Bass-Bariton-Oboe

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Bild: Akatiev studio / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Die Bass-Bariton-Oboe ist ein Holzblasinstrument mit Doppelrohrblatt, das eine Oktave tiefer klingt als die Oboe. Bassoboe und Baritonoboe bezeichnen dasselbe Instrument, nur mit zwei unterschiedlichen Namen. François Lorée gab ihm 1889 seine bis heute gültige Form, mit einem fragezeichenförmigen Ansatzbogen und einem eigenen, größeren Doppelrohrblatt. Vom ähnlich gestimmten Heckelphon unterscheidet sie eine engere Bohrung; von der Kontrabass-Oboe trennt oft nur der Name, denn das moderne Lupophon klingt trotz dieser Bezeichnung genauso tief. Gebaut wird sie bis heute fast ausschließlich auf Bestellung.

Die Bass-Bariton-Oboe ist ein Holzblasinstrument mit Doppelrohrblatt, das eine Oktave tiefer klingt als die Oboe. Bassoboe und Baritonoboe bezeichnen dasselbe Instrument, zwei gebräuchliche Namen für dieselbe Bauform. François Lorée entwarf 1889 die Form, die bis heute als Standard gilt: ein fragezeichenförmig gebogener Ansatzbogen und ein eigenes, größeres Doppelrohrblatt. Eine engere Bohrung trennt sie vom ähnlich gestimmten Heckelphon; von der Kontrabass-Oboe unterscheidet oft nur der Name, denn das moderne Lupophon klingt trotz dieser Bezeichnung genauso tief wie die Bass-Bariton-Oboe.

CStimmung, transponierend
1 Oktavetiefer als die Oboe
1889moderne Form von François Lorée
2Namen für ein Instrument

Was ist eine Bass-Bariton-Oboe?

Eine Bass-Bariton-Oboe ist ein transponierendes Holzblasinstrument aus der Familie der Oboe, notiert im Violinschlüssel und klingend eine Oktave tiefer, als die Noten zeigen. Bassoboe und Baritonoboe meinen in der Fachliteratur dasselbe Instrument; der zweite Name spielt auf die Tenor- bis Baritonlage an, in der es klingt. Innerhalb der Familie steht sie eine Quinte unter dem Englischhorn; die historische Kontrabass-Oboe reichte einst noch tiefer, doch die moderne Bauform, die diesen Namen heute trägt, klingt genauso tief wie die Bass-Bariton-Oboe selbst. So wie das Fagott bei den Doppelrohrblattinstrumenten die tiefe Lage trägt, deckt die Bass-Bariton-Oboe innerhalb der Oboenfamilie die Tenor- und Baritonlage ab.

MerkmalBass-Bariton-Oboe
Andere NamenBassoboe, Baritonoboe, französisch hautbois baryton
FamilieHolzblasinstrument mit Doppelrohrblatt, Oboenfamilie
StimmungC, transponierend, klingt eine Oktave tiefer als notiert
Rohrblatteigenes, größeres Doppelrohrblatt, ähnlich dem des Englischhorns
Moderne Form1889 von François Lorée neu gestaltet
Verwandtes InstrumentHeckelphon, seit 1904, gleiche Stimmung, andere Bohrung
Hersteller heutevor allem F. Lorée, außerdem Marigaux, Rigoutat, Fossati, seit 2011 Gebrüder Mönnig
Verbreitungselten, meist Sonderanfertigung

Wie unterscheidet sich die Bass-Bariton-Oboe vom Heckelphon?

Die Bass-Bariton-Oboe und das Heckelphon stehen beide in C und klingen beide eine Oktave tiefer als die Oboe, trotzdem sind es zwei getrennte Instrumente. Der Fagottbauer Wilhelm Heckel entwickelte sein Instrument um 1904, gut anderthalb Jahrzehnte nach Lorées Bass-Bariton-Oboe, und gab ihm eine deutlich weitere Bohrung, ein eigenes Grifflochsystem und einen größeren Schallbecher. Die weitere Bohrung macht den Ton des Heckelphons voller und dunkler, während die Bass-Bariton-Oboe den schlankeren, oboenhaften Klang der übrigen Familie fortführt. Wegen der gleichen Tonlage verwechseln selbst Partituren und Programmhefte die beiden Namen gelegentlich.

Wie ist eine Bass-Bariton-Oboe aufgebaut?

Der Korpus einer Bass-Bariton-Oboe misst etwa das Doppelte einer gewöhnlichen Oboe und braucht deshalb einen Umweg für das Rohrblatt. Ein Ansatzbogen aus Metall führt die Luft erst vom Spieler weg und dann wieder zu ihm zurück, sodass er die Form eines flachgedrückten Fragezeichens annimmt; manche Bauformen ersetzen ihn durch ein gerades Halsstück nach dem Vorbild der Bassklarinette. Am Ende dieses Bogens sitzt ein eigenes Doppelrohrblatt, größer als das der Oboe und ähnlich dem des Englischhorns, aber kräftiger gebaut, damit es dem tieferen Ton standhält. Frühe Bauformen aus dem 19. Jahrhundert griffen für den restlichen Korpus noch auf die Fagottbauweise zurück, mit einem gefalteten Stiefelstück; die von Lorée 1889 vorgestellte Form ersetzte das durch einen geraden Korpus mit Klappenmechanik nach Oboenvorbild.

Oboe Englischhorn Bass-Bariton-Oboe Kontrabass-Oboe heute Kontrabass-Oboe historisch 0 Quinte Oktave Oktave+Quinte 2 Oktaven
Je weiter rechts ein Punkt liegt, desto tiefer klingt das Instrument im Vergleich zur Oboe. Die Bass-Bariton-Oboe und die heutige Kontrabass-Oboe (das Lupophon) liegen trotz des unterschiedlichen Namens auf derselben Höhe; nur die historische, nicht mehr gebaute Kontrabass-Oboe reichte bis zu zwei Oktaven tiefer.

