Shakuhachi

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Bild: Kilito Chan / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Die Shakuhachi ist eine japanische Kernspaltflöte aus Bambus (Aerophon), die längs, also am oberen offenen Ende, angeblasen wird. Ihre Wurzeln reichen über die chinesische Xiao-Flöte bis ins tangzeitliche China, etwa 8. Jahrhundert, zurück, von wo sie nach Japan gelangte und zunächst in der höfischen Gagaku-Musik Verwendung fand.

Die Shakuhachi ist eine japanische Kernspaltflöte aus Bambus (Aerophon), die längs, also am oberen offenen Ende, angeblasen wird. Ihre Wurzeln reichen über die chinesische Xiao-Flöte bis ins tangzeitliche China, etwa 8. Jahrhundert, zurück, von wo sie nach Japan gelangte und zunächst in der höfischen Gagaku-Musik Verwendung fand. Ihre bis heute gebräuchliche Form und ihr charakteristisches Repertoire erhielt sie jedoch erst in der Edo-Zeit durch die Fuke-zen-buddhistischen Mönche, die Komusō, die das Spiel der Shakuhachi als spirituelle Übung, Suizen, pflegten. Das Instrument besteht aus einem einzigen, ungeteilten Stück dickwandigen Madake-Bambus, das den wurzelnahen Knoten des Halms beibehält, besitzt fünf Grifflöcher, vier auf der Vorderseite und ein fünftes Daumenloch auf der Rückseite, sowie eine angeschrägte Anblaskante, Utaguchi genannt, am oberen Rand.

Wie klingt die Shakuhachi?

Der Klang der Shakuhachi ist warm, weich und obertonreich, mit einer charakteristischen, leicht rauen Atemkomponente, die dem Ton eine meditative, introspektive Qualität verleiht. Durch feine Änderungen des Anblaswinkels und des Anblasdrucks lassen sich fließende Tonhöhenschwankungen, Vibrato und ein breites dynamisches Spektrum von kaum hörbarem Hauchton bis zu durchdringend hellen Spitzentönen erzeugen, Eigenschaften, die das Instrument besonders für kontemplative Musik prädestinieren.

Woraus besteht die Shakuhachi?

Eine traditionelle Shakuhachi wird aus einem einzigen Stück dickwandigen Madake-Bambus gefertigt, das den unteren, wurzelnahen Teil des Halms mitsamt seiner charakteristischen Knotenverdickung einschließt, daher der typische, sich nach unten leicht verbreiternde Korpus. Nach dem Trocknen und Ausbrennen des Innern wird die Bohrung häufig mit Urushi-Lack ausgekleidet, um Klang und Haltbarkeit zu verbessern; ein Biegen oder künstliches Verformen des Bambus findet nicht statt.

Am oberen, offenen Ende wird eine schräge Kerbe eingeschnitten und meist mit einem Einsatz aus Horn oder Elfenbein verstärkt, dies ist die Anblaskante, Utaguchi, gegen die der Luftstrom des Spielers gelenkt wird und die den Ton erzeugt; ein Ventil oder vergleichbares mechanisches Bauteil besitzt die Shakuhachi nicht. Auf der Vorderseite des rund 54,5 Zentimeter, 1,8 Shaku, langen Rohres liegen vier Grifflöcher, ein fünftes befindet sich als Daumenloch auf der Rückseite, insgesamt also fünf Grifflöcher, mit denen sich durch zusätzliche Techniken wie Meri, Absenken durch Kopf- und Kinnbewegung, und Kari, Anheben, ein chromatisches Tonspektrum erzielen lässt.

Wie spielt man die Shakuhachi?

Die Shakuhachi wird aufrecht gehalten und in einem Winkel von etwa 45 Grad gegen die Unterlippe angesetzt; der Luftstrom wird gegen die scharfe Kante des Utaguchi gelenkt, wo er sich bricht und den charakteristischen Ton erzeugt, ähnlich dem Prinzip einer Panflöte, jedoch ganz ohne festes Mundstück oder Ventil. Die vier vorderen Grifflöcher werden mit den Fingern beider Hände abgedeckt, das fünfte Loch auf der Rückseite mit dem Daumen der oberen Hand.

Über die reine Grifftechnik hinaus ist die Tonbildung der Shakuhachi stark von Atemführung und Ansatz abhängig: Durch minimale Änderungen des Anblaswinkels, unterschiedlichen Anblasdruck und gezielte Kopfbewegungen lassen sich Mikrotonalität, Vibrato, Glissandi und markante Klangfarbenwechsel erzeugen, die für die traditionelle Honkyoku-Musik charakteristisch sind. Diese hoch entwickelte Atem- und Ansatztechnik gilt zugleich als Kern der meditativen Übungspraxis Suizen der Komusō-Mönche.

Typische Musikstile mit der Shakuhachi

Im Zentrum des Shakuhachi-Repertoires steht die Honkyoku-Tradition, meditative Solostücke, die ursprünglich von den Fuke-zen-Mönchen als spirituelle Übung gespielt wurden. Daneben ist die Shakuhachi fester Bestandteil der Sankyoku-Ensemblemusik, in der sie gemeinsam mit Koto und Shamisen musiziert, sowie gelegentlich der höfischen Gagaku-Musik.

Seit dem 20. Jahrhundert wird die Shakuhachi zunehmend auch außerhalb traditioneller Kontexte eingesetzt, in zeitgenössischer Konzertmusik, im Jazz und in internationalen Weltmusik- und Ambient-Produktionen, wo ihr meditativer Klang geschätzt wird.

Bekannte Lieder mit der Shakuhachi

  • "Shika no Tone" (Der Ruf der Hirsche), ein Honkyoku-Klassiker der Kinko-Ryu-Schule und eines der bekanntesten Stücke des traditionellen Repertoires.
  • Goro Yamaguchi, als lebender Nationalschatz ausgezeichneter Shakuhachi-Meister, dessen Honkyoku-Einspielung von "Shika no Tone" 1977 auf der Voyager Golden Record der NASA ins All geschickt wurde.
  • "Shakuhachi no Shirabe", Goro Yamaguchis vielbeachtetes Album klassischer Kinko-Ryu-Honkyoku-Stücke.
  • Watazumi Doso, einflussreicher Shakuhachi-Meister des 20. Jahrhunderts, der die Honkyoku-Tradition maßgeblich weiterentwickelte und zahlreiche heutige Spieler prägte.

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