Timbales

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Redaktion
Zwei flache Metallkessel auf einem gemeinsamen Ständer, daneben eine Cowbell und ein Becken. Bild: KI generiert.
Zwei flache Metallkessel auf einem gemeinsamen Ständer, daneben eine Cowbell und ein Becken. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Timbales sind ein Paar flacher Metallkessel auf einem Ständer, die der Spieler mit dünnen Holzstöcken anschlägt. Jeder Kessel trägt nur ein Fell und ist nach unten offen, deshalb klingt das Instrument laut, kurz und schneidend. Am selben Ständer sitzen meist eine oder zwei Cowbells und ein Becken. Timbales stammen aus der kubanischen Tanzmusik und leiten sich von der Orchesterpauke ab.

Timbales sind ein Paar flacher Metallkessel auf einem Ständer, die der Spieler im Stehen mit dünnen Holzstöcken anschlägt. Jeder Kessel trägt nur ein Fell und ist nach unten offen, was den Ton laut, kurz und schneidend macht. Am selben Ständer sitzen meist eine oder zwei Cowbells und ein Becken. Timbales stammen aus der kubanischen Tanzmusik und gehen auf die Orchesterpauke zurück, die dort im 19. Jahrhundert gespielt wurde.

13 und 14Zoll Durchmesser
1Fell je Kessel
MetallKesselwerkstoff
KubaHerkunft

Was sind Timbales?

Timbales sind zwei einfellige Kesseltrommeln aus Metall, die nebeneinander auf einem gemeinsamen Ständer montiert sind. Die kleinere heißt Macho und klingt höher, die größere heißt Hembra und klingt tiefer. Anders als bei fast allen anderen Trommeln zählt beim Timbal nicht nur das Fell zur Spielfläche, sondern auch der Spannreifen und die blanke Kesselwand.

Der flache Kessel und das fehlende Resonanzfell sind der Grund für den Klang. Die Luftsäule im Kessel ist zu kurz, um den Ton zu tragen, und nach unten kann der Schall ungehindert entweichen. Übrig bleibt ein sehr direkter, obertonreicher Schlag, der sich in einem lauten Tanzorchester ohne Verstärkung durchsetzt. In Kuba heißen die Trommeln deshalb auch Pailas, nach dem metallenen Kessel.

MerkmalTimbales
FamilieFellklinger, Paar aus zwei flachen Kesseltrommeln
TonerzeugungAnschlag auf Fell, Spannreifen und Kesselwand
KesselMetall, meist Stahl, Messing oder Kupfer, flach und unten offen
Fellenur ein Schlagfell je Trommel, kein Resonanzfell
Durchmessermeist 13 und 14 Zoll
TrommelnMacho, klein und hoch, sowie Hembra, groß und tief
Schlägeldünne Holzstöcke ohne Kopf, spanisch Baquetas
Zubehör am Ständereine oder zwei Cowbells, dazu ein Becken
Spielhaltungstehend am Ständer, seltener sitzend
HerkunftKuba, abgeleitet von der Orchesterpauke

Wie sind Timbales aufgebaut?

Der Ständer trägt beide Kessel in Hüfthöhe und darüber die Cowbells und das Becken. Damit hat der Spieler fünf verschiedene Klangquellen in Reichweite, ohne einen Schritt zu tun. Die Trommelgrößen liegen üblicherweise bei 13 Zoll für den Macho und 14 Zoll für die Hembra.

Cowbell Becken Macho, rund 13 Zoll Hembra, rund 14 Zoll 1 2 3 1 Fellmitte: voller, offener Ton 2 Rand mit Spannreifen: Rimshot, laut und schneidend 3 Kesselseite: Cáscara, trockenes Klacken auf blankem Metall
Die drei Schlagflächen eines Timbals. Der Wechsel zwischen ihnen ersetzt beim Timbal das, was am Schlagzeug verschiedene Trommeln leisten.

Die Felle sitzen auf einem Spannreifen und werden über Stimmschrauben nachgezogen. Eine bestimmte Tonhöhe legen sie nicht fest, wohl aber den Abstand zwischen Macho und Hembra. Gespielt wird mit Baquetas, dünnen Holzstöcken ohne verdickten Kopf: Ein Stick mit Kopf würde auf dem blanken Metall der Kesselwand nicht das kurze Klacken erzeugen, auf das es ankommt.

Was ist die Cáscara bei den Timbales?

Die Cáscara ist der Schlag auf die blanke Kesselwand und das Erkennungsmerkmal der Timbales. Das spanische Wort bedeutet Schale und benennt zugleich die Schlagfläche und das Muster, das dort gespielt wird. Der Stock trifft kein Fell, sondern Metall, und erzeugt ein trockenes, sehr kurzes Klacken ohne Nachklang.

