Daiko ist die stimmhafte japanische Lautung des Wortes für Trommel und erscheint ausschließlich als zweiter Bestandteil zusammengesetzter Namen, etwa in Odaiko, Shime-daiko oder Wadaiko. Allein stehend heißt dasselbe Schriftzeichenpaar 太鼓 taiko, und beide Formen bezeichnen dieselbe Trommelfamilie: bauchige, meist fellbespannte Membranophone aus Japan. Innerhalb dieser Familie unterscheiden sich die Bauformen deutlich in Größe, Bauweise und Stimmbarkeit. Dieser Artikel ordnet die wichtigsten Daiko-Typen ein; die aus ihnen entstandene Ensemble-Kunstform Kumi-Daiko und ihre Geschichte behandelt der Artikel zu Taiko.
Was bedeutet der Begriff Daiko?
Daiko und taiko sind dieselbe Lesung desselben Schriftzeichenpaares 太鼓, nur mit unterschiedlicher Aussprache des ersten Lautes. Im Japanischen wird am Anfang des zweiten Bestandteils eines zusammengesetzten Wortes häufig ein stimmloser Laut stimmhaft, aus t wird d. Dieses Muster heißt Rendaku und erklärt, warum das Wort für sich allein taiko lautet, in Zusammensetzungen aber zu daiko wird: odaiko (o, groß, und daiko), shime-daiko (shime, spannen, und daiko), nagado-daiko (naga, lang, dou, Korpus, und daiko) oder wadaiko (wa, japanisch, und daiko). Wer nach Daiko sucht, sucht damit fast immer nach einer dieser zusammengesetzten Bauformen oder nach der Trommelfamilie insgesamt.
Welche Bauformen tragen den Namen Daiko?
Vier Bauformen kommen in Kumi-Daiko-Ensembles und im traditionellen Einsatz am häufigsten vor.
- Nagado-daiko: Die fassförmige Trommel mit dem im Verhältnis zum Durchmesser längsten Korpus, traditionell aus einem einzigen ausgehöhlten Holzstamm gefertigt. Sie trägt in den meisten Ensembles die Grundrhythmen.
- Odaiko: Kein fester Größentyp, sondern innerhalb eines Ensembles jeweils die größte Trommel. Ist sie besonders groß, misst ihr Fell häufig 60 bis 90 Zentimeter und mehr im Durchmesser und lässt sich nicht mehr von einer einzelnen Person tragen.
- Shime-daiko: Die kleinste und flachste der Bauformen, mit Seilen oder Schrauben über einen Metallring gespannt statt genagelt. Diese Spannung macht sie als einzige Bauform während des Spiels nachstimmbar.
- Okedo-daiko: Der Korpus besteht aus Dauben wie bei einem Bottich (oke), nicht aus einem massiven Stamm, und wiegt deshalb deutlich weniger als eine gleich große Nagado-daiko. Ein Trageriemen erlaubt das Spiel im Stehen oder im Gehen.
| Merkmal | Nagado-daiko | Odaiko | Shime-daiko | Okedo-daiko |
|---|---|---|---|---|
| Korpus | ausgehöhlter Holzstamm, fassförmig | wie Nagado-daiko, nur größer | flacher, kurzer Korpus | Dauben, Bottich-Bauweise |
| Fellbefestigung | genagelt (Byou), fest | genagelt (Byou), fest | Seile oder Schrauben, stimmbar | Seile, teils mit Trageriemen |
| Typische Größe | ca. 30 bis 60 cm Felldurchmesser | größte Trommel im Ensemble, oft 60 bis 90 cm und mehr | ca. 25 bis 40 cm Felldurchmesser | ca. 35 bis 90 cm Felldurchmesser |
| Rolle im Ensemble | Grundrhythmus | Akzent, oft nur eine Trommel pro Ensemble | Grundpuls, Taktgeber | tragbar, Spiel im Stehen oder Gehen |
Ist eine Daiko stimmbar?
Eine Daiko ist nur dann stimmbar, wenn ihr Fell über Seile oder Schrauben gespannt ist, wie bei der Shime-daiko. Bei dieser Bauart liegt das Fell über einem Metallring, und mit zunehmender Spannung steigt die Tonhöhe, sodass sich die Trommel vor dem Spiel auf einen Ton einstellen lässt. Nagado-daiko, Odaiko und die meisten Okedo-daiko tragen ihr Fell dagegen genagelt: Die Spannung wird einmalig beim Bespannen festgelegt und danach nicht mehr verändert. Diese Bauart heißt Byou-uchi, nach den sichtbaren Nägeln (Byou) am Rand des Korpus.
Wie unterscheidet sich die Daiko von anderen japanischen Instrumenten?
Die Daiko zählt zu den Membranophonen: Ihr Ton entsteht durch ein gespanntes Fell, das der Bachi genannte Holzschlägel in Schwingung versetzt. Damit unterscheidet sie sich von Saiteninstrumenten wie der Shamisen, deren Ton aus angeschlagenen Saiten kommt, von Zupfinstrumenten wie der Koto, deren Saiten über bewegliche Stege laufen, und von Blasinstrumenten wie der Shakuhachi, die ihren Ton an einer Kante im Luftstrom erzeugt. Alle vier Instrumente stammen aus Japan, gehören aber jeweils zu einer anderen Familie nach der Art der Tonerzeugung.
Was unterscheidet Daiko von Taiko?
Daiko und Taiko bezeichnen dieselbe Trommel, nur in unterschiedlicher Lautung: Taiko ist die Form für das Wort allein, Daiko die Form als zweiter Wortbestandteil. Die aus dieser Trommelfamilie entstandene moderne Ensemble-Kunstform, bei der mehrere Spieler unterschiedlich große Daiko-Trommeln gleichzeitig spielen, heißt Kumi-Daiko und entstand im 20. Jahrhundert. Ihre Geschichte und die einzelnen Rollen im Ensemble beschreibt der Artikel zu Taiko.
Häufige Fragen zu Daiko
Was bedeutet Daiko auf Deutsch?
Daiko bedeutet Trommel und ist die stimmhafte Lautung des Schriftzeichenpaares 太鼓, das für sich allein taiko gelesen wird. Die Form daiko erscheint nur als zweiter Bestandteil zusammengesetzter Namen wie Odaiko, Shime-daiko oder Wadaiko.
Wodurch unterscheiden sich Daiko und Taiko?
Daiko und Taiko bezeichnen dieselbe Trommel und denselben Instrumententyp, sie unterscheiden sich nur in der Aussprache: Taiko ist die Lesung für das Wort allein, Daiko die Lesung als Ende einer Wortzusammensetzung. Die aus dieser Trommelfamilie entstandene Ensemble-Kunstform Kumi-Daiko beschreibt der Artikel zu Taiko.
Welche Daiko-Bauform ist stimmbar?
Von den gängigen Daiko-Bauformen ist nur die Shime-daiko stimmbar, weil ihr Fell über Seile oder Schrauben gespannt ist statt genagelt. Straffere Spannung erhöht die Tonhöhe. Nagado-daiko, Odaiko und die meisten Okedo-daiko tragen ein genageltes Fell, dessen Spannung nach dem Bespannen feststeht.
Welche Daiko-Trommel ist die größte?
Odaiko heißt innerhalb eines Ensembles jeweils die größte Trommel, unabhängig von einer festen Maßangabe. In großen Ensembles misst ihr Fell häufig 60 bis 90 Zentimeter und mehr im Durchmesser, wodurch sie nicht mehr von einer einzelnen Person getragen werden kann.




