Das Baritonhorn ist ein Blechblasinstrument aus der Familie der Bügelhörner und steht in B. Der Spieler erzeugt den Ton mit den Lippen an einem Kesselmundstück und verändert die Tonhöhe über drei oder vier Ventile. Vom gleich gestimmten Tenorhorn trennt es nicht die Tonlage, sondern die Mensur: Das Baritonhorn hat den weiteren Rohrverlauf und klingt dadurch voller und dunkler.
Wie klingt ein Baritonhorn?
Das Baritonhorn klingt weich, rund und grundtönig. Die weite, überwiegend konische Mensur betont die tiefen Teiltöne, deshalb spricht der Grundton leicht an und die Tiefe trägt. Gegenüber dem enger gebauten Tenorhorn wirkt der Ton fülliger und weniger schneidend, gegenüber der Posaune deutlich weicher.
So klingt ein Baritonhorn:
Wie ist ein Baritonhorn aufgebaut?
Ein Baritonhorn besteht aus einem mehrfach gewickelten Messingrohr, das sich vom Mundrohr bis zum Schallbecher stetig erweitert. Im deutschsprachigen Raum hat es meist die ovale Bauform mit Drehventilen und einem nach oben gerichteten Schallbecher. Ältere deutsche Bauformen, bei denen der Schalltrichter nach vorn ragt, sind heute selten geworden.
Die drei Ventile schalten beim Drücken zusätzliche Rohrbögen in den Luftweg: Das zweite senkt den Ton um einen Halbton, das erste um einen Ganzton, das dritte um anderthalb Töne. In Kombination decken sie alle Halbtöne ab. Ein viertes Ventil, das Quartventil, erweitert den Tonumfang nach unten und verbessert die Intonation in der tiefen Lage.
Welchen Naturton der Spieler innerhalb einer Ventilstellung trifft, entscheidet er über Lippenspannung und Luftführung. Das Baritonhorn gehört damit zur selben Familie wie das Althorn und das Saxhorn, die nach demselben Prinzip gebaut sind, nur in anderer Größe.
Was unterscheidet Baritonhorn und Euphonium?
Baritonhorn und Euphonium stehen beide in B, haben dieselbe Rohrlänge und denselben Tonumfang, sind aber nicht dasselbe Instrument. Der Unterschied liegt in der Mensur: Das Euphonium ist weiter und stärker konisch gebohrt und hat den größeren Schallbecher, das Baritonhorn ist enger gebaut.
Hörbar wird das in der Klangfarbe. Das Euphonium klingt dunkler und breiter, das Baritonhorn schlanker, heller und beweglicher. Dazu kommt die Bautradition: Das deutsche Baritonhorn ist oval gewickelt und trägt meist Drehventile, das Euphonium der britischen Brass Band steht aufrecht und hat Pistonventile.
Verwirrend ist die Bezeichnung im Englischen. Das dortige baritone horn ist enger mensuriert als das deutsche Baritonhorn und entspricht eher dem deutschen Tenorhorn, während das deutsche Baritonhorn dem Euphonium nahekommt.
Wo spielt man Baritonhorn?
Das Baritonhorn füllt in Blasorchestern, Musikvereinen und Brass Bands die Mittelstimme zwischen den hohen Blechbläsern und den Tuben. Es übernimmt Begleitfiguren und Gegenstimmen, bekommt aber ebenso die Melodie, weil es sich im Ensembleklang durchsetzt, ohne hart zu klingen.
In der Marsch- und Unterhaltungsmusik gehört es zur Standardbesetzung. In Jugend- und Schulorchestern dient es außerdem häufig als Einstieg in die tiefen Blechbläserstimmen, weil das weite Mundstück den Ansatz verzeiht.




