Das Cello ist das zweittiefste Streichinstrument der Violinfamilie und trägt eigentlich den Namen Violoncello. Es hat vier Saiten, die in Quinten auf C, G, d und a gestimmt sind, und klingt damit eine Oktave tiefer als die Bratsche. Wer Cello spielt, sitzt dabei und hält den Korpus zwischen den Knien, während ein ausziehbarer Stachel das Instrument auf dem Boden abstützt.
Wie klingt ein Cello?
Das Cello deckt den Bereich ab, den viele als der menschlichen Stimme am nächsten empfinden: einen dunklen, tragenden Bass auf der tiefen C-Saite und einen singenden Tenor auf der hohen a-Saite. Seinen Ton erzeugt die schwingende Saite, der große Korpus verstärkt ihn. Der Korpus misst bei einem ausgewachsenen Instrument rund 75 Zentimeter und damit etwa das Doppelte einer Geige.
Rein rechnerisch müsste der Korpus für diese Stimmung sogar noch größer ausfallen. Die Instrumentenbauer haben ihn bewusst kleiner gehalten, weil ein größeres Gehäuse nicht mehr bequem spielbar wäre. Dieselbe Abwägung findet sich bei der Bratsche.
Wie ein Cello klingt, zeigt dieses Klangbeispiel:
Wie ist ein Cello aufgebaut?
Ein Cello besteht aus einem taillierten Holzkorpus mit gewölbter Decke und gewölbtem Boden, verbunden durch die Zargen. Die Decke trägt zwei f-förmige Schalllöcher. Im Inneren stützt der Stimmstock die Decke und überträgt die Schwingungen auf den Boden.
Die vier Saiten laufen vom Saitenhalter über den Steg und das Griffbrett bis zu den Wirbeln im Wirbelkasten. Das Griffbrett hat keine Bünde: Wer greift, bestimmt die Tonhöhe allein über die Position des Fingers, und genau das macht saubere Intonation zur zentralen Übeaufgabe.
Der Stachel am unteren Ende ist jünger als das Instrument selbst. Bis ins 19. Jahrhundert klemmten Cellisten das Instrument zwischen den Waden ein. Erst danach setzte sich der ausziehbare Stachel durch, der das Gewicht auf den Boden abgibt und eine entspanntere Haltung erlaubt.
Wie spielt man Cello?
Die rechte Hand führt den Bogen über die Saiten, die linke greift auf dem Griffbrett. Der Bogen besteht aus einer Holzstange, traditionell aus Fernambuk, und einem Bezug aus Rosshaar, den Kolophonium griffig macht.
Neben dem Streichen gehört das Zupfen zum Standardrepertoire. Diese Technik heißt Pizzicato, und die Noten schreiben sie ausdrücklich vor. In der ältesten Spielpraxis wurde überwiegend gezupft; durchgesetzt hat sich der Bogen.
Wie schwer ist Cello lernen?
Cello lernen gilt als anspruchsvoll, weil das bundlose Griffbrett jeden Ton selbst finden lässt und die Bogenführung eine eigene Koordination verlangt. Beide Fähigkeiten müssen von Anfang an parallel wachsen.
Für Kinder gibt es das Cello in kleineren Größen von 1/8 bis 3/4, sodass ein Einstieg schon im Grundschulalter möglich ist. Die volle Größe heißt 4/4. Welche Größe passt, entscheidet die Armlänge, nicht das Alter.
Welche Werke prägen das Cello?
Den Kern des Solorepertoires bilden die sechs Suiten für Violoncello solo von Johann Sebastian Bach. Unter den Konzerten ragen das Cellokonzert h-Moll von Antonín Dvořák und das Cellokonzert e-Moll von Edward Elgar heraus. Das bekannteste kurze Stück ist Der Schwan aus dem Karneval der Tiere von Camille Saint-Saëns.
Zu den Cellisten, die das Instrument im 20. Jahrhundert geprägt haben, zählen Pablo Casals, der Bachs Suiten wieder ins Konzertleben holte, sowie Mstislaw Rostropowitsch, Jacqueline du Pré und Yo-Yo Ma.




