Funk ist eine Musikrichtung, die ab Mitte der 1960er Jahre in den USA aus dem Soul hervorging und den Rhythmus über die Harmonie stellt. Die ganze Band setzt gemeinsam auf der ersten Zählzeit an, alle übrigen Schläge liegen dazwischen. Der Bass spielt synkopierte Figuren, die Gitarre schlägt Sechzehntel mit gedämpften Saiten. Statt einer Kadenz steht oft ein einziger Akkord über viele Takte.
Was macht Funk aus?
Funk organisiert ein Stück um die erste Zählzeit herum. Bass, Schlagzeug, Gitarre und Bläser treffen sich auf dieser Eins, und alles, was danach kommt, versetzt seine Schläge gegen den Grundschlag. Aus diesem Wechsel von einem gemeinsamen Aufschlag und lauter Gegenakzenten entsteht das Muster, das die Musik trägt.
Die zweite Eigenheit ist die Unterteilung. Wo Soul in Achteln zählt, teilt Funk jede Zählzeit in vier Sechzehntel. Die Gitarre schlägt dieses Raster durchgehend an, dämpft aber die meisten Anschläge mit der Greifhand ab, so dass nur ein perkussives Geräusch übrig bleibt. Nur wenige Anschläge klingen als Akkord.
| Merkmal | Funk |
|---|---|
| Entstehungszeit | Mitte der 1960er Jahre |
| Entstehungsort | USA, aus dem Soul und dem Rhythm and Blues |
| Typische Besetzung | Gesang, E-Gitarre, E-Bass, Schlagzeug, Bläsersatz, Orgel oder Clavinet |
| Taktart | 4/4, unterteilt in Sechzehntel |
| Tempobereich | rund 90 bis 120 Schläge je Minute |
| Prägende Merkmale | Betonung der ersten Zählzeit, synkopierte Bassfiguren, gedämpfte Sechzehntel auf der Gitarre, häufig nur ein Akkord |
| Wichtige Subgenres | P-Funk, Jazz-Funk, Go-Go, Electro-Funk |
Woran erkennt man Funk?
Am deutlichsten erkennt man Funk an der Betonung der ersten Zählzeit. Die Band spielt auf der Eins gemeinsam einen Akzent, oft mit Basstrommel, Bass und Bläsern zugleich. Danach vermeiden alle Stimmen die geraden Zählzeiten und setzen ihre Töne dazwischen. Wer mitzählt, hört das Raster aus vier Sechzehnteln je Zählzeit, in dem diese Zwischenschläge liegen.
Die Bassfiguren folgen demselben Raster. Der Bass spielt selten Grundtöne auf den Zählzeiten, sondern setzt kurze, abgestoppte Töne in die Zwischenräume. Beim Slap schlägt der Daumen die tiefen Saiten gegen das Griffbrett und der Zeigefinger reißt die hohen an, wodurch jeder Ton zugleich als Schlaggeräusch hörbar wird.
Was unterscheidet Funk vom Soul?
Funk und Soul unterscheiden sich vor allem in der Harmonik. Ein Soulstück folgt einer Akkordfolge mit Tonika, Subdominante und Dominante und stellt die gesungene Melodie darüber. Ein Funkstück bleibt dagegen häufig über zwanzig Takte und länger auf einem einzigen Akkord, meist einem Dominantseptakkord mit None.
Damit ändert sich, woraus die Spannung entsteht. Im Soul erzeugt sie der Wechsel der Harmonie, im Funk die Verzahnung mehrerer Rhythmen: Bass, Gitarre, Schlagzeug und Bläser spielen unterschiedliche Muster, die sich nur auf der Eins treffen. Auch der Gesang ändert seine Rolle, er wird kürzer, wiederholt Formeln und tritt neben die Instrumente statt über sie.
Funk kommt mit einem einzigen Akkord aus. Wo der Soul einer Kadenz folgt, verzichtet der Funk auf den Harmoniewechsel und gewinnt seine Bewegung aus dem Rhythmus. Das ist der wichtigste Unterschied zwischen beiden Musikrichtungen und der Grund, warum sich Funkstücke beliebig lang ausdehnen lassen.
Woher stammt der Funk?
