Die Pauke ist eine Kesseltrommel mit stimmbarer Tonhöhe und gehört damit zu den Membranophonen. Anders als fast alle anderen Trommeln gibt sie einen bestimmten Ton her, den der Paukist vor und während des Spiels einstellt. Im Orchester steht sie meist als Satz von zwei bis vier Instrumenten vor einem einzigen Spieler. Der italienische Name lautet Timpani, die ausführliche deutsche Bezeichnung Kesselpauke.
Wie klingt eine Pauke?
Die Pauke klingt tief, voll und mit klar hörbarer Tonhöhe. Genau das trennt sie von der Basstrommel und der Kleinen Trommel, die keinen bestimmten Ton ergeben, sondern Wucht und Rhythmus liefern. Wie weich oder scharf der Ton ausfällt, entscheidet der Spieler über die Wahl des Schlägels und über die Stelle, an der er das Fell trifft. Nahe am Rand klingt die Pauke heller und obertonreicher, mitten auf dem Fell dumpf und kurz.
Wie eine Pauke klingt, zeigt dieses Klangbeispiel:
Wie ist eine Pauke aufgebaut?
Eine Pauke besteht aus einem halbkugelförmigen Kessel, über dessen weite Öffnung ein einzelnes Fell gespannt ist. Den Kessel treiben Instrumentenbauer traditionell aus Kupfer, günstigere Instrumente bestehen aus Aluminium oder Fiberglas. Holz kommt hier nicht zum Einsatz.
Das Fell bestand früher aus Kalbshaut. Heute setzen die meisten Orchester Kunststofffelle ein, weil diese auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit weniger empfindlich reagieren und ihre Stimmung besser halten. Ein Spannreifen presst das Fell auf den Kesselrand, mehrere Schrauben verteilen den Zug gleichmäßig über den Umfang.
Der Kesseldurchmesser entscheidet, welchen Tonbereich eine Pauke abdeckt: Je größer der Kessel, desto tiefer der Bereich. Ein Orchester stellt deshalb mehrere Größen nebeneinander.
Wie stimmt man eine Pauke?
Der Paukist stimmt über die Fellspannung: Mehr Zug ergibt einen höheren Ton, weniger Zug einen tieferen. Bei der älteren Schraubenpauke dreht er dafür die einzelnen Schrauben am Kesselrand nach. Das geht zwischen zwei Sätzen, nicht aber mitten im Spiel.
Die heute im Orchester übliche Pedalpauke koppelt alle Schrauben an ein Fußpedal. Ein Tritt genügt, die Hände bleiben frei, und der Spieler wechselt die Stimmung mitten im Stück oder lässt einen Ton gleiten.
Wie spielt man Pauke?
Der Paukist schlägt das Fell mit zwei Schlägeln an und steht oder sitzt hinter dem Instrument. Die Köpfe der Schlägel tragen je nach gewünschtem Klang einen Bezug aus Filz oder Leder, für harte Akzente auch blankes Holz. Am vollsten spricht das Fell etwa ein Drittel des Radius vom Rand entfernt an, nicht in der Mitte.
Neben Einzelschlägen gehört der Wirbel zur Grundtechnik: Beide Hände wechseln so schnell ab, dass ein durchgehender Klang entsteht. Soll ein Ton nicht nachklingen, legt der Spieler eine Hand aufs Fell und dämpft es ab.
Woher stammt die Pauke?
Die Pauke kam aus dem Vorderen Orient nach Europa. Über die arabische und die osmanische Welt gelangten große Kesseltrommeln im Spätmittelalter zur Reiterei und an die Fürstenhöfe, wo Pauken und Trompeten gemeinsam auftraten. Aus diesem Paar wurde im Barock ein fester Teil des Orchesters, und Bach und Händel schreiben die Pauken fast immer zusammen mit den Trompeten.
Seit der Wiener Klassik führt die Pauke auch eigene Linien. Beethoven gibt ihr im zweiten Satz seiner neunten Sinfonie eine Stelle, die bis heute zu den bekanntesten Paukensoli der Orchesterliteratur zählt.




