Der E-Bass ist ein Saiteninstrument mit massivem Korpus, Bünden auf dem Griffbrett und magnetischen Tonabnehmern. Seine vier Saiten stehen in Quarten auf E, A, D und G und klingen eine Oktave tiefer, als die Noten sie schreiben. Damit trägt er dieselbe Stimmung wie der Kontrabass, legt die Tonhöhen aber über Bundstäbchen fest statt über das Gehör. Ohne Verstärker bleibt er nahezu unhörbar: Der massive Korpus bewegt kaum Luft, hörbar macht den Ton erst die Kette aus Tonabnehmer, Verstärker und Lautsprecher.
Was ist ein E-Bass?
Der E-Bass ist die elektrische Bauform der Bassgitarre: gitarrenförmiger Korpus aus Vollholz, langer Hals mit Bünden, vier Stahlsaiten, darunter ein oder zwei Tonabnehmer. Er übernimmt in Band und Ensemble die tiefe Stimme und verbindet dabei zwei Aufgaben, den Grundton der Harmonie und den Puls der Rhythmusgruppe.
| Merkmal | E-Bass |
|---|---|
| Familie | Saiteninstrument, elektrisch verstärkt |
| Tonerzeugung | Saitenschwingung, magnetisch abgenommen |
| Saiten | vier, in Quarten auf E, A, D und G |
| Notation | Bassschlüssel, klingt eine Oktave tiefer |
| Griffbrett | bundiert, meist 20 bis 24 Bünde |
| Mensur | rund 86 Zentimeter, verkürzt auch 76 oder 81 |
| Korpus | massiv, ohne Resonanzraum |
| Werkstoff | Erle, Esche oder Linde, Hals aus Ahorn |
Wie ist ein E-Bass gestimmt?
Die vier Saiten stehen im Abstand einer Quarte: E, A, D und G. Die tiefe E-Saite schwingt mit rund 41 Hertz, die G-Saite mit rund 98 Hertz. Diese Stimmung stammt vom Kontrabass und entspricht den vier tiefen Gitarrensaiten, nur eine Oktave darunter. Wer Gitarre spielt, findet sich auf dem Griffbrett deshalb sofort zurecht.
Der Fünfsaiter setzt eine tiefe H-Saite darunter und erweitert den Umfang um eine Quarte, bis auf rund 31 Hertz. Der Sechssaiter ergänzt zusätzlich eine hohe C-Saite und verbreitert das Griffbrett spürbar.
Wie funktioniert der Tonabnehmer eines E-Basses?
Ein Tonabnehmer besteht aus einem Dauermagneten und einer Spule mit mehreren tausend Drahtwindungen. Der Magnet magnetisiert die Stahlsaite darüber. Schwingt die Saite, bewegt sie das Magnetfeld mit, und dieses wechselnde Feld induziert in der Spule eine Wechselspannung. Sie folgt der Saitenschwingung in Frequenz und Form, ist aber winzig und braucht einen Verstärker.
- Singlecoil trägt eine einzelne Spule unter allen Saiten, klingt klar und obertonreich, fängt sich aber leicht Netzbrummen ein.
- Splitcoil teilt die Spule in zwei versetzte Hälften mit gegenläufiger Wicklung. Das Brummen hebt sich auf, der Ton bleibt kräftig in den Mitten.
- Humbucker setzt zwei volle Spulen gegeneinander, unterdrückt das Brummen ebenfalls und klingt dabei dicker und dunkler.
Ein E-Bass ohne Verstärker ist nicht leise, sondern praktisch stumm. Sein massiver Korpus hat keinen Resonanzraum und überträgt kaum Energie an die Luft. Genau darin liegt der Unterschied zur akustischen Bassgitarre, die einen hohlen Korpus mit Schallloch besitzt und ohne Strom klingt, dafür in einer lauten Band untergeht.
Wie spielt man einen E-Bass?
Die rechte Hand kennt drei verbreitete Techniken, und jede klingt anders, weil sie die Saite anders in Bewegung setzt.
