Serunai

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Redaktion
A Malay serunai double-reed shawm: three-part conical wood tube. Bild: KI generiert.
A Malay serunai double-reed shawm: three-part conical wood tube. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Der Serunai ist ein traditionelles Holzblasinstrument aus der malaiischen Welt, das vor allem in Malaysia und auf Sumatra gespielt wird. Wie der eng verwandte Sarunay gehört er zur Familie der Kegeloboen mit doppeltem Rohrblatt, zu der auch die Zurna, die Suona und die Shehnai zählen, tatsächlich sind Serunai und Sarunai nur unterschiedliche regionale Bezeichnungen für nahezu dasselbe Instrument.

Der Serunai ist ein traditionelles Holzblasinstrument aus der malaiischen Welt, das vor allem in Malaysia und auf Sumatra gespielt wird. Wie der eng verwandte Sarunay gehört er zur Familie der Kegeloboen mit doppeltem Rohrblatt, zu der auch die Zurna, die Suona und die Shehnai zählen, tatsächlich sind Serunai und Sarunai nur unterschiedliche regionale Bezeichnungen für nahezu dasselbe Instrument. Der Serunai besteht aus einem dreiteiligen, konischen Rohr aus Holz oder Bambus mit einem doppelten Rohrblatt aus getrocknetem Farnblatt am oberen Ende und einem kreisrunden Schalltrichter am unteren Ende. Er ist rund 40 bis 50 cm lang und besitzt sieben Grifflöcher auf der Oberseite sowie ein weiteres auf der Unterseite. Der Serunai ist vor allem als Instrument der königlichen Nobat-Ensembles bekannt, die an malaiischen Herrscherhöfen bis heute bei zeremoniellen Anlässen spielen, und begleitet außerdem die malaiische Kampfkunst Silat.

Wie klingt der Serunai?

Der Klang des Serunai ist laut, durchdringend und nasal, wie bei anderen Kegeloboen mit doppeltem Rohrblatt. Er entsteht, wenn der Luftstrom des Spielers das doppelte Rohrblatt aus Farnblatt in Schwingung versetzt, die sich im konischen Rohr und im Schalltrichter verstärkt. Der Klang trägt sehr weit und wird traditionell dazu genutzt, zeremonielle Anlässe wie königliche Prozessionen oder Silat-Vorführungen akustisch zu eröffnen. Er ist reich an Verzierungen und gleitenden Tonübergängen, die dem Spiel eine feierliche, manchmal beinahe klagende Note geben.

Woraus besteht der Serunai?

Der Serunai besteht aus einem dreiteiligen, konisch geformten Rohr, meist aus Hartholz oder Bambus, das sich zum unteren Ende hin zu einem kreisrunden Schalltrichter öffnet. Am oberen, schmaleren Ende sitzt ein doppeltes Rohrblatt aus getrocknetem, zurechtgeschnittenem Farnblatt.

Auf der Oberseite des Rohrs befinden sich sieben Grifflöcher, auf der Unterseite ein achtes. Über diese Löcher wird die Tonhöhe verändert. Der Serunai hat weder Trommelfell noch Saiten noch einen Bogen, er ist ausschließlich ein Rohrblatt-Blasinstrument, dessen dreiteiliger Aufbau es erlaubt, ihn für Transport und Aufbewahrung zu zerlegen.

Wie spielt man den Serunai?

Der Serunai wird senkrecht gehalten; das doppelte Rohrblatt liegt locker zwischen den Lippen des Spielers. Durch kontinuierliches Blasen wird das Rohrblatt in Schwingung versetzt und erzeugt den charakteristischen, durchdringenden Ton.

Mit den Fingern beider Hände werden die sieben oberen und das eine untere Griffloch geöffnet und geschlossen, um die Melodie zu spielen. Wie beim verwandten Sarunay wenden erfahrene Serunai-Spieler die Zirkularatmung an, bei der durch die Nase eingeatmet wird, während gleichzeitig aus den Wangen gespeicherte Luft weiter durch das Instrument geblasen wird. So entsteht ein ununterbrochener, fließender Klang, ohne dass der Spieler zum Luftholen pausieren muss. Diese Technik gilt als eine der schwierigsten Fertigkeiten im Serunai-Spiel und wird meist über mehrere Jahre hinweg erlernt.

Typisch ist ein ornamentierter Spielstil mit vielen gleitenden Übergängen zwischen den Tönen. Im Nobat-Ensemble spielt der Serunai gemeinsam mit Trommeln, einer langen Naturtrompete (Nafiri) und einem Gong; bei Silat-Vorführungen begleitet er zusammen mit Trommeln die Bewegungen der Kämpfenden und gibt Tempo und Stimmung vor.

Der Serunai ist ein anspruchsvolles Instrument, dessen Erlernen viel Atemkontrolle und Übung erfordert. Traditionell wird das Spiel innerhalb des Nobat-Ensembles über Jahre hinweg von erfahrenen Musikern an Nachfolger weitergegeben. Er ist bis heute ein wichtiger Bestandteil der zeremoniellen Musik Malaysias.

Typische Musikstile mit dem Serunai

Der Serunai ist vor allem als Instrument des Nobat bekannt, eines zeremoniellen Ensembles, das an mehreren malaiischen Sultanshöfen seit Jahrhunderten zu königlichen Anlässen wie Krönungen, Hochzeiten und Staatsbesuchen spielt. Im Nobat erklingt der Serunai gemeinsam mit Trommeln, einer Naturtrompete und einem Gong.

Daneben begleitet der Serunai die malaiische Kampfkunst Silat, wo sein Klang zusammen mit Trommelrhythmen den Rhythmus und die Dramatik der Bewegungsabläufe unterstreicht. Diese enge Verbindung zu höfischen Zeremonien und zur Kampfkunst unterscheidet den Serunai in seiner heutigen Verwendung vom eng verwandten Sarunay auf Sumatra, der stärker mit Hochzeits- und Alltagszeremonien der einfachen Bevölkerung verbunden ist, auch wenn beide Instrumente auf dieselbe Bautradition zurückgehen.

Bekannte Lieder mit dem Serunai

Die Musik des Serunai ist eng an ihre zeremonielle Funktion gebunden und wird traditionell nicht als eigenständiges, betiteltes Musikstück verstanden, sondern als Teil des Nobat-Zeremoniells oder einer Silat-Vorführung überliefert.

Bekannt ist der Serunai daher vor allem durch seine feste Rolle in den königlichen Nobat-Ensembles Malaysias und in Aufnahmen und Dokumentationen traditioneller malaiischer Zeremonialmusik, die diese jahrhundertealte höfische Tradition bis heute bewahren.

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