon und eine Oktave höher als das noch seltenere Subkontrabass-Saxophon. Es hat eine tiefe, warme und volle Klangfarbe, die es zu einem interessanten Instrument für Jazz und zeitgenössische Musik macht. Aufgrund seiner enormen Größe, seines Gewichts und der hohen Herstellungskosten ist es jedoch bis heute ein Instrument für Spezialisten geblieben, das nur von sehr wenigen Musikern gespielt wird. Es ist ein Instrument, das einzigartige, extrem tiefe Klänge zu jeder Musik hinzufügen kann.
Wie klingt das Kontrabass-Saxophon?
Der Klang des Kontrabass-Saxophons ist tief und voll. Es hat einen warmen, weichen und satten Ton mit einer sehr reichen Klangfarbe. Es hat eine starke Präsenz und eine große Dynamik, die es ermöglicht, eine breite Palette von Klangfarben zu erzeugen. Es ist ein sehr vielseitiges Instrument, das sowohl für Jazz als auch für zeitgenössische klassische Musik geeignet ist. Es hat eine sehr starke Basslinie, mit der es eine kraftvolle Untermalung für andere Instrumente schaffen kann. In einer Band oder einem Ensemble hat es allein durch seine Größe und seinen Tonumfang eine sehr starke Präsenz.
Woraus besteht das Kontrabass-Saxophon?
Das Kontrabass-Saxophon ist ein sehr großes Blasinstrument, das aus einem langen, konischen Messingrohr besteht, das mehrfach gefaltet ist, damit der Spieler es trotz seiner enormen Länge aufrecht halten kann. Am oberen Ende sitzt ein gebogenes Anblasrohr (Bocal oder Es-Bogen), auf das ein Einzelrohrblatt-Mundstück aufgesetzt wird - wie bei allen Saxophonen, nicht wie bei einem Doppelrohrblattinstrument. Am unteren Ende befindet sich ein großer, weit ausladender Schalltrichter. Da das Instrument zu groß ist, um es freihändig zu halten, steht es meist auf einem Bodenstachel oder einem speziellen Ständer. Der Korpus ist mit einem umfangreichen System aus Klappen und Hebeln ausgestattet, mit dem der Spieler die Tonlöcher öffnet und schließt. Saiten besitzt das Instrument nicht.
Wie spielt man das Kontrabass-Saxophon?
Das Kontrabass-Saxophon ist eines der seltensten Instrumente in der Welt der Musik, da es sehr groß und schwer ist. Es ist fast doppelt so groß wie das Tenorsaxophon und wiegt oft mehr als 15 kg. Als Teil der Saxophon-Familie wurde es bereits 1846 von Adolphe Sax patentiert; da der Bau eines so großen Instruments jedoch technisch aufwendig und teuer war, entstanden die ersten tatsächlich spielbaren Exemplare erst Jahrzehnte später. Es ist normalerweise aus Messing gefertigt und meist lackiert oder versilbert.
Das Kontrabass-Saxophon wird normalerweise in stehender oder sitzender Position gespielt und dabei auf dem Boden mit einer speziellen Halterung oder einem Bodenstachel abgestützt, damit der Spieler es mit beiden Händen bedienen kann. Der Spieler muss kräftig blasen, um die tiefen Töne zu erzeugen, für die das Instrument bekannt ist. Die Tonhöhe wird wie bei jedem Saxophon durch das Öffnen und Schließen von Klappen mit den Fingern verändert.
Das Kontrabass-Saxophon hat einen vollen und warmen Klang, der es bei einigen Jazzmusikern beliebt macht, die nach einem außergewöhnlichen Bassinstrument suchen. Aufgrund seiner Größe und seines Gewichts ist es jedoch deutlich schwieriger zu spielen als kleinere Saxophone. Man benötigt viel Übung, kräftige Atemmuskulatur und körperliche Kondition, um das große und schwere Instrument sicher zu beherrschen.
Typische Musikstile mit dem Kontrabass-Saxophon
Das Kontrabass-Saxophon wurde ursprünglich im Rahmen von Adolphe Sax' 1846 patentierter Saxophon-Familie als tiefstes Mitglied konzipiert, blieb aber wegen seiner Größe und der hohen Herstellungskosten lange eine Rarität; erste tatsächlich in größerer Zahl gebaute Exemplare entstanden erst Jahrzehnte nach dem Patent. In den 1920er und 1930er Jahren erlebte es eine kurze Blütezeit in großen amerikanischen Saxophon-Orchestern und Varieté-Ensembles wie den Six Brown Brothers, die mit ganzen Sätzen unterschiedlich großer Saxophone auftraten und mit der schieren Größe des Kontrabass-Saxophons auch optisch beeindrucken wollten. Im klassischen Repertoire blieb es die Ausnahme. Heute wird es vor allem im zeitgenössischen Jazz und Free Jazz eingesetzt, etwa von Spezialisten wie Anthony Braxton, Vinny Golia oder Scott Robinson, die das Instrument gezielt für seinen einzigartigen, extrem tiefen Klang nutzen. Der deutsche Instrumentenbauer Benedikt Eppelsheim entwickelte zudem mit dem sogenannten Tubax eine kompaktere, enger mensurierte Bauform im Kontrabass- und Subkontrabass-Register, die unter Jazzmusikern zunehmend Verbreitung findet.
Bekannte Lieder mit dem Kontrabass-Saxophon
Da das Kontrabass-Saxophon nie zu den verbreiteten Instrumenten gehörte, gibt es keine bekannten Hitsongs, die untrennbar mit ihm verbunden sind. Bekannt ist es vor allem durch einzelne Spezialisten, die es gezielt in Aufnahmen einsetzen: Der Free-Jazz-Musiker Anthony Braxton hat mehrfach auf dem Kontrabass-Saxophon aufgenommen, ebenso der amerikanische Multiinstrumentalist Scott Robinson. Der Saxophonist Vinny Golia zählt zu den wenigen Musikern, die das Instrument regelmäßig im zeitgenössischen Jazz einsetzen.
In erster Linie bleibt das Kontrabass-Saxophon jedoch ein Kuriosum, das eher durch seine schiere Größe als durch bekannte Musikstücke Aufmerksamkeit erregt - Auftritte damit werden oft eigens wegen des Instruments selbst angekündigt. Bereits in den 1910er und 1920er Jahren sorgten Vaudeville-Ensembles wie die Six Brown Brothers dafür, dass Publikum allein wegen der ungewöhnlichen Instrumentierung ins Theater kam - eine Tradition, die sich bis heute in Auftritten von Sammlern und Spezialisten großer Saxophone fortsetzt.