- Fingerstyle zupft im Wechsel mit Zeige- und Mittelfinger. Der weiche Fingerkuppenanschlag betont die Grundtöne und ergibt den runden Ton, den Soul, Funk und Jazz nutzen.
- Plektrum trifft die Saite mit harter Kante. Der Anschlag ist gleichmäßiger und obertonreicher, setzt sich in verzerrten Gitarrenwänden durch und ist im Rock und Punk üblich.
- Slap schlägt mit der Daumenkante über dem Griffbrettende auf die tiefen Saiten und reißt mit Zeige- oder Mittelfinger die hohen Saiten nach oben weg. Die Saite schlägt dabei hörbar auf die Bünde, was den perkussiven Funk-Klang ergibt.
Die linke Hand greift meist mit vier Fingern über vier Bünde. Weil die Mensur lang und die Saiten dick sind, braucht die Greifhand mehr Kraft als auf der E-Gitarre, und die Sprünge zwischen den Lagen sind größer.
Wie ist ein E-Bass aufgebaut?
Der Korpus besteht aus massivem Holz, meist Erle, Esche oder Linde. Der Hals ist entweder verschraubt, verleimt oder durchgehend durch den Korpus geführt. In ihm liegt ein Halsspannstab aus Stahl, mit dem der Spieler die Krümmung gegen den Saitenzug einstellt.
Die übliche Mensur beträgt rund 86 Zentimeter. Kürzere Mensuren von 76 oder 81 Zentimetern verringern die Saitenspannung und den Griffabstand, was kleineren Händen entgegenkommt. Passive Instrumente führen das Signal des Tonabnehmers direkt zur Buchse, aktive tragen einen Vorverstärker mit eigener Klangregelung im Korpus, der eine Neun-Volt-Batterie braucht.
Bundlose Bässe verzichten auf die Bundstäbchen. Sie klingen singender, weil die Saite auf dem Holz aufliegt und in den Ton hineingleiten kann, verlangen dafür aber dieselbe Treffsicherheit wie ein Streichinstrument. Als serienmäßig gebautes Instrument setzte sich der E-Bass Anfang der 1950er Jahre durch, als Leo Fender den Precision Bass auf den Markt brachte.
Häufige Fragen zum E-Bass
Wie viele Saiten hat ein E-Bass?
Ein E-Bass hat üblicherweise vier Saiten, gestimmt in Quarten auf E, A, D und G. Fünfsaiter ergänzen darunter eine tiefe H-Saite, Sechssaiter zusätzlich eine hohe C-Saite. Mit jeder Saite wächst die Halsbreite, weshalb Vier- und Fünfsaiter zusammen den weitaus größten Teil der gebauten Instrumente ausmachen.
Was ist der Unterschied zwischen E-Bass und Kontrabass?
Beide stehen in derselben Stimmung, unterscheiden sich aber in Bauform und Spielweise. Der E-Bass hat Bünde, einen massiven Korpus und braucht einen Verstärker, der Kontrabass hat ein bundloses Griffbrett, einen großen Resonanzkorpus und klingt ohne Strom. Auf dem E-Bass legt der Bund die Tonhöhe fest, auf dem Kontrabass allein das Gehör des Spielers.
Warum hat ein Fünfsaiter eine tiefe H-Saite?
Die tiefe H-Saite erweitert den Umfang um eine Quarte nach unten, bis auf rund 31 Hertz. Sie erspart Umstimmen, wenn Stücke unter das tiefe E reichen, und lässt tiefe Töne auch in hoher Lage greifen, ohne die Hand zu bewegen. Der Preis dafür sind ein breiterer Hals und ein größerer Griffabstand.
Braucht man für den E-Bass einen Verstärker?
Ja, ohne Verstärkung bleibt ein E-Bass fast unhörbar. Sein massiver Korpus hat keinen Resonanzraum, deshalb erzeugt die Saite allein kaum Schall. Zum Üben genügt ein Kopfhörerverstärker, für das Spiel mit Schlagzeug braucht es einen Bassverstärker mit ausreichend großem Lautsprecher, weil tiefe Töne viel Luft bewegen müssen.




