Crotales

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Bild: Baishev / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Ein Crotale ist eine kleine, dicke Scheibe aus Bronze mit einer festen, klar bestimmbaren Tonhöhe, anders als ein gewöhnliches Becken mit unbestimmtem Klang. Der Name geht auf das griechische Wort krotalon für Klapper zurück, meint im antiken Griechenland aber ein anderes, ungestimmtes Instrument. Der Spieler schlägt die Bronzescheibe mit einem harten Schlägel an, schlägt zwei Scheiben gegeneinander oder streicht sie mit einem Bogen. Hector Berlioz und Claude Debussy gehören zu den ersten Komponisten, die Crotales im Orchester einsetzten.

Ein Crotale ist eine kleine, dicke Scheibe aus Bronze mit einer festen, klar bestimmbaren Tonhöhe. Der Spieler schlägt sie einzeln mit einem harten Schlägel an, schlägt zwei Scheiben wie Fingerzimbeln gegeneinander oder führt einen Streichbogen an ihrer Kante entlang. Ein vollständiger Orchestersatz deckt chromatisch bis zu zwei Oktaven ab. International ist neben Crotales auch die Bezeichnung Antique Cymbals gebräuchlich, obwohl das Instrument in seiner heutigen Form erst aus dem 19. Jahrhundert stammt.

BronzeWerkstoff
ca. 10 cmDurchmesser je Scheibe
festTonhöhe
2Oktaven im vollen Satz

Was unterscheidet Crotales von einem gewöhnlichen Becken?

Crotales unterscheiden sich von einem gewöhnlichen Becken durch eine feste statt unbestimmte Tonhöhe. Ein Becken läuft zum Rand hin dünn aus und schwingt deshalb in vielen dicht benachbarten, nicht harmonischen Teiltönen gleichzeitig; das Ohr hört ein Rauschen statt eines einzelnen Tons. Ein Crotale bleibt über die gesamte Fläche deutlich dicker als ein Becken und trägt auf der Unterseite einen kleinen zylindrischen Zapfen zur Befestigung. Diese massive, gleichmäßige Form lässt einen einzelnen Grundton dominieren, während höhere Teiltöne rasch verklingen. Hersteller gießen Crotales meist aus derselben Bronzelegierung wie Orchesterbecken, etwa 80 Prozent Kupfer und 20 Prozent Zinn.

Die gleichmäßig dicke Scheibe gibt dem Crotale seinen festen Ton. Ein Becken ist dünn und läuft zum Rand hin aus, deshalb schwingen bei ihm viele Teiltöne gleichzeitig und ergeben einen unbestimmten Klang.

Crotale im Querschnitt durchgehend dick, Zapfen zur Befestigung ein Grundton dominiert Becken im Querschnitt dünn, läuft zum Rand kegelförmig aus viele Teiltöne zugleich, kein fester Ton
Die gleichmäßig dicke Scheibe des Crotale lässt einen einzelnen Grundton hervortreten. Ein Becken läuft dünn zum Rand aus und schwingt deshalb in vielen Teiltönen zugleich.

Woher stammt der Name Crotales?

Der Name Crotales geht auf das griechische Wort krotalon zurück, das eine Klapper oder Kastagnette bezeichnete, und gelangte über das lateinische crotalum ins Französische. Im antiken Griechenland meinte krotalon jedoch ein anderes Instrument: hölzerne oder metallene Klappschalen, die Tänzerinnen paarweise in der Hand hielten und wie Kastagnetten gegeneinanderschlugen. Historische Belege dafür reichen bis um 500 vor Christus zurück. Eine feste Stimmung kannten diese antiken Klappern nicht. Das heutige Orchesterinstrument mit chromatisch gestimmten Bronzescheiben entstand erst im 19. Jahrhundert in Frankreich und übernahm von den antiken Krotala nur den Namen, nicht die Bauform.

Wie sind Crotales aufgebaut?

Ein Crotale ist eine massive Bronzescheibe mit einem Durchmesser von etwa 10 Zentimetern und einer flachen Oberseite. Auf der Unterseite trägt jede Scheibe einen kurzen zylindrischen Zapfen; er steckt auf einer Metallstange und hält die Scheibe in der Halterung. Ein vollständiger Orchestersatz reiht die Scheiben chromatisch in zwei Ebenen: Die Stammtöne liegen in einer durchgehenden Reihe, die Halbtöne dazwischen sitzen erhöht in einer zweiten Reihe dahinter, ähnlich der schwarzen und weißen Tasten eines Klaviers. Diese Anordnung erlaubt dem Spieler, mit zwei Schlägeln auch schnelle chromatische Linien zu greifen. Ein zusammenhängender Satz deckt chromatisch bis zu zwei Oktaven ab; die Partitur notiert die Töne meist zwei Oktaven tiefer, als sie klingen, um viele Hilfslinien im Notenbild zu vermeiden.

