Kornett und Zink

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Bild: Boris Medvedev / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Unter den Namen Kornett, Cornett, Cornetto und Zink verbergen sich eigentlich zwei völlig unterschiedliche Instrumente, die nur ihren Namen gemeinsam haben. Der Zink (italienisch Cornetto, englisch cornett) ist ein historisches Blasinstrument der Renaissance und des Frühbarock, das um 1500 in Italien und im deutschsprachigen Raum entstand: eine leicht gebogene, meist achteckige Holzröhre mit Lederüberzug, Grifflöchern wie bei einer Blockflöte...

Unter den Namen Kornett, Cornett, Cornetto und Zink verbergen sich eigentlich zwei völlig unterschiedliche Instrumente, die nur ihren Namen gemeinsam haben. Der Zink (italienisch Cornetto, englisch cornett) ist ein historisches Blasinstrument der Renaissance und des Frühbarock, das um 1500 in Italien und im deutschsprachigen Raum entstand: eine leicht gebogene, meist achteckige Holzröhre mit Lederüberzug, Grifflöchern wie bei einer Blockflöte und einem kleinen becherförmigen Mundstück aus Horn oder Elfenbein - jedoch ganz ohne Ventile. Das moderne Kornett (französisch cornet à pistons) dagegen ist ein Blechblasinstrument mit Ventilen, das erst in den 1820er Jahren in Frankreich entwickelt wurde und eng mit der Trompete verwandt ist. Die beiden Instrumente liegen mehr als 300 Jahre und einen völlig anderen Bauplan auseinander, werden aber wegen der ähnlichen Namen bis heute oft verwechselt.

Wie klingen Kornett und Zink?

Der historische Zink hat einen hellen, sehr wandlungsfähigen Klang, der oft mit der menschlichen Singstimme verglichen wird - deshalb wurde er in der Renaissance häufig eingesetzt, um Vokalstimmen zu verstärken oder zu ersetzen. Das moderne, ventilbewehrte Kornett dagegen klingt der Trompete ähnlich, aufgrund seiner konischeren Bohrung jedoch etwas weicher und runder. Beide Instrumente verfügen über eine große Bandbreite an Dynamik und Klangfarben und werden - je nach Epoche und Kontext - solistisch wie auch im Ensemble eingesetzt.

Woraus bestehen Kornett und Zink?

Der Zink wird aus zwei längs verleimten Holzhälften gefertigt, die anschließend mit schwarzem Leder umwickelt werden, um die Röhre luftdicht zu machen. Er hat eine leicht gebogene, meist achteckige Form, sechs Grifflöcher auf der Vorderseite und ein Daumenloch auf der Rückseite. Am oberen, schmaleren Ende sitzt ein kleines, separates Mundstück aus Horn, Elfenbein oder Holz, das becherförmig geformt ist, ähnlich wie bei einem Blechblasinstrument. Ventile oder Klappen besitzt der Zink nicht; die Tonhöhe wird allein durch das Öffnen und Schließen der Grifflöcher sowie durch die Lippenspannung bestimmt. Der deutsche Name "Zink" geht vermutlich auf das mittelhochdeutsche Wort für "Zacke" oder "Zinke" zurück und bezieht sich auf die charakteristische, leicht gebogene Form des Instruments.

Das moderne Kornett dagegen ist ein reines Blechblasinstrument aus Messing mit drei Pumpventilen, einem auswechselbaren Kesselmundstück und einem Schalltrichter am Ende der Röhre. Seine Bohrung ist konischer als die einer Trompete, was seinen weicheren, runderen Klang erklärt.

Wie spielt man Kornett und Zink?

Beim historischen Zink erzeugt der Spieler den Ton wie bei einem Blechblasinstrument durch Lippenvibration am Mundstück, reguliert die Tonhöhe aber wie bei einer Blockflöte durch das Öffnen und Schließen der sechs Grifflöcher und des Daumenlochs. Das macht den Zink zu einem faszinierenden Grenzfall zwischen Blech- und Holzblasinstrument. Er erfordert eine sehr präzise Lippenspannung, da kleine Abweichungen die Tonhöhe stark beeinflussen.

Beim modernen, ventilbewehrten Kornett setzt der Spieler die Lippen an das Kesselmundstück und erzeugt den Ton durch Lippenvibration. Durch das Drücken der drei Pumpventile in verschiedenen Kombinationen sowie durch Änderung der Lippenspannung werden unterschiedliche Töne erzeugt.

Beide Spielweisen erfordern eine gute Atemkontrolle, eine kräftige, aber kontrollierte Lippenmuskulatur (Ansatz) und ein gutes Gehör für die Intonation. Eine regelmäßige Übung ist notwendig, um die Fähigkeiten zu verbessern und ein hohes Leistungsniveau zu erreichen.

Insgesamt sind Zink und Kornett zwei eigenständige, vielseitige Instrumente, die jeweils eine wichtige Rolle in ihrer jeweiligen musikalischen Epoche spielen und durch ihre einzigartige Klangfarbe und Spieltechnik bis heute geschätzt werden.

Typische Musikstile mit dem Kornett und dem Zink

Der Zink war vom frühen 16. bis ins späte 17. Jahrhundert vor allem in der geistlichen und höfischen Musik verbreitet: in Ensembles zusammen mit Posaunen, in der venezianischen Mehrchörigkeit eines Giovanni Gabrieli sowie zur Verstärkung von Chorstimmen in Kirchen. Der Musiktheoretiker Michael Praetorius beschrieb den Zink 1619 in seinem Werk "De Organographia" ausführlich und dokumentierte damit seine zentrale Rolle im Klangbild der damaligen Kirchen- und Hofmusik. Historisch wurde der Zink vor allem von professionellen Stadtpfeifern gespielt, die eine jahrelange Ausbildung durchliefen, da das Instrument als eines der anspruchsvollsten Blasinstrumente seiner Zeit galt. Heute wird er fast ausschließlich im Bereich der historischen Aufführungspraxis von spezialisierten Ensembles der Alten Musik gespielt.

Das moderne Kornett wird dagegen vor allem in britischen Brass Bands eingesetzt, wo es die führende Melodiestimme übernimmt, sowie in Blasorchestern und Marschkapellen. In den Anfängen des Jazz in New Orleans um 1900 war das Kornett zudem das bevorzugte Melodieinstrument, bevor es dort weitgehend von der Trompete abgelöst wurde - der junge Louis Armstrong etwa begann seine Karriere auf dem Kornett.

Bekannte Lieder mit dem Kornett und dem Zink

Klassische "Hits" im heutigen Sinn gibt es für beide Instrumente nicht. Für den Zink zählt Giovanni Gabrielis "Sonata pian e forte" (1597) zu den bekanntesten überlieferten Werken mit Zink-Beteiligung, ebenso Vertonungen von Claudio Monteverdi, in denen Zinken die Singstimmen begleiten oder verdoppeln.

Beim modernen Kornett ist vor allem die frühe Jazzgeschichte von Bedeutung: Louis Armstrong spielte seine ersten aufsehenerregenden Aufnahmen mit King Olivers Creole Jazz Band, etwa "Dippermouth Blues" (1923), noch auf dem Kornett, bevor er später zur Trompete wechselte. In britischen Brass Bands ist das Kornett bis heute die tragende Melodiestimme in einem breiten, traditionsreichen Repertoire.

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