Maracas

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Zusammenfassung

Rumbakugeln, auch Maracas oder Rumba-Rasseln genannt, sind Rasseln aus Lateinamerika, die fast immer als Paar gespielt werden. Jede Maraca besteht aus einem Hohlkörper aus Kalebasse, Holz, Leder oder Kunststoff, einer Füllung aus Samen, Steinchen oder Kunststoffkugeln und einem Griff. Ein Paar kostet im deutschen Musikfachhandel 5,90 bis 85 Euro (Stand: 13. September 2026).

Als Maracas bezeichnet man aus Lateinamerika stammende Perkussionsinstrumente, also Rhythmusinstrumente, die geschlagen oder geschüttelt werden. In Deutschland heißen sie auch einfach Rasseln, Rumba-Rasseln oder Rumbakugeln. Sie ähneln dem Eggshaker, unterscheiden sich allerdings in ihrer Bauform etwas von diesem Instrument: Maracas haben einen Handgriff, während der Eggshaker als eiförmige Hülle ohne Griff in der Hand liegt.

2Maracas bilden ein Paar
112.13Gefäßrassel nach Hornbostel-Sachs
5,90 bis 85 €Preis je Paar, Stand September 2026
2025Joropo mit Maracas wird UNESCO-Kulturerbe

Was sind Rumbakugeln?

Rumbakugeln sind Gefäßrasseln aus Lateinamerika. Ein hohler Körper mit Griff umschließt eine lose Füllung, die beim Schütteln gegen die Innenwand schlägt und dabei das typische Rauschen erzeugt. Rumbakugeln ist der deutsche Name der Maracas, die fast immer paarweise gespielt werden.

Unter den Schlaginstrumenten gehören Maracas zu den Idiophonen. So heißen Instrumente, bei denen der Körper des Instruments selbst klingt, ohne dass eine Saite oder ein Fell schwingt. Die Hornbostel-Sachs-Systematik, das in der Musikwissenschaft übliche Ordnungssystem für Instrumente, führt Rasseln wie die Maracas unter der Nummer 112.13 als Gefäßrasseln. Gemeint sind Rasseln, deren Rasselkörper in ein Gefäß eingeschlossen sind und gegeneinander, gegen die Gefäßwand oder meist gegen beides schlagen.

Der deutsche Name Rumbakugel verbindet die Rumba, einen kubanischen Tanz- und Musikstil, mit der Kugelform des Hohlkörpers. Das Wort Maraca geht vermutlich auf mbaraka zurück, ein Wort aus der Sprache der Guaraní, eines indigenen Volkes in Südamerika.

Maracas tragen den Rhythmus in Son, Joropo und Salsa

Maracas werden hauptsächlich für die Rhythmuserzeugung in der lateinamerikanischen Musik eingesetzt. Stilbildend sind sie zum Beispiel für Rumba, Salsa, Samba und Bolero. Auch im Bossa Nova werden sie gerne verwendet. Inzwischen dienen sie jedoch auch als Rhythmusinstrument in modernen Musikrichtungen wie Pop, Rock oder House. Hierbei wird der Klang allerdings oft auf elektronischem Weg erzeugt, so dass die eigentlichen Instrumente nur noch recht selten beziehungsweise nur bei Live-Auftritten zum Einsatz kommen.

Besonders fest gehören Maracas zum Son, einer Tanzmusik, die Ende des 19. Jahrhunderts im Osten Kubas entstand und seit den 1920er-Jahren im ganzen Land bekannt ist. Die Sextetos, die typischen Son-Gruppen der 1920er-Jahre, spielten mit Gitarre, Tres, Marímbula, Bongos, Maracas und Claves. Der Tres ist eine kubanische Gitarre mit drei Doppelsaiten, die Marímbula ein Holzkasten mit gezupften Metallzungen, der den Bass spielt, und Claves sind zwei runde Hölzer, die gegeneinandergeschlagen werden. Aus dem Son und verwandten kubanischen Stilen entwickelte sich Anfang der 1970er-Jahre in New York und in Städten Kolumbiens, Venezuelas und Puerto Ricos die Salsa.

Im Joropo, der Musik- und Tanztradition Venezuelas und des Ostens Kolumbiens, begleiten Maracas die Harfe und den Cuatro, eine kleine Gitarre mit vier Saiten. Harfe, Cuatro und Maracas bilden in der Llanera-Musik, der Musik aus der Tiefebene der Llanos, die klassische Dreierbesetzung. Die UNESCO hat den Joropo in Venezuela 2025 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen und nennt Maracas ausdrücklich unter seinen Instrumenten.

