Dhol

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Bild: SyedAliAshraf / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Der Dhol ist eine doppelfellige Fasstrommel aus dem Punjab, die an einem Riemen um Hals oder Schulter hängt und im Stehen oder Gehen gespielt wird. Zwei Schlägel unterschiedlicher Stärke schlagen auf die beiden Felle: der dicke Dagga auf die tiefe Bassseite, der dünne Tilli auf die helle Gegenseite. Als Rhythmusinstrument des Bhangra treibt er Hochzeitszüge und Erntefeste im Punjab an und ist heute auch in Bollywood-Filmmusik und in der südasiatischen Diaspora zu hören. Vom kleineren, meist im Sitzen gespielten Dholak unterscheidet er sich durch Größe, Haltung und die beiden Schlägel.

Der Dhol ist eine doppelfellige Fasstrommel aus dem Punjab, der Region im Nordwesten des indischen Subkontinents. Ein Riemen aus Baumwollgewebe trägt das Instrument um Hals oder Schulter, sodass der Spieler es im Stehen oder Gehen bedient. Zwei Schlägel unterschiedlicher Stärke schlagen auf die beiden Felle: der dicke Dagga auf die tiefe Bassseite, der dünne Tilli auf die helle Gegenseite. Als Rhythmusinstrument des Bhangra treibt der Dhol Hochzeitszüge und Erntefeste im Punjab an und ist mittlerweile auch in Bollywood-Filmmusik und in südasiatischen Gemeinden weltweit zu hören.

2Felle unterschiedlicher Dicke
2Schlägel: Dagga und Tilli
PunjabHerkunftsregion
16. Jh.erste schriftliche Erwähnung

Wie unterscheidet sich der Dhol vom Dholak?

Der Dhol ist die größere, im Stehen gespielte Trommel, der Dholak die kleinere, meist im Sitzen gespielte Verwandte. Der Dholak liegt beim Spielen auf dem Schoß, seine Felle schlagen überwiegend bloße Hände an. Der Dhol dagegen hängt an einem Riemen um Hals oder Schulter, beide Hände bleiben für die Schlägel frei, und der Spieler kann dabei stehen, gehen oder tanzen. Auch der Korpus unterscheidet sich: Die beiden Felle des Dhol sind aus Ziegenhaut und unterschiedlich dick gespannt, die des Dholak unterscheiden sich zusätzlich in der Größe und bestehen aus Ziegen- und Büffelhaut. Der größere Korpus und die harten Schlägel machen den Dhol lauter und durchdringender, weshalb er sich für Umzüge im Freien eignet, während der Dholak eher in kleineren, geschlossenen Runden spielt.

Wie ist der Dhol aufgebaut?

Der Korpus des Dhol besteht aus einem hohlen, fassförmigen Holzkorpus, meist aus Mangoholz oder dem schwereren, klanglich kräftigeren Sheesham-Holz gefertigt. Beide offenen Enden tragen je ein Ziegenfell, das über Ringe gespannt und mit einer durchgehenden Zugschnur festgezurrt wird; neuere Bauformen ersetzen die Schnur teilweise durch Metallschrauben. Die beiden Felle unterscheiden sich in der Dicke: Das dickere Fell erzeugt den tiefen Bassschlag, das dünnere den helleren, schärferen Ton auf der Gegenseite. Diese Bauweise, ein gemeinsamer Korpus mit zwei ungleich dicken Fellen, unterscheidet den Dhol von der Tabla, bei der zwei getrennte, unabhängige Trommeln für Bass und Höhe sorgen.

Nicht die Größe, sondern die Dicke der beiden Felle erzeugt die zwei Tonhöhen des Dhol. Beide Enden sind mit Ziegenhaut bespannt, doch das Bassfell ist deutlich dicker gespannt als das helle Fell auf der Gegenseite.

MerkmalDholDholak zum Vergleich
FamilieDoppelfellige Fasstrommel (Membranophon)Doppelfellige Fasstrommel, kleiner
KorpusHohler Holzzylinder, meist Mangoholz oder SheeshamLeicht tonnenförmig, meist Sheesham oder Mangoholz
FelleZwei Ziegenfelle, unterschiedlich dickZwei unterschiedlich große Felle aus Ziegen- und Büffelhaut
SpielweiseZwei Schlägel: Dagga und TilliÜberwiegend bloße Hände
HaltungUmgehängt am Riemen, im Stehen oder GehenMeist auf dem Schoß, im Sitzen
Typische MusikBhangra, Punjabi-Hochzeiten, BollywoodQawwali, Bollywood, Begleitung von Gesang

Wie spielt man den Dhol?

Der Dhol-Spieler schlägt mit zwei unterschiedlich geformten Schlägeln auf die beiden Felle. Die Dagga ist ein dicker Holzschlägel mit einem im Viertelkreis gebogenen Kopf, der die tiefe Bassseite anschlägt und meist in der linken Hand liegt. Die Tilli ist ein dünner, biegsamer Stock aus Rohr oder leichtem Holz, der die helle Gegenseite trifft und meist in der rechten Hand liegt. Ein Riemen aus Baumwollgewebe trägt das Instrument um Hals oder Schulter, sodass beide Hände für die Schlägel frei bleiben und der Spieler sich beim Auftritt frei bewegen kann. Das unterscheidet ihn von handgespielten Rahmentrommeln wie der Djembe, die ohne Schlägel gespielt wird. Aus dem Zusammenspiel beider Schlägel entstehen dichte, treibende Rhythmen wie Dhamaal und Kaharva, die den Bhangra prägen.

