Schofar

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Bild: tomertu / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Der Schofar ist ein rituelles Blasinstrument des Judentums, das aus dem gebogenen Horn eines Widders (oder eines anderen koscheren Tieres, niemals jedoch eines Rindes) gefertigt wird. Als Aerophon zählt er zur Gruppe der Natur- oder Lippentonhörner: Er besitzt weder Mundstück noch Grifflöcher noch Ventile, der Ton entsteht ausschließlich durch die Vibration der Lippen des Spielers am schmalen natürlichen Ende des Horns, ganz ähnlich wie beim Blasen auf einem Alphorn oder Naturhorn.

Der Schofar ist ein rituelles Blasinstrument des Judentums, das aus dem gebogenen Horn eines Widders (oder eines anderen koscheren Tieres, niemals jedoch eines Rindes) gefertigt wird. Als Aerophon zählt er zur Gruppe der Natur- oder Lippentonhörner: Er besitzt weder Mundstück noch Grifflöcher noch Ventile, der Ton entsteht ausschließlich durch die Vibration der Lippen des Spielers am schmalen natürlichen Ende des Horns, ganz ähnlich wie beim Blasen auf einem Alphorn oder Naturhorn. Der Schofar zählt zu den ältesten noch verwendeten Blasinstrumenten der Welt und spielt vor allem während der Hohen Feiertage im jüdischen Kalender eine zentrale liturgische Rolle.

Wie klingt der Schofar?

Der Klang des Schofar ist rau, obertonreich und je nach Hornform und Blastechnik zwischen dumpf-brummend und schneidend-schrill changierend. Da das Instrument keine feste Mensur wie eine Trompete besitzt und rein aus Naturhorn ohne Stimmvorrichtung gefertigt ist, variiert der exakte Ton von Horn zu Horn und hängt stark vom Ansatz des jeweiligen Bläsers ab. Gerade diese unregelmäßige, ungezähmte Klangqualität gilt in der jüdischen Tradition als bewusst gewollt: Der Ton soll aufrütteln und an die eigene Vergänglichkeit erinnern, nicht ästhetisch geglättet klingen. Weil kein Horn dem anderen gleicht, entwickelt jede jüdische Gemeinde im Lauf der Zeit ein Ohr für den ganz eigenen, individuellen Klang ihres jeweiligen Schofars.

Woraus besteht der Schofar?

Ein Schofar wird aus einem einzigen Widderhorn gefertigt, das nach der Entnahme erhitzt, in die charakteristische gebogene Form gepresst und anschließend poliert wird; das Innere des Horns wird lediglich ausgehöhlt, ohne jede zusätzliche Bohrung. Es gibt weder ein separates Mundstück noch Grifflöcher, anders als bei Blechblasinstrumenten wird die Tonhöhe allein durch die Lippenspannung und den Luftdruck des Spielers reguliert, nicht durch Löcher oder Ventile am Horn selbst. Neben dem Widder sind je nach jüdischer Rechtstradition auch die Hörner anderer koscherer Wiederkäuer zulässig, etwa von Bergziege, Gazelle oder Kudu-Antilope; einzig das Horn eines Rindes oder Kalbs ist ausdrücklich verboten, weil es an die Sünde des Goldenen Kalbes erinnern würde. Je nach jüdischer Tradition variiert die Form entsprechend: aschkenasische Schofarot sind meist kurz und stark gebogen, jemenitische Schofarot aus dem Horn der Kudu-Antilope dagegen lang und spiralförmig gedreht.

Wie spielt man den Schofar?

Das Blasen des Schofar erfordert ausschließlich Lippen- und Atemtechnik, keine Fingerarbeit: Der Bläser (Toke'a) presst die Lippen straff gegen das enge Ende des Horns und erzeugt durch kontrolliertes Vibrieren der Lippen den Ton, während die Tonhöhe über Lippenspannung und Luftdrucksteuerung verändert wird, vergleichbar der Anspieltechnik eines Naturhorns. In der Liturgie werden vier genau festgelegte, jahrhundertealte Rufmuster verwendet: Tekiah (ein einzelner langer, gerader Ton), Shevarim (drei kürzere, gebrochene Töne), Terua (mindestens neun sehr kurze, stakkatoartige Stöße) und Tekiah Gedolah (ein besonders lang ausgehaltener Schlusston). Diese Rufe werden in festgelegter Reihenfolge und Anzahl geblasen, traditionell insgesamt hundert Töne während des Rosch-Haschana-Gottesdienstes. Weil das saubere Erzeugen dieser Rufe viel Übung erfordert, übernimmt in den meisten Gemeinden ein eigens dafür ausgebildeter und oft Jahre im Voraus bestimmter Vorbeter, der Ba'al Tekiah, diese Aufgabe; während des vorbereitenden Monats Elul wird der Schofar zudem an jedem Wochentag außer Schabbat als tägliches "Wecksignal" vor den Hohen Feiertagen geblasen.

Typische Musikstile mit dem Schofar

Der Schofar erklingt nicht in weltlicher Musik, sondern ausschließlich im liturgischen Kontext des Judentums: während des gesamten Monats Elul zur Vorbereitung auf die Hohen Feiertage, an beiden Tagen von Rosch Haschana (dem jüdischen Neujahrsfest) sowie am Ende des Versöhnungstags Jom Kippur beim abschließenden Ne'ila-Gebet. Seine Funktion ist dabei weniger musikalisch als symbolisch-spirituell: Der Ruf des Schofar soll zur Umkehr (Teschuva) aufrufen und an die Bindung Isaaks (Akedat Jitzchak) erinnern, bei der laut Tora ein Widder anstelle des Opfers trat. Auch in der biblischen Überlieferung selbst spielt das Instrument eine zentrale Rolle: Der Schofar erklang der Erzählung nach bei der Offenbarung am Berg Sinai, bei der Einnahme Jerichos und traditionell auch zur Ausrufung des Erlassjahres (Jovel); diese historische Symbolkraft trägt bis heute wesentlich zur besonderen liturgischen Bedeutung des Instruments bei.

Bekannte Lieder mit dem Schofar

Da der Schofar kein Melodieinstrument im klassischen Sinn ist, existieren keine "Lieder" für ihn, stattdessen kennt die jüdische Liturgie ein festes Repertoire an rituellen Rufmustern: 1. Tekiah, der lang gehaltene Grundruf, der die anderen Rufe einrahmt. 2. Shevarim, drei mittellange, gebrochene Töne, die traditionell als klagender Seufzer gedeutet werden. 3. Terua, eine Serie kurzer, alarmierender Stöße, die zur inneren Umkehr aufrütteln sollen. 4. Tekiah Gedolah, der abschließende, so lange wie möglich gehaltene Ton am Ende der Rufreihe, mit dem der Gottesdienst am Jom Kippur endet. 5. Die traditionelle Rufordnung Tekiah-Shevarim-Terua-Tekiah wird während der Rosch-Haschana-Liturgie mehrfach in festgelegter Zahl wiederholt, angeleitet durch den Vorbeter (Ba'al Tekiah); der mittelalterliche Gelehrte Maimonides deutete diese Rufe in seinem Werk Mischne Tora ausdrücklich als symbolischen Weckruf an die Seele, aus geistiger "Schlafenszeit" zu erwachen.

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