Fusion

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Redaktion
Eine Hand spielt ein Bühnenkeyboard, dahinter unscharf ein Schlagzeug und weitere Musiker. Foto: StockSnap / Pixabay.
Eine Hand spielt ein Bühnenkeyboard, dahinter unscharf ein Schlagzeug und weitere Musiker. Foto: StockSnap / Pixabay.

Zusammenfassung

Fusion ist ein Jazzstil, der die Improvisation des Jazz mit den Instrumenten, der Lautstärke und dem Rhythmus der Rockmusik verbindet. Die Band spielt elektrisch: elektrisches Piano, Synthesizer, E-Bass und verstärkte Gitarre statt Flügel und Kontrabass. Der Solist improvisiert über lange gleichbleibende Bassfiguren, Vamps genannt, statt über schnell wechselnde Akkorde. Die Achtel laufen gerade, das Schlagzeug spielt Rock- und Funkfiguren, und ungerade Taktarten wie 7/8 oder 5/4 kommen häufig vor. Der Stil entstand Ende der 1960er Jahre in den USA und heißt auch Jazzrock.

Fusion ist ein Jazzstil, der die Improvisation des Jazz mit den Instrumenten, der Lautstärke und dem Rhythmus der Rockmusik verbindet. Die Band spielt elektrisch: elektrisches Piano, Synthesizer, E-Bass und verstärkte Gitarre treten an die Stelle von Flügel und Kontrabass. Die Achtel laufen gerade statt geswingt, das Schlagzeug spielt Rock- und Funkfiguren. Der Solist improvisiert über lange gleichbleibende Bassfiguren, Vamps genannt, statt über schnell wechselnde Akkorde. Der Stil entstand Ende der 1960er Jahre in den USA und heißt auch Jazzrock.

Ende 1960erEntstehungszeit
USAUrsprungsraum
elektrischBesetzung
geradeAchtel

Was macht Fusion aus?

Fusion behält vom Jazz die Improvisation und tauscht aus, was um sie herum steht. Der Solist erfindet seine Linie weiterhin im Moment, aber er tut es über einer verstärkten Band, die einen Rockrhythmus spielt. Drei Wechsel machen den Stil aus: das Instrumentarium, die Rhythmik und die Harmonik.

Das Instrumentarium wird elektrisch, und damit ändert sich nicht nur die Klangfarbe, sondern der Pegel: Eine verstärkte Band füllt eine Konzerthalle. Die Rhythmik übernimmt die geraden Achtel der Rockmusik. Die Harmonik verlangsamt sich so weit, dass eine einzige Harmonie acht oder sechzehn Takte lang stehen bleibt.

MerkmalFusion
EntstehungszeitEnde der 1960er Jahre
EntstehungsraumUSA
Zweiter NameJazzrock
Übliche Besetzungelektrisches Piano oder Synthesizer, verstärkte Gitarre, E-Bass, Schlagzeug, dazu Blasinstrumente oder Perkussion
Harmoniklange gleichbleibende Bassfiguren, wenige oder keine Akkordwechsel im Abschnitt
Achtelgerade, beide gleich lang
SchlagzeugRock- und Funkfiguren, Backbeat auf zwei und vier
Taktarten4/4, daneben häufig 7/8, 5/4 und 9/8
Lautstärkeverstärkt, auf dem Pegel einer Rockband

Wie unterscheidet sich die Harmonik der Fusion vom Bebop?

Der Unterschied liegt im Tempo der Akkordwechsel. Im Bebop wechseln die Akkorde oft zweimal je Takt, und der Solist muss jeden Wechsel treffen. In der Fusion bleibt eine Harmonie über viele Takte stehen. Der Bass wiederholt dazu eine kurze Figur, den Vamp, und diese Figur hält den Abschnitt zusammen.