MerkmalCrotales
FamilieMetallidiophon mit fester Tonhöhe
WerkstoffBronze, Kupfer-Zinn-Legierung
Durchmesser je Scheibeetwa 10 Zentimeter
Tonumfang im Satzbis zu zwei Oktaven, chromatisch
AnschlagartenSchlägel, gegeneinander wie Fingerzimbeln, Streichbogen
Andere BezeichnungenAntique Cymbals, Cymbales antiques, Piatti antichi

Wie spielt man Crotales?

Der Spieler bringt ein Crotale auf drei Arten zum Klingen.

  • Anschlagen mit dem Schlägel: Ein harter Kopf aus Kunststoff, Holz oder Metall trifft die Kante der Scheibe und erzeugt einen kurzen, hellen, weit tragenden Ton.
  • Gegeneinanderschlagen: Zwei gleich gestimmte Scheiben schlagen wie Fingerzimbeln aufeinander, der Klang wirkt runder und leiser als beim Schlägel.
  • Streichen mit dem Bogen: Der Spieler führt einen Kontrabass- oder Cellobogen an der Kante entlang und lässt die Scheibe lange und gleichmäßig aushallen; der Ton wirkt fast elektronisch und schwebend.

Für schnelle chromatische Läufe nutzt der Spieler die zweireihige, klaviaturartige Anordnung der Scheiben mit einem Schlägel in jeder Hand. Ein einzelner Ton klingt frei aus, bis der Spieler ihn mit der Hand oder einem Filzstück an der Kante abdämpft. Im erweiterten Schlagwerk stehen Crotales oft neben Röhrenglocken und Glockenspiel, zwei weiteren Metallidiophonen mit fester Tonhöhe, mit denen sie sich das Notenbild in hoher Lage teilen.

Welche Komponisten setzen Crotales im Orchester ein?

Hector Berlioz zählt zu den ersten Komponisten, die Crotales in ein Orchesterwerk schrieben; in seiner Chorsinfonie Roméo et Juliette von 1839 tauchen sie erstmals auf. Die Anregung dazu holte er sich Berichten zufolge bei einem Besuch des Museums in Neapel im Jahr 1831, wo antike Bronzezimbeln aus den Ausgrabungen von Pompeji und Herculaneum standen; nach diesem Vorbild ließ er Nachbauten anfertigen. Claude Debussy setzte Crotales in seinem Prélude à l'après-midi d'un faune von 1894 ein: In den letzten Takten des Werks lässt er zwei leise angeschlagene, auf e und h gestimmte Scheiben aushallen und schafft damit den schimmernden Schluss des Stücks. Seither gehören Crotales zum festen Bestand des erweiterten Orchesterschlagwerks, neben Instrumenten wie dem Amboss, den ebenfalls erst Komponisten des 19. Jahrhunderts ins Orchester holten.

Häufige Fragen zu Crotales

Was ist der Unterschied zwischen Crotales und einem Becken?

Der Unterschied zwischen Crotales und einem Becken liegt in der Tonhöhe: Ein Crotale klingt fest und eindeutig bestimmbar, ein gewöhnliches Becken unbestimmt und geräuschhaft. Die dicke, gleichmäßige Bronzescheibe des Crotale lässt einen einzelnen Grundton dominieren, während das dünne, zum Rand auslaufende Becken viele nicht harmonische Teiltöne gleichzeitig erzeugt.

Woher kommt der Name Crotales?

Der Name Crotales stammt vom griechischen Wort krotalon für Klapper oder Kastagnette und gelangte über das lateinische crotalum ins Französische. Im antiken Griechenland bezeichnete das Wort allerdings ein anderes Instrument, hölzerne oder metallene Klappschalen ohne feste Stimmung. Das heutige Orchesterinstrument mit chromatisch gestimmten Bronzescheiben entstand erst im 19. Jahrhundert und übernahm nur den Namen.

Wer hat Crotales zuerst im Orchester eingesetzt?

Hector Berlioz gehört zu den ersten Komponisten, die Crotales im Orchester einsetzten, in seiner Chorsinfonie Roméo et Juliette von 1839. Claude Debussy machte das Instrument mit dem leisen, schimmernden Schluss seines Prélude à l'après-midi d'un faune von 1894 bekannt.

Wie werden Crotales gespielt?

Der Spieler schlägt Crotales mit einem harten Schlägel an, schlägt sie paarweise wie Fingerzimbeln gegeneinander oder führt einen Streichbogen an ihrer Kante entlang. Für schnelle chromatische Läufe nutzt er die zweireihige, klaviaturartige Anordnung der Scheiben mit einem Schlägel in jeder Hand.

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