Kontrafagott

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Bild: fotomanX / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Das Kontrafagott ist das tiefste Holzblasinstrument im Sinfonieorchester und erzeugt seinen Ton wie das Fagott über ein Doppelrohrblatt. Es klingt eine Oktave tiefer als das reguläre Fagott und reicht in der tiefsten Lage bis zum Kontra-B oder darunter. Damit das Instrument trotz seiner enormen Rohrlänge spielbar bleibt, liegt die Luftsäule mehrfach gefaltet im Korpus. Im Orchester verstärkt es meist die Bassgruppe der Holzbläser und bildet zusammen mit den tiefen Streichern das klangliche Fundament.

Das Kontrafagott ist das tiefste Holzblasinstrument im Sinfonieorchester und erzeugt seinen Ton wie das Fagott über ein Doppelrohrblatt. Es klingt eine Oktave tiefer als das reguläre Fagott und reicht in seiner tiefsten Lage bis zum Kontra-B oder, je nach Bauform, sogar noch darunter. Damit das Instrument trotz seiner enormen Rohrlänge spielbar bleibt, liegt die Luftsäule mehrfach U-förmig gefaltet im Korpus. Im Orchester verstärkt das Kontrafagott meist die Bassgruppe der Holzbläser und bildet zusammen mit den tiefen Streichern das Fundament des Klangs.

DoppelrohrblattTonerzeugung
~5,9 mLänge der Luftsäule
-1 Oktavetiefer als das Fagott
Kontra-Btiefster Standardton

Wie ist das Kontrafagott aufgebaut?

Das Kontrafagott besteht aus einem einzigen, mehrfach U-förmig gefalteten Rohr aus Holz, meist Bergahorn, an dessen oberem Ende ein gebogenes Metallrohr, der Bocal, mit dem Doppelrohrblatt sitzt. Die Luftsäule darin misst rund 5,9 Meter, durch die engen Windungen wird der Korpus aber nur etwa 2,5 Meter hoch. Der Schallbecher am unteren Ende zeigt beim Spielen nach unten und lässt sich gegen unterschiedlich lange Aufsätze tauschen, die den tiefsten erreichbaren Ton festlegen, je nach Instrument Kontra-C, Kontra-B oder Kontra-A. Weil das Gewicht für die Hände allein zu groß ist, stützt der Spieler das Instrument zusätzlich über einen Hals- oder Schultergurt oder auf einem Bodenstachel ab.

MerkmalKontrafagott
FamilieHolzblasinstrument mit Doppelrohrblatt
TonerzeugungDoppelrohrblatt aus Pfahlrohr, größer als beim Fagott
Länge der Luftsäulerund 5,9 Meter, drei- bis viermal U-förmig gefaltet
Bauhöheetwa 2,5 Meter
BaumaterialHolz, meist Bergahorn, Metallteile an Bocal und Schallbecher
Tonlageeine Oktave tiefer als das Fagott, klingt tiefer als notiert
Tiefster TonKontra-C, Kontra-B oder Kontra-A, je nach Schallbecheraufsatz
VorkommenSinfonieorchester, Blasorchester, selten solistisch
Luftsäule ausgestreckt rund 5,9 Meter Im Korpus gefaltet rund 2,5 Meter Bauhöhe
Die rund 5,9 Meter lange Luftsäule des Kontrafagotts liegt im Korpus mehrfach U-förmig gefaltet, sodass das gebaute Instrument nur etwa 2,5 Meter hoch wird.

Wie erzeugt das Kontrafagott seinen Ton?

Zwei gegeneinander schwingende Rohrblättchen am Bocal erzeugen den Ton, genau wie beim Fagott und bei der Oboe. Das Doppelrohrblatt des Kontrafagotts fällt breiter und schwerer aus als das des Fagotts, damit es die tiefe, lange Luftsäule überhaupt zum Schwingen bringt. Die Klarinette dagegen kommt mit einem einfachen Rohrblatt aus, das gegen ein Mundstück schlägt, nicht mit einem Doppelrohrblatt. Der Spieler des Kontrafagotts braucht mehr Atemdruck als am Fagott, um die tiefen Töne stabil zu halten. Die Tonhöhe selbst bestimmen wie beim Fagott die Klappen, die einzelne Löcher entlang des Rohrs öffnen und schließen.

Wie unterscheidet sich das Kontrafagott vom Fagott?

Das Kontrafagott unterscheidet sich vom Fagott vor allem in Tonlage und Größe: Es klingt eine Oktave tiefer, seine Luftsäule misst etwa doppelt so viel, und mit rund 2,5 Metern Bauhöhe fällt es deutlich größer aus. Anders als das Fagott, das klingt, wie es notiert ist, zählt das Kontrafagott zu den transponierenden Instrumenten.