Damit ändert sich die Aufgabe des Solisten. Wer über zwei Akkorde je Takt spielt, wählt seine Töne aus dem laufenden Akkord und richtet die Linie auf den nächsten aus. Wer über einen Vamp spielt, hat kein nächstes Ziel. Er wählt eine Skala zur stehenden Harmonie und gestaltet mit Melodie, Rhythmus und Klangfarbe. Ein Solo kann deshalb über zehn Minuten laufen, weil keine Form es nach 32 Takten auf den Anfang zurückwirft.

Bebop 16 Akkordwechsel in acht Takten 1 2 3 4 5 6 7 8 Dm7G7 Cmaj7A7 Dm7G7 Cmaj7C7 Fmaj7Fm7 Cmaj7A7 Dm7G7 Cmaj7A7 Fusion dieselben acht Takte, eine einzige Bassfigur 1 2 3 4 5 6 7 8 ein Vamp Bebop: 16 Akkordwechsel in acht Takten, der Solist richtet jede Linie auf den nächsten aus. Fusion: kein Wechsel in acht Takten, der Solist wählt aus einer Skala zur stehenden Harmonie.
Oben acht Takte Bebop mit zwei Akkorden je Takt, unten dieselben acht Takte Fusion mit einer einzigen Bassfigur, die sich unverändert wiederholt.

Welchen Rhythmus spielt die Fusion?

Die Fusion spielt gerade Achtel. Beide Achtel einer Zählzeit dauern gleich lang, die zweite liegt genau in der Mitte. Der übrige Jazz teilt sie ungleich auf, die erste länger als die zweite. Dieser eine Unterschied entscheidet, ob ein Stück nach Jazz oder nach Rock klingt.

Das Schlagzeug wechselt ebenfalls die Seite. Es legt den Puls nicht auf das Ridebecken, sondern spielt Figuren aus Rock und Funk: die Bassdrum auf betonten Achteln, die kleine Trommel als Backbeat auf zwei und vier, die Hi-Hat als durchlaufende Achtelkette. Der E-Bass verlässt den schreitenden Viertelgang und wiederholt stattdessen eine synkopierte Figur, die mit dem Schlagzeugmuster verzahnt ist.

Ungerade Taktarten kommen häufig vor, vor allem 7/8, 5/4 und 9/8. Die Fusion hält sie über ganze Stücke durch, statt sie als Einschub zu verwenden. Ein Vamp im 7/8 kehrt alle sieben Achtel wieder und verschiebt die Betonung gegen das gewohnte Gefühl des Vierertakts.

Der Vamp ersetzt in der Fusion die Akkordfolge. Eine kurze Bassfigur wiederholt sich unverändert über viele Takte, die Harmonie darüber bleibt stehen. Der Solist arbeitet deshalb keine Wechsel ab, sondern gliedert eine Fläche, die ihm keine Ziele vorgibt.

Welche Instrumente prägen die Fusion?

Die Fusion besetzt elektrisch, was der übrige Jazz akustisch besetzt. Jedes dieser Instrumente bringt eine Eigenschaft mit, die den Stil prägt.

  • Elektrisches Piano erzeugt den Ton mechanisch und nimmt ihn elektromagnetisch ab. Ein Hammer schlägt auf einen Metallstab oder ein Metallblatt, ein Tonabnehmer wandelt dessen Schwingung in Spannung. Der Klang trägt weniger hohe Obertöne als ein Flügel.
  • Synthesizer erzeugt den Ton elektronisch und liefert Klangfarben, die kein akustisches Instrument hat. Er übernimmt in der Fusion auch Soli, weil er einen Ton beliebig lang hält und ihn stufenlos in der Höhe zieht.
  • E-Bass tritt an die Stelle des Kontrabasses. Die Bünde legen die Tonhöhe fest, und die Saiten sprechen schnell an. Beides erlaubt die kurzen, genauen Figuren, aus denen ein Vamp besteht.
  • Verstärkte Gitarre arbeitet mit Verzerrung. Die Verzerrung hebt leise Anteile mit an, deshalb klingt ein Ton länger nach als auf einer unverstärkten Gitarre.

