Posaune

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Redaktion
Tenorbassposaune aus Messing mit ausgefahrenem Zug und Quartventil samt Daumenhebel am Bogen. Bild: KI generiert.
Tenorbassposaune aus Messing mit ausgefahrenem Zug und Quartventil samt Daumenhebel am Bogen. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Die Posaune ist das einzige Blechblasinstrument, das seine Rohrlänge stufenlos verändert. Statt Ventile zu drücken, schiebt der Spieler einen Zug in sieben Positionen nach außen, von denen jede den Ton um einen weiteren Halbton senkt. Daraus folgt beides: das echte Glissando, das kein Ventilinstrument sauber spielt, und die Pflicht, jede Position selbst zu treffen. Die gebräuchliche Tenorposaune steht in B, wird aber im Bassschlüssel klingend notiert.

Die Posaune ist ein Blechblasinstrument, das seine Rohrlänge nicht über Ventile ändert, sondern über einen ausziehbaren Zug. Der Spieler schiebt diesen Zug in sieben Positionen nach außen, jede senkt den Ton um einen weiteren Halbton. Weil das Rohr dabei stufenlos wächst und nicht sprunghaft, spielt die Posaune als einziges Blechblasinstrument ein echtes Glissando. Denselben Vorteil bezahlt sie damit, dass keine Mechanik die Tonhöhe festhält: Der Spieler trifft jede Position selbst.

BStimmung
7Zugpositionen
270 cmRohrlänge
Zugstatt Ventile

Was ist eine Posaune?

Die Posaune gehört zu den Blechblasinstrumenten, weil ihr Ton aus den schwingenden Lippen des Spielers im Kesselmundstück entsteht. Ihr Rohr verläuft über weite Strecken zylindrisch und erweitert sich erst im letzten Abschnitt zum Schallbecher. Dieser lange gleichbleibende Querschnitt macht den Klang hell und direkt und trennt die Posaune vom Euphonium, das denselben Tonumfang abdeckt, wegen seiner weiten konischen Mensur aber deutlich weicher klingt.

MerkmalPosaune
FamilieBlechblasinstrument, Tenor- bis Basslage
TonerzeugungLippenschwingung im Kesselmundstück
Tonhöhenwechselausziehbarer Zug in sieben Positionen
Übliche StimmungB (Tenorposaune), Altposaune in Es
NotationBassschlüssel, klingend, hohe Lagen im Tenorschlüssel
Rohrverlaufüberwiegend zylindrisch, Becher konisch
Rohrlänge (Tenor in B)rund 270 Zentimeter
WerkstoffGelbmessing, Goldmessing oder Neusilber

Wie funktionieren die sieben Zugpositionen der Posaune?

Jede Zugposition verlängert das Rohr so weit, dass der Ton um einen Halbton sinkt. Die erste Position ist der geschlossene Zug, die siebte der ganz ausgefahrene. Zwischen beiden liegen sechs Halbtöne, also ein Tritonus, und rund 56 Zentimeter Zugweg.

Die Positionen liegen dabei nicht gleich weit auseinander. Ein Halbton verlangt immer denselben Anteil zusätzlicher Rohrlänge, rund sechs Prozent, und dieser Anteil wird in Zentimetern umso größer, je länger das Rohr bereits ist. Zwischen der ersten und der zweiten Position liegen deshalb rund acht Zentimeter, zwischen der sechsten und der siebten rund elf.

Ton Position tiefer um Halbtöne B 1 0 A 2 1 As 3 2 G 4 3 Ges 5 4 F 6 5 E 7 6 Zug geschlossen Zug ganz ausgefahren, rund 56 Zentimeter
Die Tonnamen gelten für den zweiten Naturton der Tenorposaune in B. Der Abstand zwischen zwei Positionen wächst nach außen, weil ein Halbton immer denselben Anteil der schon vorhandenen Rohrlänge verlangt.

Die Posaune kennt keine Griffe, nur Entfernungen. Ein Ventil rastet die Tonhöhe mechanisch ein, der Zug tut das nicht. Der Posaunist steuert jede Position über das Gehör und über die Armstellung und korrigiert eine zu hohe oder zu tiefe Stelle noch im laufenden Ton, indem er den Zug wenige Millimeter verschiebt. Ein geübter Posaunensatz stimmt deshalb reiner als ein Satz Ventilinstrumente, ein Anfänger dagegen länger schief.

Warum spielt nur die Posaune ein echtes Glissando?

Ein echtes Glissando entsteht, wenn die Tonhöhe ohne Zwischenstufen gleitet. Genau das leistet der Zug, denn er verlängert das Rohr stufenlos. Ventile schalten dagegen feste Rohrschleifen zu und springen deshalb von Halbton zu Halbton. Ein Ventilbläser kann ein Glissando nur andeuten, indem er den Ton mit der Lippenspannung zieht.

Das Posaunenglissando hat trotzdem eine Grenze. Es reicht höchstens über den Tritonus zwischen erster und siebter Position, denn sobald die Melodie in den nächsten Naturton springen müsste, bricht das Gleiten ab. Komponisten schreiben Glissandi deshalb in Strecken, die in eine Naturtonlage passen.

Welche Bauformen der Posaune gibt es?