Woher stammt die Bass-Bariton-Oboe?

Die ersten Bauversuche folgten im 19. Jahrhundert dem Vorbild des Fagotts, mit einem Stiefelgelenk und einem eigenen Ansatzbogen, wie sie unter anderem die Pariser Werkstatt Triébert baute. Der Pariser Instrumentenbauer François Lorée gestaltete das Instrument 1889 neu und gab ihm die gerade, oboenartige Form, die seither als Standard gilt. Bekannter wurde die Bass-Bariton-Oboe Ende des 19. Jahrhunderts in Paris, in der Zeit, in der sich der Komponist Frederick Delius dort aufhielt. Bis heute baut vor allem die Firma Lorée das Instrument, daneben fertigen es Marigaux, Rigoutat und Fossati; seit 2011 gehört auch die deutsche Werkstatt Gebrüder Mönnig dazu. Fast immer entsteht ein Exemplar erst auf Bestellung.

Welche Musik prägt die Bass-Bariton-Oboe?

Gustav Holst setzt die Bass-Bariton-Oboe in seiner Orchestersuite Die Planeten ein, vor allem im Satz Saturn. Michael Tippett verwendet sie in seinem Tripelkonzert, und Thomas Adès schreibt ihr im zweiten Satz seines Orchesterwerks Asyla eine Stimme. Der Komponist Gavin Bryars widmete dem Instrument 1994 mit The East Coast ein eigenes Werk. Ein Solorepertoire wie bei der Oboe selbst hat sich daraus nicht entwickelt; die Bass-Bariton-Oboe bleibt eine Orchesterstimme für einzelne, gezielt eingesetzte Momente.

Eine Oktave tiefer als die Oboe, nicht zwei. Die Bass-Bariton-Oboe und das Heckelphon klingen beide eine Oktave unter der Oboe, nur mit unterschiedlicher Bohrung. Die Kontrabass-Oboe klang in ihrer historischen Bauform eine Oktave oder mehr tiefer, doch das moderne Lupophon, das diesen Namen heute trägt, liegt trotzdem in derselben Tonlage wie die Bass-Bariton-Oboe. Alle drei werden im Alltag gern verwechselt.

Wie verbreitet ist die Bass-Bariton-Oboe heute?

Kaum ein Orchester hält eine Bass-Bariton-Oboe im eigenen Bestand, weil die Tenor- und Baritonlage im Orchester meist das Fagott übernimmt. Wo eine Partitur das Instrument ausdrücklich verlangt, leiht das Orchester es für den Anlass oder engagiert einen Spezialisten, der auch die Oboe da caccia oder das Heckelphon beherrscht. Die wenigen Werkstätten, die es noch bauen, fertigen fast jedes Exemplar einzeln auf Bestellung, was den Anschaffungspreis deutlich über den einer gewöhnlichen Oboe hebt. Diese Seltenheit hält die Bass-Bariton-Oboe im Konzertbetrieb an einem festen, aber sehr kleinen Platz.

Häufige Fragen zur Bass-Bariton-Oboe

Was ist der Unterschied zwischen Bassoboe und Baritonoboe?

Zwischen Bassoboe und Baritonoboe besteht kein Unterschied: Beide Bezeichnungen meinen dasselbe Instrument, das eine Oktave tiefer klingt als die Oboe. Der Name Baritonoboe verweist auf die Tonlage, in der das Instrument spielt, der Name Bassoboe auf seine Stellung als tiefe Stimme der Oboenfamilie. Welcher der beiden Namen gebräuchlich ist, hängt vor allem vom Land und von der Fachliteratur ab.

Wie tief klingt eine Bass-Bariton-Oboe im Vergleich zur Oboe?

Eine Bass-Bariton-Oboe klingt genau eine Oktave tiefer als die Oboe, bei gleicher Notation im Violinschlüssel. Ein Ton, der für die Oboe notiert ist, erklingt auf der Bass-Bariton-Oboe eine Oktave darunter. Damit liegt sie eine Quinte unter dem Englischhorn; die moderne Kontrabass-Oboe klingt trotz ihres Namens ebenso tief, nur die historische, nicht mehr gebaute Bauform reichte eine weitere Oktave oder mehr darunter.

Ist die Bass-Bariton-Oboe dasselbe Instrument wie das Heckelphon?

Nein, die Bass-Bariton-Oboe und das Heckelphon sind zwei getrennte Instrumente, auch wenn beide in C stehen und eine Oktave tiefer klingen als die Oboe. Das Heckelphon, das Wilhelm Heckel um 1904 vorstellte, hat eine deutlich weitere Bohrung, ein eigenes Grifflochsystem und einen größeren Schallbecher, was seinen Ton voller und dunkler macht. Die Bass-Bariton-Oboe von François Lorée aus dem Jahr 1889 behält dagegen die schlankere Bohrung der übrigen Oboenfamilie.

Was unterscheidet die Bass-Bariton-Oboe von der Kontrabass-Oboe?

Die Bass-Bariton-Oboe klingt eine Oktave tiefer als die Oboe, ebenso wie die moderne Kontrabass-Oboe: Das heute unter diesem Namen gebaute Lupophon liegt trotz seiner Bezeichnung in derselben Tonlage, nur mit weiter nach unten erweitertem Tonumfang. Nur die historische, seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr praxistauglich gebaute Kontrabass-Oboe reichte tatsächlich eine Oktave und eine Quinte oder zwei volle Oktaven tiefer. Von der Bass-Bariton-Oboe existiert dagegen seit 1889 eine feste, bis heute gebaute Form.

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