Kornett

5 Min. Lesezeit
Redaktion
Kompakt gewickeltes Ventilkornett aus Messing mit drei Pumpventilen und weit geöffnetem Schallbecher. Bild: KI generiert.
Kompakt gewickeltes Ventilkornett aus Messing mit drei Pumpventilen und weit geöffnetem Schallbecher. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Das Kornett ist ein Blechblasinstrument in B mit drei Ventilen und derselben Rohrlänge wie die Trompete. Sein Rohr verläuft jedoch überwiegend konisch, und der Kessel seines Mundstücks sitzt tiefer. Beides zusammen ergibt einen weicheren, runderen Ton als bei der Trompete. In der britischen Brass Band bildet das Kornett die größte Instrumentengruppe und führt die Melodie. Vom historischen Zink, der ebenfalls Cornetto oder cornett heißt, ist es streng zu trennen.

Das Kornett ist ein Blechblasinstrument in B mit drei Ventilen. Sein Rohr ist genauso lang wie das der Trompete, verläuft aber überwiegend konisch und weitet sich schon kurz hinter dem Mundstück. Dazu kommt ein Mundstück mit tieferem Kessel. Beides zusammen ergibt den weicheren, runderen Ton, an dem sich das Kornett von der Trompete unterscheidet. In der britischen Brass Band bildet es die größte Gruppe und führt die Melodie.

BStimmung
3Ventile
134 cmRohrlänge
konischMensur

Was ist ein Kornett?

Das Kornett ist ein Ventilinstrument aus Messing, dessen Ton die schwingenden Lippen des Spielers im Kesselmundstück erzeugen. Es entstand im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts in Frankreich, als Instrumentenbauer Ventile auf das Posthorn setzten. Vom Posthorn übernahm es die konische Mensur, von der Ventiltrompete die Technik. Daher trägt es den französischen Namen cornet à pistons, also Kornett mit Pumpventilen.

MerkmalKornett
FamilieBlechblasinstrument, hohe Lage
TonerzeugungLippenschwingung im Kesselmundstück
StimmungB, in der Brass Band zusätzlich Es als Soprankornett
Transpositionklingt einen Ganzton tiefer als notiert
Ventiledrei Pumpventile
Rohrverlaufüberwiegend konisch
Rohrlänge (B)rund 134 Zentimeter, wie bei der B-Trompete
MundstückKessel, tiefer und trichterförmiger als bei der Trompete
WerkstoffGelbmessing oder Goldmessing, lackiert oder versilbert

Worin unterscheidet sich das Kornett von der Trompete?

Der Unterschied liegt in der Mensur, nicht in der Länge. Beide Instrumente tragen in B rund 134 Zentimeter Rohr und spielen dieselben Töne mit denselben Griffen. Die Trompete hält ihr Rohr über etwa zwei Drittel der Strecke zylindrisch und weitet es erst kurz vor dem Becher. Das Kornett weitet sein Rohr fast von Anfang an.

Ein zylindrisches Rohr betont die hohen Teiltöne und klingt hell und schneidend. Ein konisches Rohr dämpft sie und klingt weicher und runder. Dieselbe Ursache trennt auch die Trompete vom Flügelhorn, nur fällt der Unterschied dort noch deutlicher aus: Das Flügelhorn ist durchgehend konisch und weiter gebohrt als das Kornett.

Trompete: zylindrisch bis kurz vor den Becher Mundstück Becher Kornett: weitet sich vom Mundrohr an Mundstück Becher Beide Rohre sind gleich lang, rund 134 Zentimeter, und stehen beide in B.
Die Trompete hält ihre Bohrung lange gleich weit, das Kornett öffnet sie früh. Der frühe Übergang ins Konische nimmt dem Ton die Schärfe.

Kornett und Trompete haben dieselben Griffe und dieselbe Stimmung. Wer eines der beiden Instrumente spielt, wechselt ohne neue Grifftabelle. Umzustellen sind nur das Mundstück und die Luftführung, weil der tiefere Kessel des Kornetts einen etwas weicheren Ansatz verlangt.

