Das Balafon ist ein westafrikanisches Stabspiel und gehört damit zu den Idiophonen. Eine Reihe abgestufter Holzstäbe liegt auf einem Rahmen aus Holz oder Bambus, und unter jedem einzelnen Stab hängt eine ausgehöhlte Kalebasse als Resonator. Die Spieler schlagen die Stäbe mit zwei Schlägeln an. Verbreitet ist das Balafon vor allem bei den Mande-Völkern in Mali, Guinea und Burkina Faso, wo es seit Jahrhunderten zur Musik der Griots gehört.
Wie klingt ein Balafon?
Das Balafon klingt warm, hölzern und perkussiv, dazu kommt ein deutliches Schnarren. Dieses Schnarren stammt von dünnen Membranen, die kleine Löcher in den Kalebassen verschließen und bei jedem Anschlag mitschwingen. Musiker in Westafrika suchen diesen Beiklang bewusst, weil er dem Ton mehr Textur gibt und ihn weiter trägt.
Ohne das Schnarren käme der Klang dem eines Xylophons nahe. Mit ihm klingt das Balafon eigenständig und lässt sich schon nach wenigen Tönen erkennen. Sanfte, ruhige Muster liegen dem Instrument dabei ebenso wie schnelle, treibende Rhythmen.
So klingt ein Balafon:
Wie ist ein Balafon aufgebaut?
Ein Balafon trägt eine Reihe von Holzstäben, die von einem Ende zum anderen kürzer werden: Lange, dicke Stäbe klingen tief, kurze hoch. Der Instrumentenbauer stimmt jeden Stab, indem er ihn auf Länge bringt und die Unterseite abschabt. Danach steht die Tonhöhe fest, ein Pedal oder eine andere Verstellmöglichkeit besitzt das Instrument nicht.
Unter jedem Stab hängt eine eigene Kalebasse, deren Größe zur Tonhöhe genau dieses Stabes passt. In ihre Wand schneidet der Bauer kleine Löcher und verschließt sie mit einer hauchdünnen Membran. Traditionell dient dafür Spinnenseide, heute greifen viele Bauer zu Zigarettenpapier oder dünner Folie.
Wie spielt man Balafon?
Der Spieler nimmt in jede Hand einen Schlägel und trifft damit die Stäbe. Die Schlägel tragen Köpfe aus Gummi oder hartem Holz. Ein lockeres Handgelenk hält die Anschläge gleichmäßig, denn die Lautstärke hängt an der Kraft des Schlags, die Tonhöhe dagegen allein an dem Stab, den der Schlägel trifft.
Das Instrument steht dabei auf einem Gestell oder liegt direkt auf dem Boden. Traditionell spielen mehrere Balafon zusammen, jedes in einer anderen Stimmlage, und ihre Muster greifen ineinander. Ein einzelner Spieler übernimmt beide Rollen selbst: Eine Hand hält ein tragendes Grundmuster, die andere setzt Verzierungen darüber.
Woher stammt das Balafon?
Das Balafon stammt aus Westafrika und ist dort das Instrument der Griots, die sich in den Mande-Sprachen Jelis nennen. Griots gehören erblichen Musikerfamilien an und tragen Lobgesänge, Familiengeschichten und historische Erzählungen vor, begleitet vom Balafon, bei Hochzeiten, Namensgebungen und anderen Festen.
Verwandte Stabspiele gibt es in weiten Teilen Afrikas. Im südlichen und östlichen Afrika trägt ein Instrument dieser Bauart den Namen Malimba, in Uganda spielen Musiker die Amadinda. Seit einigen Jahrzehnten taucht das Balafon auch in Afrobeat, Jazz und World Music auf.
Häufige Fragen zum Balafon
Mit wie vielen Schlägeln spielt man Balafon?
Balafon spielt man mit zwei Schlägeln, einem in jeder Hand. Die Köpfe bestehen aus Gummi oder hartem Holz. Wer geübt ist, verteilt die Aufgaben auf beide Hände: Die eine hält ein Grundmuster, die andere legt Verzierungen darüber.
Warum schnarrt das Balafon?
Das Balafon schnarrt, weil in den Kalebassen unter den Stäben kleine Löcher sitzen, die eine hauchdünne Membran verschließt. Jeder Anschlag versetzt die Luft in der Kalebasse und mit ihr die Membran in Schwingung, und diese Membran erzeugt das rasselnde Nebengeräusch. Der Effekt ist gewollt: Er gibt dem Ton Textur und Reichweite.
Woraus besteht ein Balafon?
Ein Balafon besteht aus Holzstäben, einem Rahmen aus Holz oder Bambus und getrockneten Kalebassen als Resonatoren. Kalebassen sind die harten, ausgehöhlten Fruchtschalen des Flaschenkürbisses. Metall kommt beim traditionellen Bau nicht vor.
Was unterscheidet Balafon und Xylophon?
Beim Balafon hängt unter jedem Holzstab eine eigene Kalebasse, deren Membran den Ton schnarren lässt. Das Xylophon im Orchester nutzt dagegen Röhren aus Metall als Resonatoren und klingt dadurch klar und ohne Beiklang. Beide zählen zur selben Familie der Stabspiele.