Woher stammt die Fusion?

Die Fusion entstand Ende der 1960er Jahre in den USA, als zwei Entwicklungen aufeinandertrafen. Die Rockmusik erreichte ein großes Publikum und verfügte über eine Technik, die dem Jazz fehlte: Verstärker, Studiogerät, große Bühnen. Der Jazz hatte sein Tanzpublikum verloren, seit der Bebop ihn in den Club verlegt hatte.

Als prägende Musiker gelten der Trompeter Miles Davis, der Pianist Herbie Hancock und der Gitarrist John McLaughlin. Alle drei kamen aus dem Jazz und führten später eigene elektrische Gruppen. Einen einzelnen Erfinder nennt die Musikgeschichte nicht, weil mehrere Gruppen zur selben Zeit in dieselbe Richtung arbeiteten.

Warum ist Fusion umstritten?

Fusion ist umstritten, seit sie entstand, und die Auseinandersetzung dreht sich bis heute um denselben Punkt. Teile der Jazzkritik warfen der Richtung Anpassung an den Massengeschmack vor: Sie ziele auf das Rockpublikum und nehme dafür eine einfachere Harmonik, einen höheren Pegel und eingängigere Rhythmen in Kauf. Damit gebe sie auf, was den Jazz ausmache.

Die Gegenposition sieht in denselben Merkmalen eine Erweiterung des Materials. Elektrische Instrumente stellen Klangfarben bereit, die vorher niemand hatte. Der Vamp öffnet eine Form, in der ein Solo nicht nach 32 Takten wieder von vorn beginnt. Ungerade Taktarten und Funkfiguren erweitern die Rhythmik über den Vierertakt hinaus. Beide Seiten beschreiben dieselben Eigenschaften und bewerten sie verschieden.

Häufige Fragen zur Fusion

Was ist Fusion in der Musik?

Fusion ist ein Jazzstil, der Ende der 1960er Jahre in den USA entstand und die Improvisation des Jazz mit den Instrumenten, der Lautstärke und dem Rhythmus der Rockmusik verbindet. Die Band spielt elektrisch, die Achtel laufen gerade statt geswingt, und der Solist improvisiert über lange gleichbleibende Bassfiguren statt über schnelle Akkordwechsel. Der Stil trägt auch den Namen Jazzrock.

Was unterscheidet Fusion vom Bebop?

Fusion und Bebop unterscheiden sich in Harmonik, Rhythmik und Besetzung. Im Bebop wechseln die Akkorde oft zweimal je Takt, in der Fusion bleibt eine Harmonie acht Takte und länger stehen. Der Bebop teilt die Achtel ungleich auf, die Fusion spielt sie gerade. Der Bebop besetzt akustisch mit Klavier und Kontrabass, die Fusion elektrisch mit Synthesizer und E-Bass.

Was ist ein Vamp in der Fusion?

Ein Vamp ist eine kurze Bassfigur, die sich unverändert über viele Takte wiederholt und dabei die Harmonie festhält. In der Fusion tritt er an die Stelle der Akkordfolge, über die der übrige Jazz improvisiert. Weil kein Akkordwechsel ein Ziel vorgibt, wählt der Solist eine Skala zur stehenden Harmonie und gestaltet mit Melodie, Rhythmus und Klangfarbe.

Welche Taktarten nutzt die Fusion?

Die Fusion nutzt neben dem 4/4 häufig ungerade Taktarten, vor allem 7/8, 5/4 und 9/8. Sie hält sie oft über ein ganzes Stück durch, statt sie als kurzen Einschub zu verwenden. Weil der Vamp kurz ist und sich unverändert wiederholt, bleibt der Takt trotz der ungeraden Zahl mitzählbar.

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