Dholak

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Bild: Sreeyash Lohiya / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Der Dholak ist eine doppelfellige Fasstrommel aus Nordindien, kleiner als der verwandte Dhol, und der Spieler bedient ihn im Sitzen mit den bloßen Händen. Ein Holzkorpus trägt zwei unterschiedlich gestimmte Felle: ein Ziegenfell für den hohen, ein Büffelfell für den tiefen Ton. Im 19. Jahrhundert brachten indische Vertragsarbeiter ihn bis nach Trinidad, Guyana und Suriname, wo er bis heute Musikformen wie Baithak Gana und Chutney trägt. Er begleitet Qawwali, religiöse Lieder, Bollywood-Filmmusik und häusliche Hochzeitsfeiern wie die Mehndi-Zeremonie.

Der Dholak ist eine doppelfellige Fasstrommel aus Nordindien, kleiner als die verwandte Trommel Dhol, und der Spieler bedient sie im Sitzen mit den bloßen Händen. Ein Holzkorpus trägt an beiden offenen Enden ein Fell unterschiedlicher Größe und Stimmung: die kleinere Seite hoch und scharf, die größere Seite tief und voll. Über Nordindien, Pakistan und Nepal hinaus verbreitete sich der Dholak im 19. Jahrhundert mit indischen Vertragsarbeitern bis in die Karibik, wo er in Trinidad, Guyana und Suriname bis heute zur Musik der indischstämmigen Bevölkerung gehört. Er begleitet Hochzeitsfeiern im Haus, religiöse Lieder und die Filmmusik Bollywoods ebenso wie den Sufi-Gesang Qawwali.

2unterschiedlich gestimmte Felle
Handgespielt, ohne Schlägel
NordindienUrsprungsregion
19. Jh.Ankunft in der Karibik

Wie ist der Dholak aufgebaut?

Der Korpus des Dholak besteht meist aus einem einzigen ausgehöhlten Holzstück, oft aus Sheesham-Holz (indisches Rosenholz) oder, in einfacheren Ausführungen, aus Mangoholz. Er ist tonnenförmig und misst üblicherweise zwischen 40 und 60 Zentimetern in der Länge. An den beiden offenen Enden sitzen zwei unterschiedlich große Felle: Die kleinere Öffnung, meist 14 bis 20 Zentimeter im Durchmesser, trägt ein Ziegenfell für einen hellen, scharfen Ton. Die größere Öffnung, meist 19 bis 25 Zentimeter im Durchmesser, trägt ein Büffelfell für einen tiefen, vollen Ton.

Ein durchgehendes Seil verbindet beide Felle und läuft dabei im Zickzack um den Korpus. Verschiebbare Metallringe sitzen an diesem Seil: Wandert ein Ring, ändert sich die Spannung des Fells und damit seine Stimmung. Auf dem indischen Subkontinent sitzen diese Ringe meist nur auf der hohen Seite; in der karibischen Diaspora trägt der Korpus zusätzlich Schraubhaken, mit denen sich beide Felle unabhängig voneinander nachstimmen lassen.

MerkmalDholak
FamilieDoppelfellige Fasstrommel (Membranophon)
KorpusHolz, tonnenförmig, meist Sheesham- oder Mangoholz
Kleines FellZiegenfell, ca. 14 bis 20 cm Durchmesser, hoher Ton
Großes FellBüffelfell, ca. 19 bis 25 cm Durchmesser, tiefer Ton
StimmungSeil mit verschiebbaren Ringen, in der Karibik zusätzlich Schraubhaken
Spielweisemit Händen und Fingern, meist sitzend auf dem Schoß
VerbreitungNordindien, Pakistan, Nepal; karibische Diaspora seit dem 19. Jahrhundert

Wie spielt man den Dholak?

Hände und Finger schlagen die beiden Felle des Dholak an, Schlägel kommen dabei nicht zum Einsatz. Meist liegt die Trommel quer auf dem Schoß des sitzenden Spielers, seltener klemmt sie zwischen den Knien oder hängt im Stehen an einem Riemen um Schulter oder Hüfte. Die flache Hand oder der Handballen schlägt die tiefe Seite an, einzelne Finger bespielen die hohe Seite für schnellere, präzisere Muster.

Die Fingertechnik unterscheidet sich von Region zu Region. In Punjab trägt der Spieler häufig einen Ring aus Metall am Daumen, mit dem er über das Fell gleitet und so zusätzliche Klangfarben erzeugt. In Rajasthan dagegen kommen meist alle Finger einer Hand gleichzeitig zum Einsatz. Zusammen mit Harmonium und Tabla oder allein zu Gesang bildet der Dholak in vielen Ensembles das rhythmische Fundament.

