Ching

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Bild: Monika Wisniewska / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Ching (thailändisch ฉิ่ง) sind ein Paar kleine, dickwandige Beckenpaare aus Bronze, die in der klassischen Musik Thailands sowie in verwandter Form in der Musik Kambodschas verwendet werden. Anders als flache Handbecken sind die beiden Ching-Teile napf- bzw. schalenförmig gegossen und über eine Schnur miteinander verbunden.

Ching (thailändisch ฉิ่ง) sind ein Paar kleine, dickwandige Beckenpaare aus Bronze, die in der klassischen Musik Thailands sowie in verwandter Form in der Musik Kambodschas verwendet werden. Anders als flache Handbecken sind die beiden Ching-Teile napf- bzw. schalenförmig gegossen und über eine Schnur miteinander verbunden. Ching zählen zu den wichtigsten zeitgebenden Instrumenten im thailändischen Piphat-Ensemble: Ihr charakteristisches "Ching-Chap"-Muster aus offenen und gedämpften Schlägen gliedert den Rhythmus und gibt dem gesamten Ensemble seinen Grundpuls vor. Sie sind damit weniger ein melodisches als ein zentrales rhythmisches Leitinstrument der thailändischen Klassik. Der Name ist lautmalerisch und ahmt den hellen, klingelnden Ton nach, den die Becken im offenen Anschlag erzeugen.

Wie klingen die Ching?

Der Klang der Ching ist hell, kurz und metallisch. Werden die beiden Becken locker gegeneinander angeschlagen und sofort wieder auseinandergeführt, erklingt ein offener, klingelnder Ton ("Ching"); werden sie dagegen zusammengehalten und gedämpft, entsteht ein kurzer, trockener Klick-Laut ("Chap"). Aus dem Wechsel dieser beiden Klangfarben entsteht das charakteristische Zeitraster, das dem Instrument seinen Namen gegeben hat. Der Klang ist sehr präzise und durchdringend und bleibt auch in einem lauten Ensemble aus Xylophonen, Kesselgongs und Kegeloboen gut hörbar.

Woraus bestehen die Ching?

Ein Ching-Paar besteht aus zwei kleinen, dickwandigen Becken aus einer Bronzelegierung mit hohem Zinnanteil, wie sie auch für Gongs verwendet wird. Anders als flache Orchesterbecken sind sie napfartig gewölbt und nur wenige Zentimeter im Durchmesser groß. In der Mitte jedes Bogens befindet sich eine kleine Bohrung, durch die eine Schnur gefädelt ist, welche beide Becken miteinander verbindet und dem Spieler als Halt dient. Durch die dicke, massive Gussform schwingen die Becken beim Anschlagen vergleichsweise lange nach, was den hellen, klingelnden Ton der offenen Spielweise ermöglicht. Wie bei vielen Gongschmieden Südostasiens wird die Legierung traditionell in Handarbeit gegossen und anschließend durch Feilen und Schaben in Form und Klang fein abgestimmt, bis die beiden Becken exakt aufeinander abgestimmt sind.

Wie spielt man die Ching?

Die Ching werden mit je einem Becken in jeder Hand gehalten, verbunden durch die Schnur, an der beide Teile hängen. Zum Spielen schlägt man die Ränder der beiden Becken senkrecht gegeneinander: Lässt man sie nach dem Anschlag sofort wieder auseinanderschwingen, entsteht der offene "Ching"-Klang; presst man sie dagegen nach dem Anschlag zusammen und dämpft die Schwingung, entsteht der kurze, gedämpfte "Chap"-Klang.

Der regelmäßige Wechsel dieser beiden Klänge bildet das metrische Grundgerüst (Natab), an dem sich alle übrigen Instrumente des Ensembles orientieren, vergleichbar mit der Funktion eines Metronoms, jedoch mit musikalischer Ausdruckskraft. Erfahrene Spieler variieren Tempo und Betonung, um unterschiedliche Formteile eines Stücks oder Begleitmuster für Tanz und Gesang zu markieren.

Das Ching wird nahezu nie solistisch, sondern stets im Ensemblezusammenhang gespielt und erfordert vor allem ein sehr präzises Rhythmusgefühl. Da das Ching das metrische Fundament des gesamten Ensembles bildet, übernehmen im Piphat-Unterricht häufig fortgeschrittene Schülerinnen und Schüler diesen Part zuerst, bevor sie zu melodischen Instrumenten wie dem Xylophon Ranat Ek wechseln.

Typische Musikstile mit den Ching

Das Ching ist fester Bestandteil des thailändischen Piphat-Ensembles, das unter anderem die klassischen Tanzdramen Khon und Lakhon sowie zeremonielle und rituelle Musik begleitet. In Kambodscha existieren mit dem Pinpeat-Ensemble vergleichbare Formationen, in denen ähnliche kleine Beckenpaare eine vergleichbare zeitgebende Funktion übernehmen. Auch in thailändischer Volksmusik und in Ensembles für klassischen Tanz ist das Ching als taktgebendes Element kaum wegzudenken. Zum vollständigen Piphat-Ensemble gehören neben dem Ching typischerweise die Holzxylophone Ranat Ek und Ranat Thum, die Buckelgongkreise Khong Wong Yai und Khong Wong Lek, die Kegeloboe Pi sowie die Fasstrommel Taphon, die gemeinsam ein charakteristisches, geschichtetes Klanggewebe erzeugen.

Bekannte Lieder mit den Ching

Da das Ching in erster Linie ein rhythmisches Begleitinstrument innerhalb des Ensembles ist, tritt es kaum in Form einzelner, ihm gewidmeter Musikstücke in Erscheinung. Bekannt ist sein charakteristisches Klangmuster stattdessen aus zahllosen Aufführungen des klassischen thailändischen Piphat-Repertoires, etwa zur Begleitung der Tanzdramen Khon und Lakhon, sowie aus Aufnahmen thailändischer und kambodschanischer Ensembles, die im Rahmen von Tempelfesten und höfischen Zeremonien auftreten. In der Notation klassischer thailändischer Stücke wird das Ching-Muster oft als eigene rhythmische Grundstruktur (Naa Thap) mitgeführt, an der sich Tempo und Charakter eines Stücks ablesen lassen.

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