Fagott

3 Min. Lesezeit
Fagott
Fagott

Zusammenfassung

Das Fagott ist ein Holzblasinstrument mit Doppelrohrblatt und die tiefste reguläre Stimme der Holzbläser im Sinfonieorchester. Sein Name geht auf das italienische fagotto zurück, zu Deutsch Bündel, und beschreibt die Bauweise: Das rund zweieinhalb Meter lange Rohr ist auf sich selbst zurückgefaltet und in vier Teile zerlegbar. Den Ton erzeugen zwei gegeneinander schwingende Rohrblättchen am Ende eines gebogenen Metallrohrs, des S-Bogens.

Das Fagott ist ein Holzblasinstrument mit Doppelrohrblatt und die tiefste reguläre Stimme der Holzbläsergruppe im Sinfonieorchester. Sein Name geht auf das italienische fagotto zurück, zu Deutsch Bündel, und beschreibt die Bauweise: Das lange Rohr ist auf sich selbst zurückgefaltet und lässt sich in vier Teile zerlegen. Den Ton erzeugen zwei gegeneinander schwingende Rohrblättchen, die auf einem gebogenen Metallrohr stecken, dem S-Bogen.

Wie klingt ein Fagott?

Das Fagott klingt in der Tiefe dunkel und leicht rau, in der Mittellage warm und gesanglich, in der Höhe schmal und angespannt. Diese drei Register machen es im Orchester brauchbar: Die Tiefe trägt die Bassstimme der Holzbläser, die Mittellage nimmt Melodien auf, die Höhe liefert gepresste, fremde Farben.

So klingt ein Fagott:

Wie ist ein Fagott aufgebaut?

Ein Fagott besteht aus vier Holzteilen: dem Flügel, dem Stiefel, der Bassröhre und dem Schallstück. Im Stiefel läuft die Bohrung in einer engen Kehre wieder nach oben. Dadurch misst das zusammengesteckte Instrument nur gut 1,3 Meter, obwohl die Luftsäule darin rund 2,5 Meter lang ist. Als Holz dient überwiegend Bergahorn.

Auf den Flügel steckt der Spieler den S-Bogen, an dessen Ende das Doppelrohrblatt sitzt. Über den Korpus verteilt liegen Grifflöcher und ein umfangreiches Klappenwerk aus Metall. Ventile wie die Blechbläser hat das Fagott nicht: Die Tonhöhe entsteht allein daraus, welche Löcher offen und welche geschlossen sind.

Wie erzeugt das Fagott seinen Ton?

Beim Fagott liegen zwei schmale Rohrblättchen aufeinander und schlagen im Luftstrom gegeneinander. Sie öffnen und schließen den Spalt viele hundert Mal pro Sekunde, zerhacken die Luft in Impulse und bringen so die Luftsäule im Rohr zum Schwingen. Dieses Doppelrohrblatt teilt sich das Fagott mit der Oboe und dem Kontrafagott, nicht aber mit der Klarinette, die ein einfaches Blatt gegen ein Mundstück schlagen lässt.

Das Rohr für die Blätter stammt vom Pfahlrohr, einem Schilfgras aus dem Mittelmeerraum. Fagottisten bauen ihre Blätter bis heute häufig selbst oder arbeiten gekaufte Rohlinge nach, weil schon kleine Unterschiede im Holz Klang und Ansprache verändern. Ein Blatt weicht mit der Zeit durch, verliert an Spannkraft und muss regelmäßig ersetzt werden.

Wie spielt man Fagott?

Der Fagottist hält das Instrument diagonal vor dem Körper, gestützt von einem Halsgurt, einem Schultergurt oder einem Sitzgurt, auf dem der Stiefel aufsteht. Beide Hände greifen weit auseinander, und der linke Daumen bedient allein eine ganze Reihe von Klappen an der Rückseite.

Die Griffweise ist weniger systematisch als bei Flöte oder Klarinette, viele Töne haben eigene Griffe, die man einzeln lernt. Notiert wird das Fagott im Bassschlüssel und in hoher Lage im Tenorschlüssel. Es transponiert nicht: Ein notiertes c ist auch ein klingendes C.

Welche Werke prägen das Fagott?

Antonio Vivaldi schrieb mehrere Dutzend Solokonzerte für Fagott und machte das Instrument früh solistisch selbständig. Aus der Wiener Klassik gehört Mozarts Fagottkonzert B-Dur KV 191 zum Kern des Repertoires, aus der Romantik das Fagottkonzert F-Dur von Carl Maria von Weber.

