Djembe

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Bild: Talita Santana Campos / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Die Djembe ist eine westafrikanische Handtrommel aus der Mande-Region: Mali, Guinea, die Elfenbeinküste und Burkina Faso. Ihr becherförmiger Korpus entsteht aus einem einzigen Stück Hartholz, die obere Öffnung trägt ein einzelnes, unbehandeltes Ziegenfell. Traditionell fertigten Angehörige der Numu, einer westafrikanischen Schmiedekaste, die Trommel. Je nach Anschlagstelle und Handhaltung erzeugt die Djembe einen von drei Grundklängen: Bass, Ton und Slap.

Die Djembe ist eine westafrikanische Handtrommel aus der Mande-Region: Mali, Guinea, die Elfenbeinküste und Burkina Faso. Ein Schnitzer arbeitet den becherförmigen Korpus aus einem einzigen Stück Hartholz, meist Lenke, und bespannt die obere Öffnung einseitig mit rohem Ziegenfell. Ein Seil hält das Fell unter Spannung und verbindet es über ein Kreuzgeflecht mit dem unteren Rand des Korpus. Wer die Djembe mit den bloßen Händen anschlägt, erzeugt je nach Anschlagstelle und Handhaltung einen von drei Grundklängen: Bass, Ton und Slap.

3Grundklänge: Bass, Ton, Slap
1Stück Holz als Korpus
60 cmübliche Höhe
4Länder der Mande-Region

Wie ist die Djembe aufgebaut?

Der Korpus der Djembe entsteht aus einem einzigen Baumstamm, den ein Schnitzer von innen aushöhlt, bis eine becherförmige Wand mit gleichmäßiger Stärke übrig bleibt. Traditionell greifen Handwerker dafür zu Lenke, einem Hartholz, das in der Mande-Region wächst und als bevorzugtes Material für Trommelkorpusse gilt. Auf die obere Öffnung spannt sich ein einzelnes, unbehandeltes Ziegenfell. Ein Seil aus Kunstfaser, heute meist vier bis sechs Millimeter stark, verläuft in einem Geflecht aus senkrechten und waagerechten Zügen zwischen einem Ring über dem Fell und einem zweiten Ring am unteren Rand des Korpus. Zieht ein Spieler die waagerechten Züge enger, steigt die Fellspannung und mit ihr die Tonhöhe von Ton und Slap.

MerkmalDjembe
FamilieMembranophon, einfellige Handtrommel
Korpusein Stück Hartholz, meist Lenke, becherförmig ausgehöhlt
Fellunbehandeltes Ziegenfell
SpannungSeil aus Kunstfaser, 4 bis 6 mm, im Kreuzgeflecht
Höheetwa 58 bis 63 cm
Felldurchmesseretwa 30 bis 38 cm
UrsprungsregionMande-Region: Mali, Guinea, Elfenbeinküste, Burkina Faso

Die kubanische Conga unterscheidet sich davon deutlich: Ihr Korpus ist fassförmig statt becherförmig, und das Instrument entstand erst im 19. und frühen 20. Jahrhundert in Kuba aus westafrikanischen und zentralafrikanischen Trommeltraditionen, die versklavte Menschen dorthin brachten. Die Djembe dagegen entstand und blieb in Westafrika selbst.

Welche drei Grundklänge erzeugt die Djembe?

Die Djembe erzeugt Bass, Ton und Slap allein durch die Stelle und die Form der Hand beim Anschlag, ohne dass sich am Instrument etwas verändert. Der Bass entsteht, wenn die flache Hand mit geschlossenen Fingern nahe der Mitte des Fells auftrifft; sein Frequenzbereich liegt bei etwa 65 bis 80 Hertz. Der Ton entsteht am Rand des Fells, wenn flache, geschlossene Finger dort auftreffen; er liegt zwischen etwa 300 und 420 Hertz. Der Slap entsteht ebenfalls am Rand, aber mit gespreizten Fingern und einem schnellenden Schlag; er liegt zwischen etwa 700 und 1000 Hertz und trägt hörbare Obertöne bis über 4000 Hertz.

Der Bass der Djembe hängt nicht von der Fellspannung ab. Der Korpus wirkt akustisch als Helmholtz-Resonator: Seine Form und sein Volumen legen die Bassfrequenz fest, unabhängig davon, wie fest das Fell gespannt ist. Ton und Slap dagegen werden höher, wenn die Fellspannung steigt.

Bass 65 bis 80 Hz, Mitte Ton 300 bis 420 Hz, Rand, Finger geschlossen Slap 700 bis 1000 Hz, Rand, Finger gespreizt Alle drei Klänge entstehen auf einem einzigen Fell allein durch Anschlagstelle und Handhaltung.
Bass entsteht in der Mitte des Fells, Ton und Slap am Rand mit unterschiedlicher Handhaltung.

Wie hält und spielt man die Djembe?

Ein Spieler hält die Djembe zwischen den Knien und kippt sie leicht nach vorn, sodass das Fell schräg nach oben zeigt und der Schall unter dem Korpus entweichen kann. Beim Stehen oder Gehen übernimmt ein Trageriemen dieses Gewicht, etwa bei Prozessionen und Straßenumzügen. Beide Hände treffen direkt auf das Fell, ein Schlägel kommt nicht zum Einsatz. Rechte und linke Hand wechseln sich meist in kurzen, sich wiederholenden Mustern ab, die mehrere Djemben im Ensemble ineinandergreifen lassen, häufig zusammen mit den tieferen, mit einem Stock gespielten Trommeln der Dunun-Familie.