Der Dholak kommt ohne Schlägel aus. Anders als der größere Dhol verlangt er ausschließlich Hände und Finger, was ihn eher für die Feier im Haus als für den Auftritt im Freien geeignet macht.

Was unterscheidet den Dholak vom Dhol?

Der Dhol ist die größere, lautere Trommel für den Auftritt im Freien: Der Spieler trägt sie am Riemen um den Hals und schlägt beide Felle mit zwei Schlägeln unterschiedlicher Stärke, der dickeren Dagga und der dünneren Tilli. Der Dholak dagegen bleibt in der Hand: Sein Korpus baut kleiner, und bloße Finger und Handflächen spielen ihn, meist im Sitzen. Wo der Dhol Hochzeitszüge und Erntefeste im Freien anführt, begleitet der Dholak eher die Feier im Haus, etwa das gemeinsame Singen zur Mehndi-Zeremonie vor der Hochzeit.

Dholak ruht auf dem Schoß im Sitzen mit den Händen gespielt Dhol hängt am Riemen um den Hals im Stehen mit zwei Schlägeln gespielt
Der Dholak baut deutlich kleiner als der Dhol, ruht beim Spielen auf dem Schoß und kommt ohne Schlägel aus. Am Dhol hängt ein Trageriemen, und zwei unterschiedlich starke Schlägel schlagen ihn an.

Woher stammt der Dholak und wie kam er in die Karibik?

Der Dholak stammt aus Nordindien und reicht von dort bis nach Pakistan und Nepal. Im 19. Jahrhundert brachten indische Vertragsarbeiter ihn mit auf die Zuckerplantagen der britischen und niederländischen Kolonien: Zwischen 1838 und 1917 kamen sie nach Guyana, zwischen 1845 und 1917 nach Trinidad, dazu nach Suriname unter niederländischer Verwaltung. Der Dholak gehörte zu den wenigen Besitzstücken, die diese Auswanderer über Generationen weitergaben.

In der Karibik trägt der Dholak bis heute mehrere eigenständige Musikformen: das gemeinsame Chowtal-Singen zum Frühlingsfest Phagwa, den Baithak Gana genannten Hausmusik-Stil aus Trinidad, Guyana und Suriname sowie die aus indischen und karibischen Elementen gemischte Chutney-Musik. In allen drei Formen spielt der Dholak neben Harmonium und Gesang die tragende rhythmische Rolle.

Welche Musikstile prägen den Dholak?

Der Dholak ist das Hauptbegleitinstrument des Qawwali, des Sufi-Gesangs Südasiens, den Ensembles wie jenes von Nusrat Fateh Ali Khan international bekannt gemacht haben. Daneben begleitet er Kirtan und Bhajan, die gesungenen religiösen Formen des Hinduismus, sowie zahlreiche Tanznummern der Bollywood-Filmmusik. Im häuslichen Rahmen ist der Dholak zudem das Instrument der Mehndi-Feier: Dort schlagen meist die weiblichen Angehörigen selbst den Rhythmus zu den Liedern für die Braut.

Häufige Fragen zum Dholak

Was ist der Unterschied zwischen Dholak und Dhol?

Der Unterschied zwischen Dholak und Dhol liegt in Größe und Spielweise: Der Dholak ist die kleinere Trommel, der Spieler schlägt sie im Sitzen mit den bloßen Händen an, und sie begleitet meist häusliche Anlässe. Der Dhol ist deutlich größer, hängt am Riemen um den Hals, und der Spieler schlägt ihn mit zwei Schlägeln an, meist im Freien bei Hochzeitszügen und Festen.

Womit spielt man den Dholak?

Der Spieler bedient den Dholak ausschließlich mit den Händen, nie mit Schlägeln. Die flache Hand oder der Handballen schlägt die tiefe, mit Büffelfell bespannte Seite an, die Finger einzeln die hohe, mit Ziegenfell bespannte Seite. In Punjab trägt der Spieler dazu häufig einen Metallring am Daumen.

Wie kam der Dholak in die Karibik?

Der Dholak kam im 19. Jahrhundert mit indischen Vertragsarbeitern in die Karibik, die zwischen 1838 und 1917 nach Guyana und zwischen 1845 und 1917 nach Trinidad auswanderten. Er blieb dort über Generationen im Familienbesitz und trägt bis heute Musikformen wie Baithak Gana und Chutney-Musik.

In welcher Musik kommt der Dholak vor?

Der Dholak kommt vor allem im Qawwali als Hauptbegleitinstrument vor, außerdem in religiösen Formen wie Kirtan und Bhajan, in der Bollywood-Filmmusik und bei häuslichen Feiern wie der Mehndi-Zeremonie vor indischen Hochzeiten.

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