Alphorn

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Klaus Malke
Alphorn
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Zusammenfassung

Das Alphorn ist ein mehrere Meter langes Naturtoninstrument aus Holz, das im Alpenraum entstanden ist. Es hat weder Ventile noch Klappen oder Grifflöcher, sodass allein die Lippenspannung die Tonhöhe bestimmt und nur die Töne der Naturtonreihe erklingen. Das gebräuchlichste Alphorn misst rund 3,4 Meter und steht in Ges. Beim Spielen liegt das Schallstück auf dem Boden auf, denn das Instrument wiegt mehrere Kilogramm.

Das Alphorn ist ein mehrere Meter langes Naturtoninstrument aus Holz, das Hirten im Alpenraum ursprünglich zur Verständigung über Täler hinweg nutzten. Es besitzt weder Ventile noch Klappen oder Grifflöcher: Wer Alphorn spielt, verändert die Tonhöhe allein über die Spannung der Lippen und erreicht damit nur die Töne der Naturtonreihe. Das gebräuchlichste Alphorn misst rund 3,4 Meter und steht in Ges. Obwohl das Instrument aus Holz besteht, gehört es zur selben Gruppe wie Naturtrompete und Horn, denn den Ton erzeugen in allen drei Fällen die schwingenden Lippen.

Wie klingt ein Alphorn?

Das Alphorn klingt tief, weich und tragend. Das lange, konisch gebohrte Rohr nimmt dem Ton die Schärfe, sodass er auch bei großer Lautstärke rund bleibt und im Gebirge über weite Strecken hörbar ist.

Eine Besonderheit ist der elfte Naturton, den Alphornbläser das Alphorn-Fa nennen. Er liegt zwischen f und fis und klingt für Ohren, die an die temperierte Stimmung gewöhnt sind, zunächst unrein. Komponisten setzen ihn heute bewusst als Klangfarbe ein.

Wie ein Alphorn klingt, zeigt dieses Klangbeispiel:

Wie ist ein Alphorn aufgebaut?

Ein Alphorn besteht aus einem langen, konisch gebohrten Holzrohr, das am unteren Ende in ein aufgebogenes Schallstück übergeht. Als Material dient meist Fichte. Traditionell suchten die Hornbauer dafür einen am Hang gewachsenen Baum, dessen gekrümmter Stammfuß die Form des Schallstücks bereits mitbrachte.

Heute leimen die Bauer das Rohr aus längs ausgehöhlten Holzteilen zusammen und umwickeln es zum Schutz mit Rattan. Für den Transport lässt sich das Instrument in zwei oder drei Teile zerlegen.

Am schmalen Ende sitzt ein kesselförmiges Mundstück, das die Bauer meist aus einem härteren Holz drechseln. Klappen, Ventile oder Grifflöcher hat das Alphorn nicht.

Wie spielt man Alphorn?

Der Spieler setzt das Mundstück an die Lippen und bringt sie durch die Atemluft zum Schwingen, genau wie bei der Trompete oder dem Jagdhorn. Das Schallstück liegt dabei auf dem Boden oder auf einer Stütze auf, denn das Instrument wiegt mehrere Kilogramm und lässt sich nicht frei halten.

Die Tonhöhe steuert allein die Lippenspannung im Zusammenspiel mit dem Luftstrom. Weil dem Spieler nur die Naturtöne zur Verfügung stehen, kann er weder chromatisch spielen noch die Tonart wechseln. Wer ein Stück in einer anderen Tonart braucht, greift zu einem Horn anderer Länge.

Alphornbläser treten häufig in kleinen Gruppen auf. Ihre Stimmen ergänzen sich zu Dreiklängen, weil die Naturtonreihe genau diese Töne bereitstellt.

Woher stammt das Alphorn?

Das Alphorn stammt aus dem Alpenraum, vor allem aus der Schweiz, aus Österreich und aus Süddeutschland. Schriftliche Belege reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Hirten riefen mit dem Horn das Vieh zusammen und gaben Signale von Alp zu Alp; Melodien dieser Art heißen Kuhreihen oder Ranz des vaches.

Im 19. Jahrhundert war das Alphornspiel fast verschwunden. Trachtenverbände, Kurse und Wettspiele holten es zurück; heute versammeln Alphornbläsertreffen im Alpenraum jedes Jahr hunderte Spieler.

Auch die klassische Musik hat den Klang aufgegriffen: Johannes Brahms notierte 1868 einen Alphornruf, den er in den Bergen gehört hatte, auf einer Geburtstagskarte an Clara Schumann. Dieselbe Melodie eröffnet später den Finalsatz seiner Ersten Sinfonie.

Wie schwer ist Alphorn lernen?

Alphorn lernen fällt leichter, wenn jemand bereits ein Blechblasinstrument spielt, denn Ansatz und Atemführung sind dieselben. Die eigentliche Hürde ist das Treffen der Naturtöne: Im oberen Bereich liegen sie dicht beieinander, und nur die Lippenspannung entscheidet, welcher davon anspricht.

Einsteiger üben deshalb zuerst lange, ruhige Töne im mittleren Register, wo die Naturtöne weiter auseinanderliegen. Griffe muss niemand lernen, weil es keine gibt.

Häufige Fragen zum Alphorn

Wie lang ist ein Alphorn?

Ein Alphorn ist meist rund 3,4 Meter lang; diese Bauform steht in Ges und gilt als Standard. Daneben gibt es kürzere und längere Hörner, deren Grundton entsprechend höher oder tiefer liegt. Die Länge bestimmt die Tonart, weil das Alphorn keine Ventile zum Umschalten besitzt.

Hat ein Alphorn Ventile oder Klappen?

Nein, ein Alphorn hat weder Ventile noch Klappen oder Grifflöcher. Es ist ein reines Naturtoninstrument, bei dem allein die Lippenspannung die Tonhöhe bestimmt. Damit unterscheidet es sich von Trompete, Posaune und Horn heutiger Bauart.

Welche Töne kann man auf dem Alphorn spielen?

Auf dem Alphorn erklingen ausschließlich die Töne der Naturtonreihe über dem Grundton des jeweiligen Horns. Halbtöne dazwischen sind nicht spielbar. Charakteristisch ist der elfte Naturton, das Alphorn-Fa, das zwischen f und fis liegt.

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