Warum tragen zwei verschiedene Instrumente den Namen Kornett?

Der Name Kornett bezeichnet zwei Instrumente, die nichts miteinander zu tun haben. Beide Namen gehen auf das lateinische cornu für Horn zurück, gemeint sind jedoch verschiedene Bauarten aus verschiedenen Jahrhunderten.

  • Das Ventilkornett ist das Instrument dieses Artikels: Messing, drei Ventile, gebaut ab dem 19. Jahrhundert, im Einsatz in Brass Band, Blasorchester und frühem Jazz.
  • Der Zink, italienisch cornetto und englisch cornett, stammt aus dem 16. Jahrhundert. Er besteht aus einer leicht gebogenen Holzröhre mit Grifflöchern. Der Spieler erzeugt den Ton mit den Lippen in einem sehr kleinen Kesselmundstück, greift die Tonhöhe aber wie auf einer Blockflöte. Ventile hat er keine. Wie er klingt und welche Musik er trug, beschreibt der Artikel zum Zink und historischen Cornetto.

Im Deutschen hilft eine Regel: Kornett meint das Ventilinstrument, Zink das historische. Englische Texte trennen beide über die Schreibweise, cornet gegen cornett, was beim Übersetzen verloren geht.

Wie ist ein Kornett aufgebaut?

Die Baugruppen entsprechen denen der Trompete, sitzen aber enger beieinander. Vom Mundstück läuft die Luft durch das Mundrohr in den Stimmzug, dann in die Maschine mit den drei Pumpventilen und ihren Zügen, zuletzt in den Becher. Am tiefsten Punkt sitzt eine Wasserklappe für das Kondenswasser.

Weil das Rohr enger gewickelt ist, baut das Kornett kürzer als die Trompete und liegt dichter am Körper. Zwei Bauformen sind verbreitet: Die britische Kurzform trägt am Becherbogen den eng gewundenen Hirtenstab, englisch shepherd's crook, und klingt besonders weich. Amerikanische Langformen strecken die Wicklung und rücken damit klanglich näher an die Trompete.

Wo spielt man Kornett?

Die britische Brass Band ist die Stammbesetzung des Kornetts. Dort bildet die Kornettgruppe die größte Fraktion des Ensembles und übernimmt die Rolle, die im Sinfonieorchester die Violinen haben. Neben den B-Kornetten sitzt ein Soprankornett in Es, das die Spitze der Klangpyramide besetzt. Trompeten kommen in dieser Besetzung nicht vor.

Im frühen Jazz von New Orleans führte ebenfalls das Kornett die Melodie. King Oliver spielte es, und auch Louis Armstrong begann darauf, bevor er in den 1920er Jahren zur Trompete wechselte. Bix Beiderbecke blieb beim Kornett und prägte damit einen weichen, zurückgenommenen Solostil.

Im Orchester des 19. Jahrhunderts, besonders in Frankreich und Russland, verlangen Partituren Kornette neben den Trompeten. Die Komponisten nutzten dabei aus, dass Kornette schon Ventile trugen, während im Orchestergraben noch Naturtrompeten saßen. Also bekam das Kornett die chromatischen Melodielinien und die Trompete die Fanfaren.

Wie schwer ist Kornett lernen?

Kornett lernen fordert dieselbe Arbeit am Ansatz wie jedes Blechblasinstrument: Die Lippen erzeugen den Ton, die Ventile wählen nur zwischen den Naturtonreihen. Ein erster Ton gelingt vielen in der ersten Stunde, ein tragfähiger Ansatz über den vollen Umfang braucht Jahre.

Für Kinder gilt das Kornett als der bequemere Einstieg. Es baut kürzer, das Gewicht liegt näher am Körper, und der tiefere Mundstückkessel spricht in der tiefen und mittleren Lage leichter an. Der spätere Wechsel zur Trompete kostet keine Griffarbeit, weil Stimmung und Ventilkombinationen identisch bleiben.

