Das Tamburin, in Deutschland auch Schellentrommel genannt, ist ein Idiophon-Membranophon-Mischinstrument: eine Rahmentrommel mit paarweise angeordneten Metallschellen im Rahmen. Sein Ursprung liegt nicht, wie oft behauptet, in Katalonien, sondern im Alten Orient: Bereits im dritten Jahrtausend vor Christus waren tamburinähnliche Rahmentrommeln in Mesopotamien und im alten Ägypten in Gebrauch, von wo aus sie sich über den Mittelmeerraum und den Nahen Osten, dort unter dem Namen "Riq" bekannt, bis nach Europa verbreiteten. Katalonien und weitere südeuropäische Regionen sind bis heute Hochburgen des Tamburins in der Volksmusik, aber eben nicht sein Ursprungsort.
Wie klingt das Tamburin?
Das Tamburin erzeugt einen hellen, klaren und perkussiven Klang, der sich aus zwei Komponenten zusammensetzt: dem eigentlichen, eher dumpfen Trommelschlag auf das Fell und dem hellen Rasseln der paarweise angeordneten Metallschellen. Je nach Spieltechnik, Schlagen, Schütteln oder eine Kombination aus beidem, lässt sich der Klang von perkussiv-akzentuiert bis zu einem durchgehenden Schellen-Rauschen variieren, was das Tamburin für ein sehr breites Spektrum an Musikstilen einsetzbar macht.
Woraus besteht das Tamburin?
Das Tamburin ist nach dem Prinzip einer Rahmentrommel aufgebaut: Ein Ring aus Holz oder Metall ist einseitig mit einem Fell oder einer Kunststoffmembran bespannt. In den Rahmen sind paarweise gewölbte Metallplättchen (Schellen) eingelassen, die bei Bewegung oder Schlag aufeinanderschlagen und so zusätzlich zum Trommelton das charakteristische helle Rasseln erzeugen. Manche Ausführungen besitzen zusätzlich einen Griff; das oft ebenfalls als "Tamburin" bezeichnete reine Schellenkranz-Instrument ohne Fell ist dagegen strenggenommen ein eigenständiges Instrument.
Wie spielt man das Tamburin?
Am häufigsten wird das Tamburin mit einer Hand gehalten und mit der anderen geschlagen oder geschüttelt. Je nachdem, ob auf den Rahmen, das Fell oder direkt auf die Schellen geschlagen wird, entstehen unterschiedliche Klangfarben; auch der Anschlagwinkel beeinflusst den Klang. In Tanzmusik wird das Tamburin gelegentlich auch an Arme oder Beine geschlagen, während es im Jazz- und Rock-Kontext mitunter auf einem Ständer montiert und per Fußpedal bedient wird, um ein Schlagzeug zu ergänzen.
Typische Musikstile mit dem Tamburin
Das Tamburin ist in einer außergewöhnlichen Bandbreite an Musikstilen zu Hause: von der Volksmusik Süd- und Osteuropas sowie des Nahen Ostens (dort als Riq) über den klassischen Orchesterapparat bis zu Pop, Rock und Jazz, wo es meist als rhythmisches Begleitinstrument eingesetzt wird.
Bekannte Lieder mit dem Tamburin
1. "Wipe Out" von The Surfaris (1963): Ein Instrumental-Klassiker der Surf-Rock-Ära, in dem das Tamburin den treibenden Rhythmus mitprägt. 2. "Hey Ya!" von OutKast (2003): Das Tamburin gehört zu den prägenden rhythmischen Elementen dieses Welthits. 3. "Sympathy for the Devil" von The Rolling Stones (1968): Das Tamburin ist fester Bestandteil des perkussiven Samba-Grooves dieses Klassikers. 4. "The Boys Are Back in Town" von Thin Lizzy (1976): Das Tamburin unterstreicht den treibenden Rock-Rhythmus des Songs. 5. "Walk This Way" von Aerosmith (1975): Auch hier trägt das Tamburin zum markanten Groove des Songs bei.




