Tabla

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Bild: Kin_Taburo / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Die Tabla ist ein Membranophon, ein Paar Handtrommeln aus der nordindischen (Hindustani-)Musiktradition. Sie besteht aus zwei getrennten, nicht miteinander verbundenen Trommeln: der kleineren Dayan, die mit der rechten Hand gespielt wird, und der größeren Bayan, die der linken Hand vorbehalten ist. Die Tabla ist seit Jahrhunderten fester Bestandteil der klassischen nordindischen Musik und wird heute auch in Filmmusik, Fusion und Weltmusik eingesetzt.

Die Tabla ist ein Membranophon, ein Paar Handtrommeln aus der nordindischen (Hindustani-)Musiktradition. Sie besteht aus zwei getrennten, nicht miteinander verbundenen Trommeln: der kleineren Dayan, die mit der rechten Hand gespielt wird, und der größeren Bayan, die der linken Hand vorbehalten ist. Die Tabla ist seit Jahrhunderten fester Bestandteil der klassischen nordindischen Musik und wird heute auch in Filmmusik, Fusion und Weltmusik eingesetzt.

Wie klingt die Tabla?

Der Klang der Tabla ist außergewöhnlich vielseitig: Die Dayan erzeugt helle, präzise, fast melodische Töne, während die Bayan tiefe, resonante Basstöne liefert, deren Tonhöhe der Spieler durch Handdruck sogar während des Klingens verändern kann. Durch das Zusammenspiel beider Trommeln entsteht ein enorm dynamisches Klangspektrum, das von leisen, perlenden Läufen bis zu kraftvollen, treibenden Rhythmen reicht.

Woraus besteht die Tabla?

Die Dayan besteht aus einem massiven, konisch gedrechselten Holzkorpus, meist aus Sheesham-, Neem- oder Mahagoniholz -, der mit einem Ziegenfell bespannt ist. Die Bayan dagegen ist aus Metall gefertigt, üblicherweise Kupfer, Messing oder Aluminium, seltener auch aus Ton, und ebenfalls mit einem Ziegenfell überzogen. Beide Trommeln sind eigenständige, voneinander unabhängige Instrumente und nicht, wie mitunter behauptet, durch ein Gummiband oder ein anderes Bauteil miteinander verbunden.

Charakteristisch für den Klang der Tabla ist die "Syahi", ein schwarzer, kreisrunder Belag aus Eisenspänen sowie Reisstärke oder Mehl und Gummi, der mittig auf beide Trommelfelle aufgetragen wird und dem Instrument seinen unverwechselbaren, klar definierten Ton verleiht. Das Fell wird über hölzerne Stimmblöcke (Gatta) und Lederriemen gespannt; durch Verschieben der Blöcke lässt sich die Tabla exakt stimmen.

Wie spielt man die Tabla?

Beim Spiel sitzt der Tabla-Spieler traditionell im Schneidersitz auf dem Boden, mit der Dayan vor der rechten und der Bayan vor der linken Hand. Der Klang wird nicht mit Schlägeln, sondern ausschließlich mit den Fingern und Handflächen erzeugt: Je nachdem, ob mit Fingerspitzen, Fingerkuppen oder der ganzen Hand und an welcher Stelle des Fells geschlagen wird, entstehen völlig unterschiedliche Klangfarben.

Zentral ist das System der "Bols", gesprochene Silben, die jeweils eine bestimmte Schlagtechnik und den dazugehörigen Klang repräsentieren. Über Jahre trainieren Tabla-Spieler, komplexe rhythmische Zyklen (Tala) aus solchen Bols aufzubauen, zu variieren und im Zusammenspiel mit anderen Musikern zu improvisieren.

Die Tabla dient meist als Begleitinstrument zu Gesang, Sitar, Sarod oder Tanz, wird aber auch solistisch gespielt. Berühmte Tabla-Solisten wie Zakir Hussain haben das Instrument darüber hinaus in Fusion- und Weltmusik-Kontexten weit über Indien hinaus bekannt gemacht.

Typische Musikstile mit der Tabla

Die Tabla ist das zentrale Begleitinstrument der nordindischen klassischen Musik (Hindustani), sowohl im gesangsbetonten Khyal-Stil als auch als Partner von Sitar oder Sarod. Sie begleitet außerdem klassischen indischen Tanz wie Kathak, wo Tabla-Rhythmen und Tanzschritte eng aufeinander abgestimmt sind. Über die klassische Tradition hinaus ist die Tabla fester Bestandteil von Bollywood-Filmmusik und hat durch Fusionprojekte wie John McLaughlins Shakti oder Mickey Harts Planet Drum auch in Jazz und Weltmusik weltweit Verbreitung gefunden.

Bekannte Lieder mit der Tabla

1. Die legendäre Zusammenarbeit von Sitar-Virtuose Ravi Shankar und Tabla-Meister Alla Rakha, dokumentiert unter anderem auf dem Livealbum "In Concert 1972" mit Ali Akbar Khan, eine der einflussreichsten Sitar-Tabla-Partnerschaften der klassischen indischen Musik. 2. "Making Music" (1987) von Zakir Hussain, John McLaughlin, Hariprasad Chaurasia und Jan Garbarek: ein Meilenstein der indisch-europäischen Fusion mit Zakir Hussain an der Tabla. 3. "Planet Drum" (1991) von Mickey Hart und Zakir Hussain: gewann den ersten Grammy für World Music und gilt als Referenzalbum für die Tabla in der Weltmusik. 4. Shakti, die von Gitarrist John McLaughlin und Zakir Hussain gegründete Fusion-Band, prägte ab Mitte der 1970er Jahre den Einsatz der Tabla im Jazz-Kontext maßgeblich.

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