Dhol Dagga Tilli Bassseite dickes Fell Hohe Seite dünnes Fell am Riemen um Hals oder Schulter im Stehen oder Gehen gespielt Dholak Hand Hand größeres Fell Büffelhaut kleineres Fell Ziegenhaut meist auf dem Schoß im Sitzen gespielt
Der Dhol wird stehend mit zwei Schlägeln gespielt, der kleinere Dholak meist sitzend mit den Händen; auch die Felle der beiden Trommeln unterscheiden sich.

Woher stammt der Dhol?

Der Dhol stammt aus dem Punjab, der Region beiderseits der heutigen Grenze zwischen Indien und Pakistan. Das Wort geht auf das Sanskrit dhola zurück. Eine frühe schriftliche Erwähnung liefert das Ain-i-Akbari, das Verwaltungsbuch des Mogulreichs aus dem 16. Jahrhundert, das eine Trommel namens Duhul am Hof des Herrschers Akbar beschreibt. Von der Kernregion Punjab aus verbreitete sich der Dhol über weite Teile Nordindiens: Er begleitet das Bihu-Fest in Assam ebenso wie Hochzeitsprozessionen in Gujarat. Im Süden Indiens übernimmt dagegen meist die Tavil eine vergleichbare Rolle, weshalb der Dhol dort kaum vorkommt.

Welche Musik prägt den Dhol?

Der Dhol ist untrennbar mit dem Bhangra verbunden, dem energiegeladenen Volkstanz des Punjab, der ursprünglich das Erntefest Baisakhi begleitete. Bis heute eröffnet ein Dhol-Spieler traditionell den Hochzeitszug (Baraat) bei Punjabi-Hochzeiten und treibt die Tänzer mit kraftvollen Rhythmen an. Über die Bhangra-Popwelle der 1990er- und 2000er-Jahre fand der Dhol Eingang in britische Asian-Underground-Produktionen und in Bollywood-Filmmusik, wo er häufig mit westlichen Beats und elektronischer Tanzmusik kombiniert wird. Auch außerhalb Indiens bleibt der Dhol Teil südasiatischer Gemeinden: Die britische Formation The Dhol Foundation baute das Instrument zum Bandnamen aus, und bei Hochzeiten der indischstämmigen Gemeinde in Kenia, etwa im Nairobier Stadtteil Parklands, gehört sein Rhythmus ebenso zum Fest wie im Punjab selbst.

Häufige Fragen zum Dhol

Was ist der Unterschied zwischen Dhol und Dholak?

Der Unterschied zwischen Dhol und Dholak liegt in Größe, Haltung und Spielweise. Der Dhol ist die größere Trommel, hängt an einem Riemen um Hals oder Schulter und wird im Stehen mit zwei Schlägeln, Dagga und Tilli, gespielt. Der Dholak ist kleiner, liegt beim Spielen meist auf dem Schoß eines sitzenden Spielers und wird überwiegend mit bloßen Händen angeschlagen. Auch die Felle unterscheiden sich: Der Dhol trägt zwei Ziegenfelle unterschiedlicher Dicke, der Dholak zwei unterschiedlich große Felle aus Ziegen- und Büffelhaut.

Womit spielt man einen Dhol?

Einen Dhol spielt man mit zwei unterschiedlichen Schlägeln. Die Dagga ist ein dicker, im Viertelkreis gebogener Holzschlägel für die tiefe Bassseite, die Tilli ein dünner, biegsamer Stock für die helle Gegenseite. Beide Schlägel schlagen gleichzeitig auf die beiden Felle des Instruments und erzeugen so die dichten Rhythmen des Bhangra.

Woher kommt der Dhol ursprünglich?

Der Dhol kommt ursprünglich aus dem Punjab, der Region beiderseits der heutigen Grenze zwischen Indien und Pakistan. Eine frühe schriftliche Erwähnung liefert das Ain-i-Akbari aus dem 16. Jahrhundert, das eine Trommel namens Duhul am Hof des Mogulherrschers Akbar beschreibt. Von dort verbreitete sich der Dhol über weite Teile Nordindiens bis nach Assam und Gujarat.

Welche Musik spielt man mit dem Dhol?

Mit dem Dhol spielt man vor allem Bhangra, den Volkstanz des Punjab, sowie die Rhythmen von Hochzeitsprozessionen und Erntefesten. Über die Bhangra-Popwelle der 1990er-Jahre erreichte der Dhol auch Bollywood-Filmmusik und britische Asian-Underground-Produktionen. In der südasiatischen Diaspora, etwa bei Hochzeiten in Kenia oder Großbritannien, bleibt sein Rhythmus bis heute Teil des Fests.

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Dholak

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Der Dholak ist eine doppelfellige Fasstrommel aus Nordindien, kleiner als der verwandte Dhol, und der Spieler bedient ihn im Sitzen mit den bloßen Händen. Ein Holzkorpus trägt zwei unterschiedlich gestimmte Felle: ein Ziegenfell für den hohen, ein Büffelfell für den tiefen Ton. Im 19. Jahrhundert brachten indische Vertragsarbeiter ihn bis nach Trinidad, Guyana und Suriname, wo er bis heute Musikformen wie Baithak Gana und Chutney trägt. Er begleitet Qawwali, religiöse Lieder, Bollywood-Filmmusik und häusliche Hochzeitsfeiern wie die Mehndi-Zeremonie.

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