Das Kontrafagott klingt eine Oktave tiefer, als es notiert ist. Der Notentext steht im Bassschlüssel wie beim Fagott, tatsächlich erklingt jeder Ton eine Oktave darunter. Diese Schreibweise erspart zusätzliche Hilfslinien und folgt derselben Logik wie bei der Notation für den Kontrabass, das tiefste Streichinstrument des Orchesters, das ebenfalls tiefer klingt, als es notiert ist.

Welche Rolle spielt das Kontrafagott im Orchester?

Das Kontrafagott bildet zusammen mit den Kontrabässen das klangliche Fundament der Holzbläsergruppe. Es verdoppelt häufig die Bassstimme der Fagotte oder der tiefen Streicher eine Oktave tiefer und verleiht dem Orchesterklang zusätzliches Gewicht, ohne selbst im Vordergrund zu stehen. Weil sein Ansprechverhalten träger ist als das kleinerer Instrumente, setzen Komponisten es selten für schnelle Läufe ein, sondern für lang gehaltene, tiefe Töne. In vielen Orchestern wechselt ein Fagottist zwischen Fagott und Kontrafagott, je nachdem, was die Partitur verlangt.

Woher stammt das Kontrafagott?

Erste Vorläufer des Kontrafagotts entstanden bereits im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert. Michael Praetorius beschrieb 1619 in seinem Syntagma musicum frühe Versuche, der damaligen Fagottfamilie eine nach unten oktavierende Variante hinzuzufügen. Diese frühen Instrumente waren wie gewöhnliche Fagotte nur einmal geknickt und deshalb unhandlich. Die entscheidende Weiterentwicklung geht auf Johann Adam Heckel in Wiesbaden-Biebrich zurück, der in den 1830er-Jahren gemeinsam mit dem Fagottisten Carl Almenräder die Klappenmechanik neu ordnete und das Rohr mehrfach faltete. Diese Bauweise legte den Grundstein für das bis heute gebräuchliche Kontrafagott. Im Jahr 2001 stellten Guntram Wolf und Benedikt Eppelsheim mit dem Kontraforte eine Weiterentwicklung mit weiterer Bohrung vor, die leichter anspricht und voller klingt; einzelne Orchester setzen sie heute alternativ zum klassischen Kontrafagott ein.

Welche Werke prägen das Kontrafagott?

Ludwig van Beethoven setzte das Kontrafagott 1808 im Finale seiner 5. Symphonie erstmals in einer Sinfonie ein, gemeinsam mit Piccoloflöte und Posaunen, um den Schlusssatz klanglich zu weiten. Später verwendete er es auch in seiner 9. Symphonie. Johannes Brahms schrieb das Kontrafagott in seine 4. Symphonie, wo es besonders im dritten und vierten Satz die tiefe Bläsergruppe stützt. Igor Strawinsky verlangt in Le Sacre du Printemps neben vier Fagotten ein eigenes Kontrafagott und lässt in einzelnen Passagen sogar ein zweites von einem Fagottisten mitspielen. Diese Werke gehören bis heute zum Standardrepertoire großer Sinfonieorchester.

Häufige Fragen zum Kontrafagott

Wie tief klingt ein Kontrafagott?

Ein Kontrafagott klingt eine Oktave tiefer als das reguläre Fagott und reicht in der tiefsten Lage bis zum Kontra-B oder, mit passendem Schallbecheraufsatz, bis zum Kontra-A. Damit ist es das tiefste Standard-Holzblasinstrument im Sinfonieorchester.

Wie lang ist das Rohr eines Kontrafagotts?

Das Rohr eines Kontrafagotts misst als Luftsäule rund 5,9 Meter. Damit das Instrument spielbar bleibt, liegt dieses Rohr mehrfach U-förmig gefaltet im Korpus, der dadurch nur etwa 2,5 Meter hoch wird.

Was ist der Unterschied zwischen Fagott und Kontrafagott?

Der Unterschied zwischen Fagott und Kontrafagott liegt vor allem in Tonlage und Größe: Das Kontrafagott klingt eine Oktave tiefer, besitzt eine etwa doppelt so lange Luftsäule und zählt als transponierendes Instrument, während das Fagott klingt, wie es notiert ist. Beide erzeugen ihren Ton über ein Doppelrohrblatt, das beim Kontrafagott größer ausfällt.

In welchen Werken kommt das Kontrafagott vor?

Das Kontrafagott kommt unter anderem in Beethovens 5. und 9. Symphonie, in Brahms' 4. Symphonie und in Strawinskys Le Sacre du Printemps vor. Beethoven setzte es 1808 im Finale seiner 5. Symphonie erstmals in einer Sinfonie ein.

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