MusikstilHerkunftBesetzung mit Maracas
Son (Sexteto)Osten Kubas, Ende des 19. JahrhundertsGitarre, Tres, Marímbula, Bongos, Maracas, Claves (1920er-Jahre)
Son (Conjunto)Kuba, um 1940Klavier, Tres, Kontrabass, Bongos, Congas, Trompeten; die Sänger spielen Maracas und Claves
Joropo llaneroTiefebene Venezuelas und KolumbiensHarfe, Cuatro, Maracas

Maracas bestehen aus Hohlkörper, Füllung und Griff

Maracas bestehen aus einem Hohlkörper, in dem sich eine Füllung befindet. Der Körper ist mit einem Handgriff versehen. Der Spieler schüttelt durch Bewegen des Handgriffes den Hohlkörper hin und her, so dass die Füllung in diesem die Geräusche erzeugt. Zur Herstellung des Hohlkörpers wurden im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte viele verschiedene Materialien verwendet. Ursprünglich nutzte man dazu getrocknete Kürbisse, später wurde vorwiegend Holz verwendet. Moderne Maracas können aber auch aus Kunststoff hergestellt sein.

Genau genommen waren diese Kürbisse Kalebassen. Entweder steckte man einen Griff auf die runde, harte Frucht des Kalebassenbaums, oder man nahm einen Flaschenkürbis, dessen schmaler Hals selbst als Griff diente. Heute bieten Musikgeschäfte Maracas außerdem mit einem Hohlkörper aus Rohleder, Kokosnuss oder Fiberglas an.

Die Füllung kann ebenfalls je nach gewünschtem Klangbild und Verfügbarkeit variiert werden. So verwendete man früher beispielsweise Reiskörner oder kleine Kieselsteine, auch Samenkörner und Schrot wurden als Füllung genutzt. Heute kommen vorwiegend Kunststoffkugeln zum Einsatz. In der Llanera-Musik Venezuelas und Kolumbiens stecken in den Maracas traditionell die harten Samen des Indischen Blumenrohrs (Canna indica), die dort Capachos heißen. Nach ihnen tragen die Maracas in dieser Region auch den Namen Capachos.

Wie spielt man Maracas?

Eine Besonderheit der Maracas ist, dass sie fast immer paarweise gespielt werden. Bei klassischer Spielweise werden sie dabei mit ihrem Handgriff geschüttelt, einige Spieler haben sich jedoch auch angewöhnt, die Maracas mit den Fingerspitzen anzuschlagen. Üblich ist außerdem, die Maracas gegen andere Gegenstände zu schlagen, zum Beispiel den Arm des Spielers, so dass der Klang lauter und durchdringender wird.

Die Lautstärke der Instrumente kann man auch durch die Körnung der Füllung variieren. Je feiner diese gewählt wird, desto leiser und harmonischer klingt das Instrument.

Die beiden Maracas eines Paares klingen oft unterschiedlich hoch. Der Spieler hält in jeder Hand eine Maraca, und die größere von beiden klingt tiefer. In der Llanera-Musik heißt diese größere Maraca Macho, die kleinere Cascabel, also Schelle.

Wie klingen Maracas?

Maracas rauschen hell und kurz, weil viele kleine Körner gleichzeitig gegen die Innenwand des Hohlkörpers schlagen. Material und Füllung prägen den Klang. Das Musikhaus Musik Produktiv beschreibt seine Paare aus Kunststoff als sehr laut und ein großes Paar aus Naturfell als warm und voll im Ton.

Ein Paar Maracas kostet 5,90 bis 85 Euro

Ein Paar Maracas kostet im deutschen Musikfachhandel zwischen 5,90 Euro und 85 Euro. Diese Spanne stammt aus den Sortimenten von Thomann und Musik Produktiv, gemessen am 13. September 2026. Am günstigsten sind Paare aus Kunststoff, am teuersten Paare mit einem Hohlkörper aus Rohleder.

Beide Händler führen mehrere gleiche Modelle, und bei allen verglichenen Paaren stimmt der Preis überein. Die Tabelle nennt je Zeile ein Paar.

HohlkörperModellThomannMusik Produktiv
KunststoffMeinl PM3BK16 Euro16 Euro
Kunststoff, nachfüllbarLatin Percussion LP281R20,50 Euro20,50 Euro
KunststoffMeinl PM2BK22 Euro22 Euro
Rohleder, kleinMeinl MSM228 Euro28 Euro
Rohleder, traditionellMeinl MSM367 Euro67 Euro
Rohleder, großMeinl MSM473 Euro73 Euro

Einfache Paare aus Kunststoff beginnen bei 5,90 Euro (Musik Produktiv) und 6,90 Euro (Thomann). