Kulintang und Kolintang

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Bild: lisyl / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

"Kulintang" und "Kolintang" klingen nahezu identisch und werden gern verwechselt, bezeichnen aber zwei verschiedene, eigenständige Instrumente aus zwei verschiedenen Ländern, die lediglich einen gemeinsamen sprachlichen Ursprung teilen. Der Kulintang (auch Kulintangan, in Maranao-Aussprache "Kolintang") ist ein philippinisches Gong-Chime-Idiophon: eine Reihe kleiner, abgestufter Bronze- oder Messinggongs, die bei den Maguindanao, Maranao, Tausug und weiteren Volksgruppen Mindanaos und des Sulu-Archipels gespielt werden.

"Kulintang" und "Kolintang" klingen nahezu identisch und werden gern verwechselt, bezeichnen aber zwei verschiedene, eigenständige Instrumente aus zwei verschiedenen Ländern, die lediglich einen gemeinsamen sprachlichen Ursprung teilen. Der Kulintang (auch Kulintangan, in Maranao-Aussprache "Kolintang") ist ein philippinisches Gong-Chime-Idiophon: eine Reihe kleiner, abgestufter Bronze- oder Messinggongs, die bei den Maguindanao, Maranao, Tausug und weiteren Volksgruppen Mindanaos und des Sulu-Archipels gespielt werden. Der Kolintang dagegen ist ein indonesisches Holz-Xylophon aus der Minahasa-Region im Norden Sulawesis, gebaut aus gestimmten Holzstäben statt aus Metall. Beide Namen gehen vermutlich auf dieselbe onomatopoetische Wurzel "tong-ting-tang" zurück, die den perkussiven Klang nachahmt, die Instrumente selbst sind jedoch in Material, Bauweise und musikalischer Funktion grundverschieden und sollten nicht miteinander gleichgesetzt werden.

Wie klingen Kulintang und Kolintang?

Der philippinische Kulintang klingt metallisch-hell und durchdringend: Die kleinen Buckelgongs erzeugen beim Anschlag einen klaren Kernton mit langem, singendem Nachklang, der sich in schnellen melodischen Läufen zu dichten, glitzernden Klangflächen verweben lässt. Der indonesische Kolintang dagegen klingt hölzern, warm und perkussiver, mit deutlich kürzerem Ausklang, näher am Klangcharakter eines Marimbaphons als an dem eines Gongs. Beide Instrumente sind hochmelodisch und ensemblefähig, unterscheiden sich in der Klangfarbe aber ähnlich stark wie ein Vibraphon von einem Xylophon.

Woraus bestehen Kulintang und Kolintang?

Der philippinische Kulintang besteht aus acht kleinen, nach Tonhöhe geordneten Buckelgongs aus Bronze oder Messing, die horizontal auf einem hölzernen Rahmen (Antangan) aufliegen und mit zwei Holzschlägeln angeschlagen werden. Er ist das melodieführende Kerninstrument eines größeren Ensembles, zu dem auch die Hängegongs Agung und Gandingan, der kleine Zeitgeber-Gong Babandil sowie die Kesseltrommel Dabakan gehören.

Der indonesische Kolintang besteht dagegen aus sechs bis zwölf gestimmten Holzstäben, traditionell aus Hölzern wie Telur, Bandaran, Benuang oder Kakinik -, die auf einem hölzernen Resonanzrahmen montiert und mit Schlägeln angeschlagen werden. Ein vollständiges Kolintang-Ensemble besteht aus mehreren solcher Instrumente unterschiedlicher Stimmlage, von Melodie- über Cello- und Tenor- bis zu Bass-Kolintangs, ähnlich einer gestimmten Stabspiel-Familie.

Wie spielt man Kulintang und Kolintang?

Im philippinischen Kulintang-Ensemble übernimmt eine Spielerin oder ein Spieler die improvisierende Melodieführung auf den Gongs, während die übrigen Musiker feste, sich wiederholende Begleitmuster auf Agung, Gandingan, Babandil und Dabakan beisteuern, eine Rollenverteilung, die der westlichen Vorstellung von Melodie und rhythmischer Begleitung ähnelt, aber deutlich stärker auf Improvisation über feste Grundmuster setzt.

Ein Kolintang-Ensemble dagegen funktioniert eher wie ein gestimmtes Schlaginstrumenten-Orchester: Mehrere Spieler an unterschiedlich gestimmten Instrumenten, Melodie, Bass, Tenor, Alt, Cello, spielen mehrstimmig komponierte, häufig einstudierte statt improvisierte Arrangements, die von einfachen Volksweisen bis zu Bearbeitungen klassischer oder populärer westlicher Musik reichen können.

Typische Musikstile mit dem Kulintang und dem Kolintang

Der philippinische Kulintang begleitet traditionell Feste, Hochzeiten, Willkommenszeremonien und gesellige Anlässe der Maguindanao, Maranao und verwandter Gruppen und ist tief in deren mündlicher Musiktradition verwurzelt. Der indonesische Kolintang war ursprünglich mit animistischen Ahnenritualen der Minahasa verbunden, entwickelte sich nach der Christianisierung der Region jedoch zu einem festen Bestandteil weltlicher Anlässe wie Hochzeiten, Erntedankfesten und offiziellen Empfängen.

Beide Traditionen sind heute auch außerhalb ihrer Ursprungsregionen aktiv: Kulintang-Ensembles bestehen in philippinischen Diaspora-Gemeinden etwa in den USA fort, während Kolintang-Orchester in indonesischen Städten wie Jakarta ein breites Repertoire von traditionell bis populär pflegen.

Bekannte Lieder mit dem Kulintang und dem Kolintang

  1. Danongan Kalanduyan, 1995 als erster Filipino mit einem National Heritage Fellowship der US-amerikanischen National Endowment for the Arts ausgezeichnet, gilt als einer der einflussreichsten Kulintang-Meister, seine Aufnahmen mit dem Palabuniyan Kulintang Ensemble, etwa "Lilang-Lilang sa Maguindanao", dokumentieren das klassische Maguindanao-Repertoire.
  2. Die traditionellen Kulintang-Stückgattungen Duyog, Sinulog, Tidtu und Binalig bilden das Kernrepertoire, das bei rituellen wie geselligen Anlässen gespielt wird.
  3. Die 1968 in Jakarta von Alfred Sundah gegründete Kolintang Kadoodan Orchestra gilt als erstes modernes Kolintang-Ensemble außerhalb der Minahasa-Heimatregion und prägte das heutige Orchesterformat.
  4. Das Ensemble Kolintang Kawanua Jakarta ist für Bearbeitungen bekannt, die das Instrument über sein traditionelles Repertoire hinaus zeigen, darunter Versionen von Queens "Bohemian Rhapsody" und Sätzen aus Mozarts Sinfonien.

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