Kleine Trommel

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Bild: Aleksandar Grozdanovski / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Die kleine Trommel, im internationalen Sprachgebrauch als Snare Drum bezeichnet, ist ein Membranophon aus der europäischen Militär- und Marschtrommeltradition, das seit dem 19. und 20. Jahrhundert zum festen Bestandteil sowohl des klassischen Orchesterschlagwerks als auch des modernen Schlagzeugs (Drumset) geworden ist.

Die kleine Trommel, im internationalen Sprachgebrauch als Snare Drum bezeichnet, ist ein Membranophon aus der europäischen Militär- und Marschtrommeltradition, das seit dem 19. und 20. Jahrhundert zum festen Bestandteil sowohl des klassischen Orchesterschlagwerks als auch des modernen Schlagzeugs (Drumset) geworden ist. Namensgebend ist ihr entscheidendes Bauteil: die sogenannten Schnarrsaiten (englisch "snares"), gespannte Drähte oder Saiten, die dem Instrument seinen charakteristischen, rasselnd-scharfen Klang verleihen und es von jeder gewöhnlichen Handtrommel unterscheiden.

Wie klingt die kleine Trommel?

Der Klang der kleinen Trommel ist hell, scharf und perkussiv präzise, ein kurzer, knackiger Schlag, der sich im Klangbild einer Band oder eines Orchesters deutlich abhebt und häufig als rhythmischer Bezugspunkt dient. Ursache dieses charakteristischen Schnarrens sind die Schnarrsaiten, die beim Anschlag des Fells gegen das gegenüberliegende Resonanzfell vibrieren und dem sonst eher dumpfen Trommelton eine helle, rasselnde Obertonstruktur hinzufügen. Ohne diese Schnarrsaiten, etwa wenn sie abgeschaltet sind, klingt dieselbe Trommel deutlich weicher und dumpfer, fast wie eine Tomtrommel.

Woraus besteht die kleine Trommel?

Der Korpus (Kessel) einer kleinen Trommel besteht meist aus Holz oder Metall und ist beidseitig mit Fellen bespannt: einem Schlagfell auf der Oberseite, auf das mit Trommelstöcken geschlagen wird, und einem dünneren Resonanzfell auf der Unterseite. Über dieses Resonanzfell sind die namensgebenden Schnarrsaiten gespannt, meist 8 bis 48 verdrillte Drähte aus Metall, seltener aus Darm oder Kunststoff -, die mithilfe einer sogenannten Abhebevorrichtung (Snare-Strainer) fest an das Fell angepresst oder bei Bedarf ganz vom Fell gelöst werden können. Erst der Kontakt zwischen vibrierendem Resonanzfell und den straff gespannten Schnarrsaiten erzeugt das charakteristische Rasseln, das der Trommel ihren Namen gibt; ohne diesen Mechanismus wäre sie klanglich nicht von anderen zweifelligen Trommeln zu unterscheiden.

Wie spielt man die kleine Trommel?

Gespielt wird die kleine Trommel fast ausschließlich mit einem Paar Trommelstöcke, seltener mit Rutenbesen (Brushes) für leisere, streichende Klänge. Grundlage der Spieltechnik sind die sogenannten Rudiments, standardisierte Schlagfolgen wie der Paradiddle oder der Wirbel (Roll), die ursprünglich aus der Signal- und Marschmusik des Militärs stammen und bis heute die technische Basis jeder Snare-Drum-Ausbildung bilden. Über die Abhebevorrichtung kann der Spieler die Schnarrsaiten je nach musikalischem Kontext an- oder abschalten: eingeschaltet erklingt der scharfe, klassische Snare-Sound, ausgeschaltet klingt dieselbe Trommel dumpf und tomartig. Zusätzlich lässt sich der Klang durch die Anschlagposition variieren, ein Schlag in der Mitte des Fells klingt voller, ein Schlag am Rand (Rimshot, bei dem Stock und Kesselrand gleichzeitig getroffen werden) deutlich lauter und schärfer.

Typische Musikstile mit der kleinen Trommel

Ihre Wurzeln hat die kleine Trommel in der europäischen Militärmusik, wo Trommler seit dem Spätmittelalter Signale und Marschrhythmen für Fußtruppen schlugen, eine Tradition, die bis heute in der rudimentalen Marschtrommelmusik amerikanischer und europäischer Spielmannszüge und Drumlines lebendig ist. Seit dem frühen 20. Jahrhundert ist sie außerdem unverzichtbarer Bestandteil des Schlagzeugs im Jazz, Rock und Pop, wo sie meist den charakteristischen Backbeat auf der zweiten und vierten Zählzeit markiert, sowie fester Bestandteil des klassischen und zeitgenössischen Orchesterschlagwerks.

Bekannte Lieder mit der kleinen Trommel

1. "When the Levee Breaks" von Led Zeppelin (1971): berühmt für John Bonhams gewaltigen, in einem Treppenhaus aufgenommenen Trommelsound, der bis heute zu den meistgesampelten Schlagzeugaufnahmen der Popmusikgeschichte zählt. 2. "In the Air Tonight" von Phil Collins (1981): weltbekannt für seinen dramatischen Trommeleinsatz mit dem markanten, stark hallenden Snare-Schlag nach dem Instrumentalaufbau. 3. "Wipe Out" von The Surfaris (1963): ein Surf-Rock-Klassiker, dessen Schlagzeugsolo mit seinen schnellen Wirbeln zu den bekanntesten Trommel-Showcases der Popmusik zählt. 4. "Rosanna" von Toto (1982): berühmt für Jeff Porcaros "Rosanna-Shuffle", eine komplexe Kombination aus Half-Time-Shuffle und markantem Snare-Akzent, die bis heute von Schlagzeugern studiert wird. 5. "Downfall of Paris": ein traditionelles Stück aus der amerikanischen Fife-and-Drum-Tradition, das bis heute als klassisches Rudiment-Solostück für die kleine Trommel gilt und die militärische Wurzel des Instruments greifbar macht.

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