  • Tenorposaune steht in B und ist die verbreitetste Form. Sie hat nur den Zug und kein Ventil.
  • Tenorbassposaune trägt zusätzlich ein Quartventil, das die Luft durch eine weitere Rohrschleife führt und das Instrument von B nach F senkt.
  • Bassposaune hat dieselbe Grundlänge wie die Tenorposaune, aber eine weitere Bohrung und einen größeren Schallbecher. Sie trägt meist zwei Ventile.
  • Altposaune steht in Es, klingt heller und spielt vor allem die erste Posaunenstimme in Werken der Klassik.

Das Quartventil erfüllt zwei Aufgaben. Es führt die Posaune tiefer: Ohne Ventil endet die Zugreihe beim großen E, mit gedrücktem Ventil reicht sie bis zum großen C hinunter. Und es verkürzt Wege, weil Töne aus der sechsten und siebten Position mit Ventil in eine kurze Position rücken und sich dort sauber binden lassen. Den Rest der Lücke bis zum Grundton schließt die Bassposaune mit ihrem zweiten Ventil.

Wie wird die Posaune notiert?

Die Posaune wird im Bassschlüssel notiert und klingt genau so, wie sie dort steht. Sie ist damit nicht transponierend, obwohl die Tenorposaune in B gebaut ist. Der Grund liegt in der Spielweise: Ein Posaunist greift nicht, er misst Entfernungen, und deshalb braucht er keine einheitliche Griffschrift, wie sie die Trompete mit ihren vielen Stimmungen verlangt.

Hohe Stellen wandern in den Tenorschlüssel. Eine Ausnahme bilden die britischen Brass Bands: Dort steht die Tenorposaunenstimme im Violinschlüssel und klingt eine große None tiefer als notiert.

Wie schwer ist Posaune lernen?

Posaune lernen fordert Ansatz und Treffsicherheit zugleich. Der Ansatz entsteht wie bei jedem Blechblasinstrument aus der Lippenspannung, das Treffen dagegen ist eine Besonderheit der Posaune: Keine Raste hält die Position fest, über die Intonation entscheidet von der ersten Stunde an das Gehör.

Die Armlänge begrenzt den Einstieg. Die sechste und siebte Position liegen so weit außen, dass jüngere Kinder sie nicht erreichen. Instrumentenbauer lösen das mit einem Zuggriff, der den Hebel verlängert, oder mit einem Quartventil, das die weit außen liegenden Töne in kurze Positionen holt.

Welche Musik prägt die Posaune?

Im Orchester setzte sich die Posaune spät durch. Sie gehörte über Jahrhunderte in die Kirchenmusik und in die Turmmusik der Stadtpfeifer, bevor Ludwig van Beethoven sie 1808 in das Finale seiner fünften Sinfonie holte. Wolfgang Amadeus Mozart schrieb im Tuba mirum seines Requiems ein ausgedehntes Solo für Tenorposaune, das bis heute zu den bekanntesten Stellen des Instruments zählt. Für Musik aus dieser Zeit greifen historisch informierte Ensembles zur Barockposaune, die enger gebaut ist und einen kleineren Schallbecher trägt.

Im Jazz trug die Posaune zunächst die Gegenstimme des New-Orleans-Ensembles, oft mit Glissandi und mit dem Plunger vor dem Becher, und die Bigbands der Swingzeit besetzten ganze Posaunensätze. J. J. Johnson übertrug in den 1940er Jahren die schnelle Melodik des Bebop auf den Zug und zeigte damit, dass das Instrument dieselbe Beweglichkeit erreicht wie eine Trompete.

Häufige Fragen zur Posaune

Wie viele Zugpositionen hat die Posaune?

Die Posaune hat sieben Zugpositionen. Die erste ist der geschlossene Zug, jede weitere senkt den Ton um einen Halbton, die siebte liegt einen Tritonus tiefer als die erste. Die Abstände zwischen den Positionen wachsen nach außen, weil ein Halbton immer denselben Anteil der bereits vorhandenen Rohrlänge verlangt.

Ist die Posaune ein transponierendes Instrument?

Die Posaune ist in der üblichen Notation nicht transponierend. Sie klingt so, wie sie im Bassschlüssel notiert steht, obwohl die Tenorposaune in B gebaut ist. Nur in britischen Brass Bands steht ihre Stimme transponierend im Violinschlüssel und klingt eine große None tiefer als notiert.

Wozu dient das Quartventil an der Posaune?

Das Quartventil senkt die Posaune von B nach F. Es erweitert den Umfang nach unten, denn ohne Ventil endet die Zugreihe beim großen E, mit Ventil reicht sie bis zum großen C. Außerdem holt es Töne aus der sechsten und siebten Position in kurze Positionen, was schnelle Läufe und gebundene Stellen erleichtert.

Warum kann die Posaune ein Glissando spielen?

Die Posaune kann ein Glissando spielen, weil ihr Zug die Rohrlänge stufenlos verändert. Ventile schalten dagegen feste Rohrschleifen zu und springen deshalb von Halbton zu Halbton. Ein Posaunenglissando reicht höchstens über einen Tritonus, also über die volle Strecke von der ersten bis zur siebten Position.

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