Ganza

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Bild: F de Jesus / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Die Ganza (auch Ganzá geschrieben) ist ein brasilianisches Rhythmusinstrument aus der Familie der Rasseln (Idiophone). Sie besteht aus einer zylindrischen Röhre aus Metall, Holz oder Kunststoff, die mit Samenkörnern, kleinen Metallkugeln oder Kunststoffperlen gefüllt ist. Geschüttelt erzeugt sie ein charakteristisches, durchgehendes Rauschen, das in der brasilianischen Musik, vor allem im Samba, als rhythmisches Grundgerüst dient.

Die Ganza (auch Ganzá geschrieben) ist ein brasilianisches Rhythmusinstrument aus der Familie der Rasseln (Idiophone). Sie besteht aus einer zylindrischen Röhre aus Metall, Holz oder Kunststoff, die mit Samenkörnern, kleinen Metallkugeln oder Kunststoffperlen gefüllt ist. Geschüttelt erzeugt sie ein charakteristisches, durchgehendes Rauschen, das in der brasilianischen Musik, vor allem im Samba, als rhythmisches Grundgerüst dient. Die Ganza wird meist mit beiden Händen gehalten und in einer festen, sich wiederholenden Bewegung geschüttelt. Sie ist ein zentrales Instrument der Bateria, der Perkussionsgruppe der Sambaschulen, und wird oft im Zusammenspiel mit Trommeln wie der Surdo oder der Caixa gespielt.

Wie klingt die Ganza?

Der Klang der Ganza ist ein helles, durchgehendes Rauschen oder Rasseln, das entsteht, wenn die Füllung, je nach Bauart Samenkörner, Metallkügelchen oder kleine Kunststoffperlen, bei jeder Schüttelbewegung gegen die Innenwand der Röhre schlägt. Anders als bei Trommeln gibt es keinen einzelnen perkussiven Schlag, sondern einen kontinuierlichen, texturierten Klangteppich, dessen Lautstärke und Dichte sich über die Schüttelintensität steuern lässt. Im dichten Bateria-Klangbild vieler gleichzeitig gespielter Ganzas entsteht ein charakteristisches, treibendes Sausen, das dem Samba seinen typischen Drive gibt.

Woraus besteht die Ganza?

Eine Ganza besteht aus einer geschlossenen zylindrischen Röhre, traditionell aus Blech oder Aluminium, heute häufig auch aus Kunststoff. Im Inneren befinden sich lose Füllmaterialien wie kleine Samenkörner, Sand, Kunststoffperlen oder winzige Metallkugeln, die beim Schütteln gegen die Wände der Röhre prallen und so den Klang erzeugen. Manche Bauformen bestehen aus mehreren kürzeren, nebeneinander gebündelten Röhren statt einer einzelnen langen, dadurch lässt sich der Klang variieren. Ganzas gibt es in unterschiedlichen Längen und Durchmessern; größere, schwerere Modelle klingen tiefer und voller, kleinere heller und trockener. Eng verwandt und oft nahezu gleichbedeutend verwendet ist der Begriff Chocalho, der je nach Region entweder für dieselbe Bauart oder für eine etwas kürzere, oft mit mehreren Metallscheiben bestückte Variante steht. Manche Bateria-Sektionen setzen zusätzlich unterschiedlich gestimmte Ganza-Größen gleichzeitig ein, um dem Gesamtklang mehr Tiefe und Textur zu verleihen.

Wie spielt man die Ganza?

Die Ganza wird meist mit beiden Händen waagerecht gehalten und in einer gleichmäßigen Vor- und Zurückbewegung geschüttelt. Im Samba spielt man häufig im Sechzehntel-Puls, wobei die Bewegung eng mit dem Grundrhythmus der Bateria synchronisiert wird.

Durch Variation von Schüttelamplitude und -geschwindigkeit lässt sich die Lautstärke und Dichte des Klangs steuern: Kurze, schnelle Bewegungen erzeugen ein dichtes, durchgehendes Rauschen, während weiter ausholende Bewegungen einzelne Akzente hörbar machen.

In größeren Ensembles spielen mehrere Ganza-Musiker synchron denselben Rhythmus, wodurch die Ganza-Sektion einen tragenden, gleichmäßigen Klangteppich unter die übrigen Perkussionsinstrumente legt. Erfahrene Spieler setzen zudem kurze Akzente oder Pausen ein, um Breaks und Übergänge im Arrangement zu markieren, was bei großen Umzügen wichtige Signalfunktion für den Rest der Bateria haben kann.

Weil die Ganza kein Melodieinstrument ist, liegt der Schwerpunkt beim Spielen ganz auf Timing, Ausdauer und der Fähigkeit, über lange Zeiträume einen absolut stabilen Puls zu halten, oft über mehrere Stunden bei einem Samba-Umzug.

Typische Musikstile mit der Ganza

Die Ganza ist untrennbar mit dem brasilianischen Samba verbunden, insbesondere mit der Bateria der Sambaschulen, die bei den großen Umzügen des Karnevals in Rio de Janeiro und anderen Städten auftreten. Dort bildet eine ganze Sektion von Ganza-Spielern gemeinsam mit Tamborims, Surdos und Repiniques das rhythmische Rückgrat des Umzugs.

Auch außerhalb des Karnevals ist die Ganza fester Bestandteil vieler brasilianischer Musikstile wie Samba-Reggae, Axé und moderner MPB-Produktionen (Música Popular Brasileira). International wird sie zudem in der Latin- und Weltmusikszene eingesetzt, wenn ein authentischer brasilianischer Percussion-Klang gefragt ist. In der Roda de Samba, dem informellen, im Kreis gespielten Samba-Musizieren auf der Straße oder in Bars, gehört die Ganza neben Tamburin und Pandeiro zu den am häufigsten mitgebrachten Instrumenten, weil sie leicht zu transportieren ist und sofort mitspielbar ist.

Bekannte Lieder mit der Ganza

1. Die Sambaschulen Rio de Janeiros wie Mangueira, Portela oder Beija-Flor setzen bei ihren Karnevalsumzügen große Ganza-Sektionen ein, deren gleichmäßiges Rauschen den Grundpuls der gesamten Bateria trägt.

2. "Mas Que Nada" von Jorge Ben Jor (1963), einer der international bekanntesten brasilianischen Songs, basiert auf einem dichten Samba-Percussion-Fundament, zu dem klassischerweise auch die Ganza gehört.

3. In Aufnahmen und Live-Auftritten der Gruppe Olodum, die den Samba-Reggae aus Salvador da Bahia bekannt machte, ist die Ganza neben Trommeln wie der Surdo fester Bestandteil des dichten Percussion-Klangbilds.

4. Auch zeitgenössische MPB-Produktionen greifen gelegentlich auf die Ganza zurück, um dezente, texturierte Percussion-Ebenen unter Gesang und Gitarre zu legen.

5. Weltweit inspirierte der Bateria-Sound der brasilianischen Sambaschulen, Ganza inklusive, zahlreiche Percussion-Ensembles außerhalb Brasiliens, die den Karnevalsrhythmus in eigenen Formationen nachspielen, etwa bei Karnevalsumzügen und Sambafestivals in Europa und Japan, wo lokale Sambaschulen die Bateria-Tradition Rios in eigenen Vereinen weiterführen.

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