Horn

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Redaktion
A modern French horn: tightly coiled brass tubing. Bild: KI generiert.
A modern French horn: tightly coiled brass tubing. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Horn bezeichnet keine einzelne Bauform, sondern eine ganze Familie von Blasinstrumenten. Ihre Mitglieder teilen ein überwiegend konisches Rohr, ein Mundstück, an dem die Lippen schwingen, und die Naturtonreihe als Grundlage. Im Orchester meint Horn ohne Zusatz das Waldhorn, heute fast immer ein Doppelhorn in F und B. Englischhorn, Krummhorn und Bassetthorn tragen das Wort Horn dagegen nur im Namen und gehören anderen Instrumentenfamilien an.

Horn bezeichnet keine einzelne Bauform, sondern eine ganze Familie von Blasinstrumenten. Ihre Mitglieder teilen ein überwiegend konisches Rohr, ein Mundstück, an dem die Lippen schwingen, und die Naturtonreihe als Grundlage. Im Orchester meint Horn ohne Zusatz das Waldhorn, heute fast immer ein Doppelhorn in F und B. Andere Instrumente tragen das Wort Horn nur im Namen.

Wie ist ein Horn gebaut?

Ein Horn besteht aus einem langen Rohr, das sich vom Mundstück bis zum Schalltrichter stetig erweitert. Diese konische Bohrung hält die Familie zusammen. Der Spieler versetzt seine Lippen am Mundstück in Schwingung, die Luftsäule im Rohr überträgt sie.

Das Waldhorn nutzt ein tiefes Trichtermundstück, die Bügelhörner wie Flügelhorn und Tenorhorn ein Kesselmundstück mit abgesetztem Rand. Ohne Ventile liefert ein Horn nur die Naturtonreihe. Ventile schalten zusätzliche Rohrbögen zu und füllen die Lücken zwischen den Naturtönen.

Warum klingt ein Horn weicher als eine Trompete?

Das konische Rohr macht den Unterschied. Weil der Querschnitt über die ganze Länge zunimmt, treten die hohen Obertöne zurück und der Klang wirkt rund. Trompete und Posaune führen ihr Rohr über weite Strecken zylindrisch und erweitern es erst am Ende zum Becher, was die hohen Obertöne hervorhebt und den schärferen Ton ergibt. Das Flügelhorn und die Trompete stehen beide in B und haben dieselbe Rohrlänge, klingen aber deutlich verschieden.

Welches Horn ist gemeint, wenn jemand nur Horn sagt?

Im Orchester meint Horn ohne Zusatz das Waldhorn. In der Praxis ist das heute fast immer ein Doppelhorn: Es vereint eine Rohrstrecke in F und eine kürzere in B, ein Daumenventil schaltet zwischen beiden um. Die F-Seite trägt die tiefe Lage, die B-Seite macht die hohe Lage sicherer, weil die Naturtöne dort weiter auseinanderliegen.

Das Repertoire prägen die Hornkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart sowie die Solostellen bei Richard Wagner und Richard Strauss.

Welche Instrumente gehören zur Familie der Hörner?

Zur Familie zählen die Waldhörner, die ventillosen Natur- und Signalinstrumente und die Bügelhörner, die Adolphe Sax als Saxhorn-Familie von der Sopran- bis zur Kontrabasslage ordnete.

InstrumentStimmungVentileEinsatz
Waldhorn (Doppelhorn)F und Bdrei plus UmschaltventilSinfonieorchester
Naturhornje nach Aufsatzbogenkeinehistorische Aufführungspraxis
JagdhornB (Fürst-Pless-Horn)keineJagdsignale
Alphornje nach RohrlängekeineVolksmusik im Alpenraum
FlügelhornBdreiBlasorchester, Jazz
AlthornEsdreiBlasorchester, Brass Band
TenorhornBdrei bis vierBlasorchester
BaritonhornBdrei bis vierBlasorchester, Brass Band
SaxhornSopran bis Kontrabassdrei bis vierbritische Brass Band
BasshornBasslagekeine, dafür Grifflöcherhistorisch

Zwei Einträge fallen aus dem Rahmen: Das Alphorn besteht aus Holz, folgt mit konischem Rohr und Naturtonreihe aber demselben Prinzip. Das Basshorn regelt die Tonhöhe über Grifflöcher.

Was unterscheidet Naturhorn, Ventilhorn und Signalhorn?

Der Tonvorrat unterscheidet sie. Ein Naturhorn hat keine Ventile und liefert nur die Naturtonreihe; die Töne dazwischen holt der Spieler durch Stopfen mit der rechten Hand im Schalltrichter. Ein Ventilhorn ergänzt drei oder vier Ventile und stellt damit alle Halbtöne bereit. Ein Signalhorn verzichtet auf beides: keine Ventile, kein Tonlochapparat. Deshalb bestehen Jagd- und Militärsignale aus wenigen, weit auseinanderliegenden Tönen.

Welche Instrumente heißen Horn, ohne zur Familie zu gehören?

Drei Namen führen regelmäßig in die Irre. Das Englischhorn ist ein Doppelrohrblattinstrument aus der Oboenfamilie: Der Ton entsteht an zwei gegeneinander schwingenden Rohrblättern, die Tonhöhe regeln Grifflöcher und Klappen. Das Krummhorn stammt aus der Renaissance und arbeitet mit einer Windkapsel: Das Doppelrohrblatt sitzt darin geschützt, die Lippen berühren es nie. Das Bassetthorn ist eine Klarinette mit einfachem Rohrblatt und zylindrischem Rohr, steht in F und reicht tiefer als die Klarinette in B.

Keines der drei erzeugt seinen Ton an schwingenden Lippen. Mit den Hörnern teilen sie allein das Wort im Namen.

Häufige Fragen zum Horn

Ist das Englischhorn ein Horn?

Nein, das Englischhorn gehört nicht zur Hornfamilie. Es ist ein Holzblasinstrument mit Doppelrohrblatt aus der Oboenfamilie, steht in F und trägt einen birnenförmigen Schallbecher.

Wie viele Ventile hat ein Horn?

Ein modernes Doppelhorn hat vier Ventile: drei Wechselventile für die Halbtöne und ein Daumenventil, das zwischen F-Seite und B-Seite umschaltet. Naturhörner und Signalhörner wie das Jagdhorn haben keine.

Welches Horn eignet sich für Anfänger?

Für den Einstieg im Blasorchester greifen Anfänger meist zum Flügelhorn oder Tenorhorn, deren weite Mensur dem Ansatz entgegenkommt. Das Waldhorn gilt als eines der anspruchsvollsten Blechblasinstrumente, weil seine Naturtöne in der hohen Lage dicht beieinanderliegen.

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