Piccoloflöte

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Redaktion

Zusammenfassung

Die Piccoloflöte ist die kleinste und höchste Flöte der Querflötenfamilie. Sie misst rund 32 Zentimeter, besteht nur aus Kopfstück und Mittelstück und klingt eine Oktave höher, als sie notiert ist. Ihr höchster Ton ist zugleich der höchste Ton des Sinfonieorchesters. Gebaut wird sie aus Grenadill oder aus Metall, und dieser Unterschied ist zu hören.

Die Piccoloflöte ist die kleinste und höchste Flöte der Querflötenfamilie. Sie klingt eine Oktave höher, als die Noten es angeben, und deckt klingend den Bereich vom d'' bis zum c''''' ab. Mit rund 32 Zentimetern ist sie etwa halb so lang wie die Konzertflöte in C und kommt ohne Fußstück aus. Im Sinfonieorchester wie im Blasorchester sitzt sie an der Spitze des Klangs.

CStimmung
32 cmLänge
1 Oktaveüber der Notation
c'''''höchster Ton

Was ist eine Piccoloflöte?

Die Piccoloflöte ist eine halb so lange Querflöte und gehört wie die übrige Flötenfamilie zu den Holzblasinstrumenten. Ihr Name kommt aus dem Italienischen und heißt klein; Partituren schreiben Flauto piccolo oder kurz Picc. Sie steht in C, ist aber ein oktavierendes Instrument: Ein notiertes c' erklingt als c''. Der Grund dafür ist praktisch. Notierte man sie klingend, lägen ihre Noten dauerhaft weit über dem Liniensystem und wären kaum zu lesen. Unterhalb der Konzertflöte setzen Altflöte und Bassflöte die Reihe nach unten fort.

MerkmalPiccoloflöte
FamilieHolzblasinstrument, kleinste Querflöte
StimmungC, klingt eine Oktave höher als notiert
Tonumfang notiertd' bis c''''
Tonumfang klingendd'' bis c'''''
Längerund 32 Zentimeter
TeileKopfstück und Mittelstück, kein Fußstück
BohrungKopfstück zylindrisch, Korpus konisch verjüngt
KlappensystemBöhm-System, fast immer geschlossene Klappen
WerkstoffGrenadill, Metall oder Kunststoff

Wie ist eine Piccoloflöte aufgebaut?

Die Piccoloflöte besteht aus zwei Teilen: Kopfstück und Mittelstück. Ein Fußstück gibt es nicht, deshalb endet ihr Umfang unten beim notierten d' und nicht wie bei der Konzertflöte beim c'. Gestimmt wird über das Kopfstück, das der Spieler ein Stück herauszieht oder hineinschiebt.

Im Inneren dreht die Piccoloflöte das Verhältnis der Konzertflöte um. Ihr Kopfstück verläuft zylindrisch, der Korpus verjüngt sich konisch zum Ende hin, während die Böhmflöte es genau andersherum hält. Diese konische Bohrung hält die Oktaven auf der kurzen Rohrlänge zusammen. Die Klappen führt der Instrumentenbauer fast immer als geschlossene Deckelklappen aus, denn offene Ringklappen wären bei diesem engen Griffabstand kaum zu decken.

Klingt eine Piccoloflöte aus Grenadill anders als eine aus Metall?

Ja, der Unterschied ist deutlich zu hören. Eine Piccoloflöte aus Grenadill klingt in der Höhe runder und weniger scharf, eine aus Metall heller, direkter und lauter. Deshalb greifen Sinfonieorchester fast durchweg zum Holzinstrument, während Marsch- und Spielmannszüge das Metallpiccolo bevorzugen, das sich im Freien und über einer Trommelgruppe durchsetzt.

Der Unterschied geht dabei nicht allein vom Werkstoff aus. Mundlochschnitt, Wandstärke und Bohrung unterscheiden sich zwischen den Bauarten mit und wirken auf den Klang ebenso. Für den Einsatz im Freien gibt es außerdem Instrumente aus Kunststoff, der bei Kälte und Nässe nicht reißt, sowie eine verbreitete Zwischenform aus Kunststoffkopf und Korpus aus Grenadill.

Wie geht man mit der Durchsetzungskraft der Piccoloflöte um?

Die Piccoloflöte steht über allen anderen Stimmen und bleibt deshalb auch im Tutti hörbar. Das ist ihre Aufgabe und ihr Problem zugleich: Ein volles Fortissimo braucht sie selten, meist spielt der Piccoloflötist unter der notierten Dynamik, sonst kippt der ganze Satz nach oben.

