Klavier

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Zusammenfassung

Das Klavier ist ein Tasteninstrument mit Hammermechanik: Ein filzbezogener Hammer schlägt gegen gespannte Stahlsaiten und fällt sofort zurück, sodass die Saite frei ausschwingt. Weil der Hammer die Geschwindigkeit des Anschlags an die Saite weitergibt, bestimmt der Finger die Lautstärke jedes einzelnen Tons. Bartolomeo Cristofori baute das erste Instrument dieser Bauart um 1700 in Florenz. Ein heutiges Klavier hat 88 Tasten und zwei bis drei Pedale.

Das Klavier ist ein Tasteninstrument mit Hammermechanik: Wer eine Taste drückt, wirft einen filzbezogenen Hammer gegen gespannte Stahlsaiten. Der Hammer fällt sofort zurück, die Saite schwingt frei weiter, und ein hölzerner Resonanzboden verstärkt den Ton. Weil der Hammer die Geschwindigkeit des Anschlags an die Saite weitergibt, entscheidet der Finger über die Lautstärke jedes einzelnen Tons. Genau das steckt im älteren Namen Pianoforte, also leise und laut.

Wie erzeugt ein Klavier seinen Ton?

Ein Klavier erzeugt den Ton, indem ein Hammer die Saite anschlägt und im selben Moment zurückspringt. Bliebe er an der Saite liegen, würde er sie sofort abdämpfen. Lässt der Spieler die Taste los, legt sich ein Filzdämpfer auf die Saite und beendet den Ton.

Beim Cembalo zupft dagegen ein Kiel die Saite, weshalb der Anschlag die Lautstärke kaum beeinflusst. Beim Clavichord bleibt eine Metalltangente an der Saite stehen, was den Ton sehr leise macht, dem Finger dafür aber ein Vibrato erlaubt. Nur das Klavier verbindet einen tragfähigen Ton mit einer Lautstärke, die der Spieler von Anschlag zu Anschlag frei wählt.

Wie klingt ein Klavier?

Ein Klavier klingt vom leisen Einzelton bis zum vollgriffigen Akkord, und der Weg dazwischen liegt in der Anschlagsgeschwindigkeit. Ein härterer Anschlag macht den Ton nicht nur lauter, sondern auch obertonreicher und damit heller.

Wie weit eine einzelne Klavierstimme trägt, zeigt River Flows in You des Pianisten Yiruma:

Wie ist ein Klavier aufgebaut?

Ein Klavier besteht aus Holzgehäuse, Resonanzboden, Stimmstock und einer gusseisernen Platte, die den Zug der Saiten aufnimmt. Dieser Zug summiert sich auf mehrere Tonnen, wofür Holz allein nicht ausreicht. Die Saiten bestehen aus Stahldraht, die tiefen tragen eine Umspinnung aus Kupfer, damit sie bei kurzer Länge tief klingen.

Die meisten Töne haben zwei oder drei gleich gestimmte Saiten, den sogenannten Chor. Zwischen Taste und Hammer liegt eine Hebelmechanik, die den Hammer kurz vor der Saite freigibt; verstellt sie sich, ändert das den Anschlag spürbar.

Wozu dienen die Pedale am Klavier?

Das rechte Pedal hebt alle Dämpfer von den Saiten ab, sodass angeschlagene Töne weiterklingen und die übrigen Saiten mitschwingen. Es heißt Fortepedal und wird am häufigsten benutzt.

Das linke Pedal macht den Klang leiser, je nach Bauart auf verschiedene Weise: Beim Flügel verschiebt es die Mechanik seitlich, sodass die Hämmer eine Saite des Chores weniger treffen, beim aufrecht stehenden Klavier rückt es die Hämmer näher an die Saiten heran. Ein drittes Pedal in der Mitte schiebt an vielen Klavieren als Moderator einen Filzstreifen zwischen Hämmer und Saiten.

Woher stammt das Klavier?

Bartolomeo Cristofori baute das erste Klavier um 1700 in Florenz, wo er die Instrumentensammlung der Medici betreute. Er nannte es gravicembalo col piano e forte, also Cembalo mit leise und laut, und benannte damit die Eigenschaft, die es vom Cembalo unterschied. Drei seiner Instrumente sind erhalten.

Im Lauf des 18. Jahrhunderts löste das Hammerklavier das Cembalo als führendes Tasteninstrument ab, weil Komponisten die neue Abstufung von leise nach laut nutzten. Der Name führt über die Klaviatur auf das lateinische clavis für Taste zurück und meinte bis ins 19. Jahrhundert noch jedes besaitete Tasteninstrument.

Häufige Fragen zum Klavier

Wie viele Tasten hat ein Klavier?

Ein modernes Klavier hat 88 Tasten, davon 52 weiße und 36 schwarze. Der Umfang reicht damit über gut sieben Oktaven vom Subkontra-A bis zum fünfgestrichenen c. Cristoforis Instrumente kamen noch mit etwa viereinhalb Oktaven aus.

Was ist der Unterschied zwischen Klavier und Flügel?

Klavier und Flügel unterscheiden sich in der Lage der Saiten und damit in der Mechanik. Beim Klavier stehen Saiten und Rahmen senkrecht, beim Flügel liegen sie waagerecht. Weil der Hammer im Flügel durch sein eigenes Gewicht zurückfällt, wiederholt er einen Ton schneller.

Warum heißt das Klavier auch Pianoforte?

Pianoforte heißt das Klavier, weil es als erstes besaitetes Tasteninstrument leise und laut spielen konnte. Der Name geht auf Cristoforis Bezeichnung gravicembalo col piano e forte zurück. Im Englischen blieb davon piano übrig, im Deutschen setzte sich Klavier durch.

Was unterscheidet ein Klavier von einem E-Piano?

Ein Klavier erzeugt seinen Ton mechanisch mit Hammer und Saite, ein E-Piano elektronisch aus gespeicherten Klängen. Daraus folgt der Rest: Das E-Piano bleibt gestimmt, lässt sich über Kopfhörer lautlos spielen und wiegt einen Bruchteil. Worauf es bei der Wahl ankommt, steht im Vergleich E-Piano oder Klavier.

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Für den Einstieg reicht meist ein E-Piano mit gewichteter Tastatur und nachgebildeter Hammermechanik, ein akustisches Klavier ist keine Voraussetzung. Wichtig sind volle 88 Tasten, damit kein Stück an fehlenden Tasten scheitert, sowie Anschlagdynamik, damit ein härterer Anschlag lauter klingt. Dazu gehören eine höhenverstellbare Klavierbank und bei einem E-Piano Kopfhörer für ungestörtes Üben. Der häufigste Kauffehler ist ein zu kleines oder ungewichtetes Keyboard, das den späteren Umstieg auf ein vollwertiges Instrument erschwert.

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Für ein Kind gilt am Klavier dieselbe Tastenbreite wie für einen Erwachsenen, ein eigenes Kindermodell mit schmaleren Tasten gibt es nicht. Passend gemacht wird der Einstieg über eine höhenverstellbare Klavierbank und, sobald der Unterricht beginnt, über die volle Tastenzahl von 88 Tasten statt eines kleinen Keyboards. Eine gewichtete Tastatur mit Anschlagdynamik baut von Anfang an die richtige Anschlagstechnik auf, wichtig vor allem beim späteren Umstieg auf ein akustisches Klavier. Ein Kopfhörerausgang am E-Piano hält das Üben in der Wohnung leise, während ein akustisches Klavier immer in voller Lautstärke klingt.

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