Die Triangel ist ein Schlaginstrument aus einem zum Dreieck gebogenen Stahlstab, der an einer Ecke offen bleibt. Der Name geht auf das lateinische Triangulum zurück, das Dreieck bedeutet. Ein Manuskript aus dem 10. Jahrhundert erwähnt das Instrument erstmals schriftlich, seither ist die Triangel vor allem in Europa verbreitet. Sie zählt zu den Aufschlagidiophonen: Der Klang entsteht allein aus der Schwingung des Metalls, ein gespanntes Fell wie bei einer Trommel braucht sie dafür nicht.
Wie ist die Triangel aufgebaut?
Ein runder Stahlstab wird zu einem gleichseitigen Dreieck gebogen, das an einer Ecke offen bleibt; nur diese Öffnung lässt das Metall frei schwingen und sorgt für den hellen, obertonreichen Klang. Am oberen Winkel hält eine dünne Schnur die Triangel an einem Ständer oder in der freien Hand, ohne die Schwingung zu bremsen. Im Mittelalter war die Triangel dagegen meist geschlossen und trug am unteren Schenkel mehrere lose Metallringe, die beim Anschlag mitklirrten. Die moderne, offene Bauform ohne Ringe setzte sich erst in den folgenden Jahrhunderten durch.
Welche Größen hat die Triangel?
Die Größe einer Triangel richtet sich nach ihrem Einsatzort: Sinfonieorchester setzen große, tief und voll klingende Modelle ein, Schulen und Musikgruppen kleinere und heller klingende.
| Bauform | Schenkellänge | Stabdurchmesser | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Konzerttriangel | 14 bis 30 cm | 7 bis 16 mm | Sinfonieorchester |
| Schul- und Einsteigertriangel | 10 bis 20 cm | 7 bis 10 mm | Musikschule, Kindergarten, Bandprojekt |
Mit der Schenkellänge wächst auch der Durchmesser des Stahlstabs: Große Konzerttriangeln bauen dicker, damit sie in der vollen Orchesterbesetzung hörbar bleiben. Kleinere Modelle bleiben dünner und damit heller im Klang.
Wie spielt man die Triangel?
Ein Schlägel aus Stahl trifft für einen lauten Anschlag den unteren, waagerechten Schenkel der Triangel. Für einen leisen Anschlag setzt der Spieler stattdessen im oberen Drittel des rechten Schenkels an, wo weniger Metall mitschwingt. Einen Wirbel erzeugt der Schlägel, indem er im oberen inneren Winkel schnell zwischen den beiden dort zusammenlaufenden Schenkeln hin- und herschlägt.
Die Triangel klingt nur, solange sie frei hängt oder locker in der Hand liegt. Drückt der Spieler das Metall fest, dämpft er die Schwingung sofort und der Ton bricht ab.
Wie klingt eine Triangel?
Das Staatsorchester Stuttgart stellt die Triangel in seiner Reihe Musiker und ihre Instrumente vor, mit einer Hörprobe des Anschlags und des Wirbels:
Seit wann gibt es die Triangel?
Ein Manuskript aus dem 10. Jahrhundert erwähnt die Triangel erstmals schriftlich, feste bildliche Darstellungen folgen ab dem späten 14. Jahrhundert, etwa in der Soester Wiesenkirche. Michael Praetorius bildet das Instrument 1619 in seinem Syntagma musicum ab, Marin Mersenne beschreibt es 1636 in Harmonie universelle ausführlich. Die mittelalterliche Triangel war meist geschlossen und trug lose Klirrringe am unteren Schenkel, die heute übliche offene Form ohne Ringe entwickelte sich erst in den folgenden Jahrhunderten.
In welchen bekannten Werken spielt die Triangel mit?
Christoph Willibald Gluck setzt die Triangel 1779 in seiner Oper Iphigénie en Tauride ein, Wolfgang Amadeus Mozart 1782 in Die Entführung aus dem Serail. Joseph Haydn lässt sie 1794 in seiner Symphonie Nr. 100 zusammen mit Basstrommel und Becken spielen, ein Klangbild, das dem Werk seinen Beinamen Militärsinfonie einbrachte. Ludwig van Beethoven greift dieselbe Kombination 1824 im vierten Satz seiner neunten Sinfonie auf. Franz Liszt schreibt der Triangel in seinem ersten Klavierkonzert einen kurzen Soloauftritt im dritten Satz, Johannes Brahms setzt sie in seiner vierten Sinfonie und in den Haydn-Variationen ein.
Was unterscheidet die Triangel von anderen Schlaginstrumenten?
Die Triangel gehört zu den Idiophonen: Das Metall selbst erzeugt den Klang, ohne Fell und ohne Saite. Damit unterscheidet sie sich von Membranophonen wie der Basstrommel oder der Pauke, deren gespanntes Fell erst durch den Schlag zum Schwingen kommt. Weil ihr heller, durchdringender Ton auch im vollen Orchester hörbar bleibt, gilt sie als Diskant der Schlaginstrumente.
Wo wird die Triangel außerhalb des Orchesters gespielt?
Im brasilianischen Forró gehört die Triangel neben Akkordeon und Zabumba-Trommel zur festen Standardbesetzung und trägt dort den durchgehenden Rhythmus. Auf Mauritius ist sie fester Bestandteil der Sega-Musik, im Gottesdienst der koptischen Kirche begleitet sie liturgische Hymnen.




