Flügelhorn

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Bild: Flügelhorn / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Das Flügelhorn ist ein Blechblasinstrument aus der Familie der Bügelhörner und steht wie die Trompete in B. Sein Rohr erweitert sich vom Mundstück bis zum Schallbecher fast durchgehend und konisch, während das Rohr der Trompete über weite Strecken zylindrisch bleibt. Diese Bauweise dämpft hohe Obertöne stärker und gibt dem Flügelhorn seinen weichen, dunklen Klang. Drei Ventile verändern die Rohrlänge und damit die Tonhöhe, genau wie bei der Trompete, mit der es Stimmung und Grifftabelle teilt. In Blasorchestern und Brass Bands trägt es traditionell die Melodiestimme, im Jazz machten es Miles Davis und Chuck Mangione bekannt.

Das Flügelhorn ist ein Blechblasinstrument aus der Familie der Bügelhörner und steht wie die Trompete in B. Sein Rohr erweitert sich vom Mundstück bis zum Schallbecher fast durchgehend und konisch, während das Rohr der Trompete über weite Strecken zylindrisch bleibt. Diese Bauweise dämpft hohe Obertöne stärker und gibt dem Flügelhorn seinen weichen, dunklen Klang. Drei Ventile verändern die Rohrlänge und damit die Tonhöhe, genau wie bei der Trompete, mit der es Stimmung und Grifftabelle teilt. In Blasorchestern und Brass Bands trägt es traditionell die Melodiestimme, im Jazz machten es Miles Davis und Chuck Mangione bekannt.

BStimmung
3Ventile
konischRohrverlauf
MessingWerkstoff

Was ist ein Flügelhorn?

Das Flügelhorn ist ein Blechblasinstrument aus der Familie der Bügelhörner und steht wie die Trompete in B. Zu dieser Familie zählen außerdem das Kornett, das Althorn, das Tenorhorn und das Baritonhorn, die sich vor allem in Größe und Tonlage unterscheiden. Der Ton entsteht wie bei jedem Blechblasinstrument durch die schwingenden Lippen des Spielers im Mundstück, nicht durch ein Rohrblatt. Was das Flügelhorn von seinen Verwandten trennt, ist sein Rohrverlauf: Er erweitert sich vom Mundstück bis zum Schallbecher fast durchgehend, während die Trompete über weite Strecken zylindrisch bleibt.

Was unterscheidet das Flügelhorn von der Trompete?

Der Rohrverlauf unterscheidet die beiden Instrumente am stärksten. Die Trompete bleibt bis zum letzten Drittel zylindrisch, und erst dort öffnet sich ihr Schallbecher, das Flügelhorn dagegen erweitert sein Rohr von Anfang an stetig. Ein durchgehend konisches Rohr dämpft hohe Obertöne stärker als ein zylindrisches, deshalb klingt das Flügelhorn dunkler und weicher, während die Trompete heller und durchsetzungsfähiger klingt. Beide Instrumente stehen in B und teilen dieselbe Grifftabelle, ein Trompeter greift ein Flügelhorn also ohne Umlernen.

MerkmalFlügelhorn
FamilieBlechblasinstrument, Bügelhorn-Familie
TonerzeugungLippenschwingung im Trichtermundstück
Übliche StimmungB
Ventiledrei, meist Périnet-Pumpventile
Rohrverlaufüberwiegend konisch
WerkstoffMessing
Typischer EinsatzBlasorchester, Brass Band, Jazz

Wie ist das Flügelhorn aufgebaut?

Das Mundstück sitzt am Anfang des Rohrs und trägt einen tiefen, trichterförmigen Kessel, der dem Ton seine Wärme und Dunkelheit mitgibt. Von dort führt das Rohr weiter zur Ventilmaschine mit drei Périnet-Pumpventilen aus Messing: Jedes Ventil leitet die Luft beim Drücken durch eine zusätzliche Rohrschleife und senkt den Ton dadurch ab, genau wie bei der Trompete. Am Ende des Rohrs sitzt der Schallbecher, der beim Flügelhorn größer ausfällt als bei der Trompete und den weichen Klang zusätzlich unterstützt. An der tiefsten Stelle sitzt eine Wasserklappe, über die sich Kondenswasser aus der Atemluft ablassen lässt.

Trompete Mundstück weitet sich ab hier Schallbecher Flügelhorn Mundstück Schallbecher
Die Trompete bleibt über weite Strecken eng und öffnet sich erst im letzten Drittel zum Schallbecher, das Flügelhorn wird vom Mundstück an durchgehend weiter.

