Saxophon

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Bild: tezzstock / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Das Saxophon ist trotz seines Metallkorpus ein Holzblasinstrument mit einfachem Rohrblatt und zählt organologisch damit nicht zu den Blechblasinstrumenten. Adolphe Sax, gebürtig aus Dinant im heutigen Belgien, entwickelte und patentierte es 1846 in Paris, wo er seit 1842 lebte und arbeitete, "in Belgien entwickelt" trifft also nur auf Sax' Herkunft zu, nicht auf den Entstehungsort des Instruments.

Das Saxophon ist trotz seines Metallkorpus ein Holzblasinstrument mit einfachem Rohrblatt und zählt organologisch damit nicht zu den Blechblasinstrumenten. Adolphe Sax, gebürtig aus Dinant im heutigen Belgien, entwickelte und patentierte es 1846 in Paris, wo er seit 1842 lebte und arbeitete, "in Belgien entwickelt" trifft also nur auf Sax' Herkunft zu, nicht auf den Entstehungsort des Instruments. Das Saxophon verbindet das Griffsystem der Klarinette mit der konischen Bohrung einer Oboe und existiert als ganze Familie, die Sax ursprünglich in vierzehn Größen konzipierte; im heutigen Musikalltag gebräuchlich sind vor allem vier: das B-Sopran-, das Es-Alt-, das B-Tenor- und das Es-Baritonsaxophon.

Wie klingt das Saxophon?

Das Saxophon besitzt einen außergewöhnlich wandelbaren Klang, der von warm und samtig bis hell und durchdringend reichen kann. Es vereint die Klangfülle eines Blechblasinstruments mit der Ausdrucksflexibilität eines Rohrblattinstruments und gilt gerade im Jazz als eines der ausdrucksstärksten Soloinstrumente überhaupt.

Woraus besteht das Saxophon?

Herzstück des Saxophonklangs ist, anders als frühere Fehlbeschreibungen suggerierten, das einfache Rohrblatt aus Schilfrohr, das mit einer Klemme (Ligatur) am Mundstück befestigt ist und beim Anblasen in Schwingung versetzt wird; ohne dieses Rohrblatt kann kein Ton erzeugt werden. Der Korpus besteht aus einer konisch gebohrten Messingröhre, die je nach Instrumentengröße zur besseren Handhabbarkeit gebogen ist, und trägt ein komplexes System aus Klappen und Polstern, mit denen die Tonlöcher geöffnet und geschlossen werden. Über einen gebogenen S-Bogen wird das Mundstück mit dem Korpus verbunden; die meisten Saxophone enden in einem nach oben gebogenen Schalltrichter, während das gerade Sopransaxophon eine Ausnahme bildet.

Als Transponierinstrumente sind die Es-Instrumente (Alt, Bariton) und die B-Instrumente (Sopran, Tenor) jeweils unterschiedlich notiert. Der französische Hersteller Selmer, insbesondere das ab 1954 gebaute Modell Mark VI, gilt bis heute als einer der einflussreichsten Saxophonbauer und prägte den klanglichen Standard vieler Jazzmusiker.

In seinem Patent von 1846 sah Sax ursprünglich zwei parallele Familien zu je sieben Größen vor: eine "Orchester"-Reihe in den Stimmungen C und F sowie eine "Militärkapellen"-Reihe in Es und B. Durchgesetzt hat sich fast ausschließlich die Es/B-Reihe für Blasorchester und Jazz, während die ursprüngliche C/F-Orchesterreihe kaum gebaut wurde und heute nur noch als historische Kuriosität gilt.

Wie spielt man das Saxophon?

Der Ansatz umschließt das Mundstück samt Rohrblatt mit den Lippen, während ein gleichmäßiger Luftstrom das Rohrblatt zum Schwingen bringt. Die Finger bedienen das Klappensystem, um Tonlöcher zu öffnen oder zu schließen und so die Tonhöhe zu verändern; eine Oktavklappe erweitert den Tonumfang durch Überblasen. Zur Ausdruckstechnik gehören Vibrato durch feine Kieferbewegungen, Growling, das Erreichen der hohen Altissimo-Lage sowie eine variantenreiche Artikulation über die Zunge am Rohrblatt.

Typische Musikstile mit dem Saxophon

Das Saxophon ist eines der prägenden Instrumente des Jazz in all seinen Spielarten, von Swing über Bebop bis Cool Jazz: Charlie Parker etablierte auf dem Altsaxophon die Bebop-Sprache, während John Coltrane auf Tenor- und Sopransaxophon die Grenzen der Improvisation immer weiter ausdehnte; bereits in den 1920er-Jahren hatte Sidney Bechet dem Sopransaxophon als Solostimme im frühen Jazz zu Popularität verholfen. Im klassischen Bereich begründete Marcel Mule mit seinem 1928 formierten Saxophonquartett der Garde Républicaine die bis heute maßgebliche klassische Saxophontradition Frankreichs. Darüber hinaus ist das Saxophon fester Bestandteil von Blasorchestern, gelegentlich des klassischen Orchesters (etwa in Ravels "Boléro" oder Bizets "L'Arlésienne"-Suite) sowie von Pop, Rock, Ska und Reggae.

Ursprünglich hatte Adolphe Sax das Instrument gar nicht in erster Linie für die Konzertbühne, sondern zur klanglichen Verstärkung von Militärkapellen entwickelt: 1854 ordnete das französische Kriegsministerium die Aufnahme von Saxophonen in die Militärmusik an, was dem noch jungen Instrument seine erste breite Verbreitung sicherte, lange bevor es im 20. Jahrhundert zur Leitstimme des Jazz wurde.

Bekannte Lieder mit dem Saxophon

  1. "Careless Whisper" von George Michael: Eines der weltweit bekanntesten Saxophon-Soli, ein Hit der 1980er-Jahre.
  2. "Just the Two of Us" von Bill Withers: geprägt durch das berühmte Saxophon-Solo von Grover Washington Jr.
  3. "Baker Street" von Gerry Rafferty: bekannt für das ikonische Saxophon-Riff von Raphael Ravenscroft.
  4. "Pick Up the Pieces" von Average White Band: mit dem prägenden Saxophon-Part von Roger Ball.
  5. "Tequila" von The Champs: getragen vom markanten Saxophon-Solo von Chuck Rio.

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