  • Dynamik setzt der Spieler eine Stufe niedriger an, sobald die Piccoloflöte in der obersten Oktave liegt.
  • Intonation fällt sofort auf, weil keine Stimme über ihr liegt, die eine Abweichung deckt. Warme Luft und lautes Spiel treiben die Piccoloflöte nach oben, der Spieler zieht das Kopfstück entsprechend heraus.
  • Einsätze müssen genau sitzen. Verdoppelt die Piccoloflöte die Flöten oder die Violinen in der Oktave, hört man jeden zu frühen oder zu späten Ton einzeln heraus.
  • Gehörschutz gehört dazu. Am Ohr des Spielers und am Nachbarpult entstehen Schalldruckpegel, gegen die Orchester heute Schutz stellen.

Die Piccoloflöte spielt den höchsten Ton des Sinfonieorchesters. Ihr notiertes c'''' erklingt als c''''', eine Oktave darüber. Kein anderes Orchesterinstrument reicht so weit hinauf, und deshalb hört man jede Abweichung in der Piccolostimme sofort.

Wie schwer ist Piccoloflöte lernen?

Piccoloflöte lernt man in aller Regel als zweites Instrument, nachdem die Querflöte sitzt. Die Griffe sind dieselben, der Ansatz ist es nicht: Das Mundloch ist kleiner, der Luftstrom muss schmaler und genauer treffen. Weil das Rohr nur halb so lang ist, wirkt sich jede Abweichung doppelt so stark auf die Tonhöhe aus. Ein Ansatz, der auf der Querflöte noch trägt, ergibt auf der Piccoloflöte einen unsauberen Ton.

Wer sie neu übernimmt, übt zuerst lange Töne in der mittleren Lage und erst danach die Höhe. Kurze Übeeinheiten sind hier die Regel, weil das Instrument dicht am eigenen Ohr liegt und den Spieler schnell ermüdet.

Welche Musik prägt die Piccoloflöte?

Im Sinfonieorchester setzte Ludwig van Beethoven die Piccoloflöte im Finale seiner fünften Sinfonie ein, wo sie den Satz nach oben öffnet. Im Blasorchester steht das Trio aus John Philip Sousas Marsch The Stars and Stripes Forever, dessen Piccolosolo zum bekanntesten Stück der Literatur zählt.

Antonio Vivaldi schrieb drei Konzerte für ein Instrument, das er flautino nannte. Welches Instrument er meinte, ist bis heute strittig; gespielt werden diese Konzerte meist auf der Piccoloflöte.

Häufige Fragen zur Piccoloflöte

Wie hoch klingt eine Piccoloflöte?

Die Piccoloflöte klingt vom d'' bis zum c''''' und erreicht damit den höchsten Ton, der im Sinfonieorchester vorkommt. Notiert steht dieser Umfang eine Oktave tiefer, also vom d' bis zum c''''. Nach unten endet sie beim d', weil ihr das Fußstück fehlt, das der Konzertflöte das c' verschafft.

Warum klingt die Piccoloflöte eine Oktave höher als notiert?

Die Piccoloflöte notiert man eine Oktave tiefer, damit ihre Stimme lesbar bleibt. Klingend geschrieben lägen fast alle ihre Töne auf Hilfslinien weit über dem Liniensystem. Da sie dieselben Griffe trägt wie die Querflöte, liest der Spieler auf beiden Instrumenten dasselbe Notenbild und muss nichts umrechnen.

Aus welchem Material besteht eine Piccoloflöte?

Eine Piccoloflöte besteht aus Grenadill, aus Metall oder aus Kunststoff. Grenadill klingt runder und ist im Sinfonieorchester die Regel, Metall klingt heller und lauter und setzt sich im Marschzug durch, Kunststoff verträgt Kälte und Nässe. Verbreitet ist außerdem eine Kombination aus Kunststoffkopf und Korpus aus Grenadill.

Ist die Piccoloflöte für Anfänger geeignet?

Die Piccoloflöte eignet sich nicht als erstes Instrument. Ihr kleines Mundloch verlangt einen bereits gefestigten Ansatz, und weil das Rohr sehr kurz ist, schlägt jede kleine Ungenauigkeit sofort auf die Tonhöhe durch. Flötisten nehmen sie deshalb meist erst nach einigen Jahren auf der Querflöte dazu.

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