Die durchgehend konische Bohrung ist der Hauptunterschied zur Trompete. Sie dämpft hohe Obertöne stärker als ein zylindrisches Rohr und gibt dem Flügelhorn seinen weicheren, runderen Klang, während die Trompete mit ihrem überwiegend zylindrischen Rohr heller und durchsetzungsfähiger bleibt.

Woher stammt das Flügelhorn?

Das Flügelhorn geht auf ein Signalhorn zurück, das im 18. Jahrhundert der Flügelmeister blies: Er koordinierte damit die verschiedenen Flügel einer Jagdgesellschaft, daher der Name. Dasselbe Instrument diente auch in Militär- und Marschkapellen als Signalinstrument und stand dort am linken Flügel der Formation, vor den tieferen Bass-Flügelhörnern, den heutigen Tenorhörnern. Eine Ventilversion ist erstmals 1832 belegt, mit einem königlich bayerischen Privileg für ein chromatisches Flügelhorn von Michael Saurle d. Ä. in München. Vorausgegangen war das 1810 von Joseph Halliday erfundene Klappenhorn, das die Tonlöcher über Klappen statt über Ventile öffnete.

Welche Musik prägt das Flügelhorn?

In Blasorchestern und britischen Brass Bands gehört das Flügelhorn traditionell zur festen Besetzung und übernimmt dort oft die Melodiestimme. Im Jazz setzte sich das Instrument ab den 1950er-Jahren als Alternative zur Trompete durch: Miles Davis spielte 1957 auf dem gesamten Album "Miles Ahead" unter der Leitung des Arrangeurs Gil Evans Flügelhorn statt Trompete, weil der weichere Klang besser zum groß besetzten Orchester passte. Chuck Mangione machte das Instrument 1977 einem Millionenpublikum bekannt: Sein Titel "Feels So Good" erreichte Platz 4 der US-Charts, und der Klang des Flügelhorns trägt das Stück bis heute.

Wie schwer ist Flügelhorn lernen?

Wer bereits Trompete spielt, lernt das Flügelhorn schnell, weil beide Instrumente dieselbe Stimmung und dieselbe Grifftabelle teilen. Der Ansatz muss sich trotzdem umstellen: Das weitere Rohr verlangt mehr Luftvolumen pro Ton, wodurch Anfänger schneller außer Atem geraten als auf der Trompete. Wer dagegen ganz neu beginnt, lernt am Flügelhorn zuerst den Ansatz, also die kontrollierte Lippenspannung im Mundstück, denn nicht ein Griff, sondern die Lippenspannung bestimmt den Naturton innerhalb einer Ventilkombination.

Häufige Fragen zum Flügelhorn

Was ist der Unterschied zwischen Flügelhorn und Trompete?

Der Unterschied zwischen Flügelhorn und Trompete liegt im Rohrverlauf. Das Flügelhorn hat ein durchgehend konisches Rohr und klingt weich und dunkel, die Trompete bleibt über weite Strecken zylindrisch und klingt hell und durchdringend. Beide stehen in B und teilen dieselbe Grifftabelle, ein Wechsel zwischen beiden Instrumenten gelingt daher ohne Umlernen der Griffe.

Wie viele Ventile hat ein Flügelhorn?

Ein Flügelhorn hat in der Regel drei Ventile, meist Périnet-Pumpventile aus Messing. Jedes Ventil leitet die Luft beim Drücken durch eine zusätzliche Rohrschleife und senkt den Ton dadurch ab, genau wie bei der Trompete. Manche professionellen Modelle besitzen zusätzlich ein viertes Ventil für einen erweiterten tiefen Tonumfang.

Woher hat das Flügelhorn seinen Namen?

Das Flügelhorn hat seinen Namen vom Flügelmeister einer Jagdgesellschaft, der im 18. Jahrhundert mit einem Signalhorn die verschiedenen Flügel der Jagd koordinierte. Später übernahmen Militär- und Marschkapellen das Instrument und stellten es am linken Flügel der Formation auf, vor den tieferen Bass-Flügelhörnern.

Welche Rolle spielt das Flügelhorn im Jazz?

Im Jazz dient das Flügelhorn als weicher klingende Alternative zur Trompete. Miles Davis spielte es 1957 auf dem gesamten Album "Miles Ahead" unter der Leitung von Gil Evans, und Chuck Mangione machte es 1977 mit seinem Titel "Feels So Good" einem breiten Publikum bekannt.

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