Weil dieser Ton so kurz ist, bleibt er auch bei schnellen Folgen einzeln hörbar. Der Timbalero spielt darauf ein durchlaufendes Muster, das den Puls hält, während er mit der anderen Hand Akzente auf Fell und Reifen setzt. Ein zweites festes Element ist der Abanico: ein Rimshot mit anschließendem kurzen Wirbel, der einen neuen Formteil ankündigt.

Beim Timbal entscheidet die Schlagfläche über den Klang, nicht die Trommel. Fellmitte, Spannreifen und Kesselwand klingen so unterschiedlich, dass zwei Trommeln genügen. Am Schlagzeug braucht es für eine vergleichbare Bandbreite mehrere Trommeln unterschiedlicher Größe.

Wie spielt man Timbales?

Der Timbalero steht am Ständer und hält beide Stöcke im lockeren Griff, ohne Wechsel der Haltung. Die eine Hand bleibt überwiegend auf der Kesselwand und hält das Grundmuster, die andere wechselt zwischen den Fellen, den Cowbells und dem Becken. Zusätzlich dämpft er ein Fell gelegentlich mit dem Handballen, um einen kurzen, gestopften Ton zu erhalten.

Die Cowbell übernimmt in schnellen Formteilen den Puls. Sie ist aus Blech gefaltet und geschweißt, klingt ohne bestimmte Tonhöhe und gehört zur Familie der Kuhglocke. Das Becken markiert die Übergänge. Weil alles am selben Ständer sitzt, wechselt der Spieler ohne Pause zwischen den Klangquellen.

Woher stammen die Timbales?

Timbales stammen aus Kuba und leiten sich von der europäischen Pauke ab. Die städtischen Tanzorchester Kubas übernahmen im 19. Jahrhundert die Besetzung europäischer Orchester und mit ihr die Pauken. Diese Kessel sind schwer, groß und aufwendig zu stimmen.

Als sich um die Jahrhundertwende kleinere, bewegliche Tanzbesetzungen durchsetzten, traten an die Stelle der Pauken flache Metallkessel auf einem Ständer, die ein einzelner Spieler transportieren und im Stehen bedienen konnte. Dabei ging die bestimmte Tonhöhe verloren, und der Anschlag verlagerte sich vom weichen Paukenschlägel auf dünne Holzstöcke. Aus dem Orchesterinstrument wurde ein Tanzinstrument.

Welche Musik prägt die Timbales?

Im Danzón, im Mambo und im Cha-cha-chá bestimmen die Timbales den Ablauf: Sie kündigen die Formteile an und treiben die schnellen Abschnitte. In der Salsa gehören sie neben der Conga zur Standardbesetzung der Perkussion, wobei die Conga den Grundrhythmus trägt und die Timbales die Akzente und Übergänge setzen.

Der bekannteste Timbalero ist Tito Puente, der das Instrument ab den 1950er Jahren in New York nach vorn an den Bühnenrand stellte und es damit vom Begleitinstrument zum Soloinstrument machte.

Häufige Fragen zu Timbales

Was ist die Cáscara bei Timbales?

Die Cáscara ist der Schlag auf die blanke Metallwand des Timbal-Kessels und das dort gespielte Grundmuster. Spanisch bedeutet Cáscara Schale. Der Stock trifft kein Fell, sondern Metall, und erzeugt ein trockenes Klacken ohne Nachklang, das auch in schnellen Folgen einzeln hörbar bleibt. Der Timbalero hält damit den Puls, während die andere Hand Akzente auf den Fellen setzt.

Womit spielt man Timbales?

Timbales werden mit Baquetas gespielt, dünnen Holzstöcken ohne verdickten Kopf. Sie sind leichter als Schlagzeugsticks und übertragen den Schlag hart genug, um auf der Kesselwand ein kurzes Klacken zu erzeugen. Mit der freien Hand dämpft der Spieler zusätzlich das Fell. Weiche Paukenschlägel sind ungeeignet, weil sie die Kesselwand nicht zum Ansprechen bringen.

Was ist der Unterschied zwischen Timbales und Pauken?

Timbales haben flache Metallkessel ohne Resonanzfell, klingen ohne bestimmte Tonhöhe und werden mit dünnen Holzstöcken angeschlagen. Die Pauke hat einen tiefen, halbkugelförmigen Kupferkessel, erzeugt eine klar bestimmbare Tonhöhe und wird mit filzbezogenen Schlägeln gespielt. Ihre Tonhöhe lässt sich über ein Fußpedal während des Spiels verändern, was bei Timbales nicht vorgesehen ist.

Warum gehören Cowbell und Becken zu den Timbales?

Cowbell und Becken sitzen am selben Ständer, weil ein einziger Spieler damit die gesamte Perkussionsstimme abdeckt. Die Cowbell liefert einen lauten, tonlosen Puls für die schnellen Formteile, das Becken markiert Übergänge, die Trommeln tragen Muster und Akzente. Ohne diese Ergänzung müsste der Timbalero zwischen mehreren Instrumenten wechseln und dabei den Rhythmus unterbrechen.

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