Im Orchester steht das Fagott für zwei Extreme. In Sergej Prokofjews Peter und der Wolf zeichnet es den Großvater, brummig und schwerfällig. Igor Strawinskys Le Sacre du Printemps beginnt dagegen mit einem Fagottsolo in ungewöhnlich hoher Lage, das gerade deshalb gespannt und fremd klingt.

Häufige Fragen zum Fagott

Ist das Fagott ein Holzblasinstrument?

Ja, das Fagott ist ein Holzblasinstrument in doppelter Hinsicht. Sein Korpus besteht aus Holz, meist aus Bergahorn, und den Ton erzeugt ein schwingendes Rohrblatt statt der Lippen des Spielers.

Wie tief klingt ein Fagott?

Das Fagott reicht hinunter bis zum Kontra-B und deckt von dort gut dreieinhalb Oktaven ab. Damit ist es die tiefste reguläre Stimme der Holzbläser im Orchester. Weiter nach unten kommt nur das Kontrafagott, das eine Oktave tiefer klingt als das Fagott.

Warum heißt das Fagott Fagott?

Der Name Fagott stammt vom italienischen Wort fagotto, das Bündel bedeutet, und spielt auf die Bauweise an: Das lange Rohr ist zurückgefaltet und in Teile zerlegbar, sodass das Instrument wie ein gebündeltes Holzpaket wirkt. Im Englischen heißt es dagegen bassoon.

Wie schwer ist Fagott lernen?

Fagott lernen gilt als anspruchsvoll, weil drei Dinge gleichzeitig sitzen müssen: die wenig systematische Griffweise, die Atemstütze für die tiefe Lage und der Umgang mit dem Doppelrohrblatt. Für Kinder gibt es kleinere Bauformen wie das Fagottino, sodass ein Einstieg schon vor dem Wechsel auf das volle Instrument möglich ist.

Weitere Artikel in Blasinstrumente

Flöte

Flöte

Die Flöte ist ein Blasinstrument, das seinen Ton an einer Kante erzeugt und dafür kein Rohrblatt braucht. Der Spieler richtet einen schmalen Luftstrom gegen diese Kante, der Strom bricht sich daran und gerät ins Schwingen. Flöte ist dabei ein Sammelname für eine ganze Familie: Kernspaltflöten wie die Blockflöte, die quer gehaltene Querflöte und randgeblasene Längsflöten wie Ney, Quena und Shakuhachi. Sagt jemand im Orchester nur Flöte, meint er die Querflöte.

Flügelhorn

Flügelhorn

Das Flügelhorn ist ein Blechblasinstrument aus der Familie der Bügelhörner und steht wie die Trompete in B. Sein Rohr erweitert sich vom Mundstück bis zum Schallbecher fast durchgehend und konisch, während das Rohr der Trompete über weite Strecken zylindrisch bleibt. Diese Bauweise dämpft hohe Obertöne stärker und gibt dem Flügelhorn seinen weichen, dunklen Klang. Drei Ventile verändern die Rohrlänge und damit die Tonhöhe, genau wie bei der Trompete, mit der es Stimmung und Grifftabelle teilt. In Blasorchestern und Brass Bands trägt es traditionell die Melodiestimme, im Jazz machten es Miles Davis und Chuck Mangione bekannt.

Gaida

Gaida

Die Gaida ist eine Dudelsack-Bauform des Balkans, verbreitet vor allem in Bulgarien und Nordmazedonien sowie in Teilen Griechenlands und der Türkei. Ihr Windsack besteht aus einer ganzen Ziegen- oder Schafshaut, die ihr Fell nach außen behält, statt es wie bei anderen Dudelsäcken abzuziehen. Anders als der schottische Große Hochland-Dudelsack mit seinen drei Bordunpfeifen trägt sie neben der Melodiepfeife nur ein einziges Bordunrohr. Zwei bulgarische Bauformen unterscheiden sich deutlich in Tonlage und Größe: die kleinere, höhere Dzhura-Gaida und die tiefer klingende Kaba-Gaida der Rhodopen. Seit Dezember 2025 zählt das bulgarische Dudelsackspiel offiziell zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit, ein Jahr nach der Anerkennung der verwandten Tradition in Nordmazedonien und der Türkiye.

Gaita

Gaita

Die Gaita, in ihrer indigenen Herkunftssprache auch Kuisi genannt, ist ein traditionelles kolumbianisches Blasinstrument von der karibischen Küste Kolumbiens. Sie geht auf indigene Kulturen der Region zurück und wird bis heute vor allem in der Cumbia-Musik gespielt. Die Gaita ist eine Kernspaltflöte: Der Korpus wird aus dem Holz des Kaktus Cardón geschnitzt, die Luft wird über einen kleinen, aus Bienenwachs und Holzkohle geformten Kopf mit einer Federkiel-Kernspalte in die Röhre geleitet.