Der Funk stammt aus den USA und entstand ab Mitte der 1960er Jahre aus dem Soul und dem Rhythm and Blues. James Brown verschob mit seiner Band das Gewicht Schritt für Schritt von der Melodie auf den Rhythmus: Die Bläser spielten keine langen Linien mehr, sondern kurze Einwürfe, und die Akkordfolge schrumpfte auf ein oder zwei Akkorde.
In den 1970er Jahren erweiterten Bands wie Sly and the Family Stone sowie Parliament und Funkadelic um George Clinton die Besetzung um Synthesizer und dehnten die Stücke auf Albumlänge. Ab Ende der 1970er Jahre wurde der Funk zur Grundlage des Hip-Hop, dessen erste Aufnahmen auf wiederholten Schlagzeugteilen aus Funkstücken beruhen.
Welche Instrumente prägen den Funk?
- E-Bass führt die Hauptfigur. Der E-Bass spielt kurze, synkopierte Muster, die sich Takt für Takt wiederholen, und legt zusammen mit der Basstrommel den Akzent auf die Eins.
- E-Gitarre übernimmt eine perkussive Aufgabe. Die E-Gitarre schlägt durchgehende Sechzehntel an, meist mit abgedämpften Saiten und häufig über ein Wah-Wah-Pedal.
- Schlagzeug hält die Basstrommel auf der Eins, die kleine Trommel auf den Zählzeiten zwei und vier und die Hi-Hat in Sechzehnteln. Damit gibt das Schlagzeug das Raster vor, gegen das alle anderen spielen.
- Bläsersatz aus Trompeten, Posaunen und Saxophonen spielt kurze Einwürfe im Unisono, die wie ein einzelner Schlag klingen.
- Clavinet und Hammondorgel liefern kurze, harte Akkorde und verstärken das Sechzehntelraster.
Welche Subgenres hat der Funk?
- P-Funk bezeichnet die Musik von Parliament und Funkadelic aus den 1970er Jahren mit großer Besetzung, Synthesizern und Stücken von zehn Minuten und mehr.
- Jazz-Funk verbindet die Funkrhythmen mit der Improvisation und den erweiterten Akkorden des Jazz und arbeitet mit elektrischen Klavieren und Synthesizern.
- Go-Go entstand in Washington und lässt die Perkussion zwischen den Stücken durchlaufen, so dass ein Auftritt ohne Pause bleibt.
- Electro-Funk ersetzte in den frühen 1980er Jahren Band und Bläser durch Drumcomputer und Synthesizer, behielt aber die Betonung der Eins bei.
Häufige Fragen zum Funk
Was ist Funk?
Funk ist eine ab Mitte der 1960er Jahre in den USA aus dem Soul entstandene Musikrichtung, die den Rhythmus über die Harmonie stellt. Die Band betont gemeinsam die erste Zählzeit, teilt den Takt in Sechzehntel und setzt die übrigen Töne synkopiert dazwischen. Die Harmonie bleibt oft über viele Takte auf einem einzigen Akkord stehen.
Was bedeutet die Eins im Funk?
Die Eins ist im Funk die erste Zählzeit des Taktes und der Punkt, an dem sich alle Instrumente treffen. Basstrommel, Bass und Bläser setzen dort gemeinsam einen Akzent, danach verteilen sich ihre Töne auf die Zwischenschläge. Diese Ordnung ersetzt im Funk die Aufgabe, die im Soul der Akkordwechsel übernimmt.
Welche Akkorde nutzt der Funk?
Der Funk nutzt meist Dominantseptakkorde, häufig um die None erweitert. Viele Stücke kommen mit einem einzigen solchen Akkord aus und wechseln höchstens zwischen zwei Akkorden hin und her. Die Bewegung entsteht nicht aus der Harmonie, sondern aus dem Rhythmus der einzelnen Stimmen.
Wie spielt man Funk auf der Gitarre?
Funk auf der Gitarre spielt man mit durchgehenden Sechzehnteln in der Anschlagshand und einer Greifhand, die die Saiten die meiste Zeit abdämpft. Dadurch klingen nur wenige Anschläge als Akkord, alle übrigen ergeben ein perkussives Geräusch im selben Raster. Verbreitet sind kleine Akkordgriffe aus zwei bis vier Tönen und ein Wah-Wah-Pedal.