Woher stammt die Djembe?

Die Djembe stammt aus der Mande-Kulturregion Westafrikas, die sich über die heutigen Staaten Mali, Guinea, Elfenbeinküste und Burkina Faso erstreckt. Historisch verbindet sie sich mit dem Mali-Reich, das um 1230 entstand und zeitweise einen Großteil Westafrikas umfasste. Schriftliche Quellen zur genauen Entstehungszeit der Trommel fehlen; die Fachliteratur geht von einem Alter im Bereich mehrerer Jahrhunderte aus, ohne ein festes Datum zu nennen.

Traditionell bauten Angehörige der Numu, einer Schmiedekaste innerhalb der Mande-Gesellschaften, die Djembe. Sie fällten das Holz, höhlten den Korpus mit eigenen Eisenwerkzeugen aus und genossen als Handwerker, die Metall bearbeiten konnten, besonderes Ansehen. Die Wanderungen dieser Schmiede gelten als ein Grund dafür, dass sich die Djembe über weite Teile Westafrikas verbreitete. Anders als beim Balafon, das in vielen Mande-Gesellschaften an die erbliche Kaste der Griots gebunden ist, gibt es für das Spielen der Djembe keine solche Einschränkung nach Abstammung.

Was bedeutet der Name Djembe?

Der Name der Trommel wechselt von Region zu Region: Malinke-Sprecher in Guinea sprechen von dyembe, in Mali ist jenbe gebräuchlich, der englische Sprachraum schreibt jembe, im Deutschen hat sich Djembe beziehungsweise Djembé durchgesetzt. Zur Bedeutung des Wortes kursieren mehrere Überlieferungen, von denen sich keine historisch sicher belegen lässt. Am weitesten verbreitet ist die Rückführung auf den Bambara-Ausruf Anke djé, anke bé, sinngemäß alle versammelt euch in Frieden; daneben stehen weitere Deutungen aus mündlicher Überlieferung, die andere Wortbestandteile heranziehen. Da schriftliche Quellen zur frühen Sprachgeschichte der Region fehlen, bleibt die tatsächliche Herkunft des Wortes offen.

Wie wurde die Djembe im 20. Jahrhundert weltweit bekannt?

Der Choreograf Fodéba Keïta gründete 1952 in Paris die Tanzcompagnie Les Ballets Africains, die traditionelle westafrikanische Tänze und Trommelmusik auf die Bühne brachte und in den folgenden Jahren durch Europa und in die USA tourte. Nach der Unabhängigkeit Guineas 1958 erklärte Staatspräsident Sékou Touré die Compagnie zum ersten Nationalballett des Landes und finanzierte weitere Auslandstourneen bis zu seinem Tod 1984. Über diese Bühne kam die Djembe erstmals einem Publikum außerhalb Westafrikas vor Augen und Ohren. Der malische Trommler Papa Ladji Camara, in den 1950er-Jahren Mitglied der Compagnie, ließ sich in den USA nieder und unterrichtete dort ab den 1960er-Jahren Djembe-Spiel. Nach Sékou Tourés Tod 1984 verließen weitere Meistertrommler Guinea und bauten im Ausland eigene Unterrichtsangebote auf, darunter Mamady Keïta in Belgien und den USA sowie Famoudou Konaté in Deutschland. Ihre Kurse und Workshops machten die Djembe seit den 1980er-Jahren zu einem festen Bestandteil westlicher Trommelschulen.

Häufige Fragen zur Djembe

Was ist eine Djembe?

Die Djembe ist eine westafrikanische Handtrommel mit einem becherförmigen Korpus aus einem Stück Hartholz und einem einzelnen, einseitig aufgespannten Ziegenfell. Sie stammt aus der Mande-Region, zu der die heutigen Staaten Mali, Guinea, Elfenbeinküste und Burkina Faso gehören. Gespielt wird sie ausschließlich mit den bloßen Händen, ohne Schlägel.

Welche drei Grundklänge hat die Djembe?

Die Djembe erzeugt Bass, Ton und Slap. Der Bass entsteht mit der flachen Hand nahe der Mitte des Fells bei etwa 65 bis 80 Hertz, der Ton mit flachen, geschlossenen Fingern am Rand bei etwa 300 bis 420 Hertz, und der Slap mit gespreizten Fingern ebenfalls am Rand bei etwa 700 bis 1000 Hertz. Anschlagstelle und Handhaltung entscheiden über den Klang, nicht ein Wechsel des Instruments.

Woraus besteht der Korpus der Djembe?

Der Korpus der Djembe besteht aus einem einzigen Stück Hartholz, das ein Schnitzer becherförmig aushöhlt; traditionell verwenden Handwerker dafür bevorzugt Lenke-Holz aus der Mande-Region. Ein Seil aus Kunstfaser spannt das Ziegenfell über die obere Öffnung und hält es in einem Kreuzgeflecht bis zum unteren Rand des Korpus.

Woher kommt die Djembe ursprünglich?

Die Djembe kommt ursprünglich aus der Mande-Kulturregion Westafrikas, verbunden mit dem historischen Mali-Reich. Traditionell bauten Angehörige der Numu, einer Schmiedekaste, die Trommel; ihre Wanderungen trugen zur Verbreitung der Djembe über weite Teile Westafrikas bei. Ein genaues Entstehungsjahr ist nicht belegt, da schriftliche Quellen aus dieser Zeit und Region fehlen.

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