Häufige Fragen zum Kornett

Was ist der Unterschied zwischen Kornett und Trompete?

Kornett und Trompete stehen beide in B, tragen gleich viel Rohr und haben dieselben Griffe. Der Unterschied liegt im Rohrverlauf: Das Kornett ist überwiegend konisch gebohrt und klingt weicher und runder, die Trompete überwiegend zylindrisch und klingt heller und durchdringender. Dazu sitzt der Kessel im Kornettmundstück tiefer.

Ist das Kornett dasselbe Instrument wie der Zink?

Das Kornett ist nicht der Zink. Das Kornett ist ein Blechblasinstrument des 19. Jahrhunderts mit drei Ventilen. Der Zink, auch Cornetto oder englisch cornett genannt, ist ein Instrument des 16. Jahrhunderts aus Holz, mit Grifflöchern statt Ventilen. Gemeinsam ist beiden nur die Wortherkunft aus dem lateinischen cornu.

In welcher Stimmung steht das Kornett?

Das Kornett steht in B und klingt einen Ganzton tiefer als notiert. In der britischen Brass Band kommt zusätzlich das Soprankornett in Es zum Einsatz, das eine Quarte höher klingt als das B-Kornett und die Oberstimme führt.

Kann ein Trompeter Kornett spielen?

Ein Trompeter kann Kornett spielen, ohne Griffe neu zu lernen. Beide Instrumente stehen in B und nutzen dieselben Ventilkombinationen. Umzugewöhnen ist der Ansatz an den tieferen Mundstückkessel und die Luftführung an die weitere Bohrung, damit der Ton nicht trompetenhaft hell gerät.

Weitere Artikel in Blasinstrumente

Kornett und Zink

Kornett und Zink

Unter den Namen Kornett, Cornett, Cornetto und Zink verbergen sich eigentlich zwei völlig unterschiedliche Instrumente, die nur ihren Namen gemeinsam haben. Der Zink (italienisch Cornetto, englisch cornett) ist ein historisches Blasinstrument der Renaissance und des Frühbarock, das um 1500 in Italien und im deutschsprachigen Raum entstand: eine leicht gebogene, meist achteckige Holzröhre mit Lederüberzug, Grifflöchern wie bei einer Blockflöte...

Koudi

Koudi

Der Koudi (口笛, wörtlich "Mundpfeife") ist ein Aerophon aus der Familie der chinesischen Querflöten (Dizi). Er wurde nicht in Afrika, sondern 1971 in China vom Dizi-Meister Yu Xunfa (1946-2006) entwickelt, der sich dabei von prähistorischen Knochenpfeifen inspirieren ließ. Der Koudi ist das kleinste Mitglied der Dizi-Familie: ein winziges, meist offenes Rohr aus Bambus, Holz oder heute auch Kunststoff, das mittig, wie eine kleine Trillerpfeife, angeblasen wird.

Kroatische Dudelsäcke

Kroatische Dudelsäcke

Kroatische Dudelsäcke - im kroatischen Sprachraum vor allem als mih, mjesina oder diple bekannt - sind traditionelle Sackpfeifen, die besonders in Istrien und auf den Inseln Cres und Lošinj seit Jahrhunderten gespielt werden. Der Sack besteht meist aus der ganzen, gegerbten Haut einer Ziege oder eines Schafs, die dem Tier möglichst ohne große Schnitte abgezogen wird - daher rührt auch der Name mjesina ("Fell", "Balg").

Krug

Krug

Der Krug ist als Musikinstrument ein Blasinstrument (Aerophon): Ein leeres Ton- oder Glasgefäß wird nicht geschlagen oder mit Wasser gefüllt, sondern wie ein Blechblasinstrument angeblasen. Der Spieler summt beziehungsweise "buzzt" mit den Lippen in die Öffnung des Kruges, ganz ähnlich dem Ansatz auf einer Posaune oder Tuba; der Krug selbst dient dabei als Resonanzkörper, der den erzeugten Lippenton verstärkt und färbt. Diese Spieltechnik entstand Anfang des 20.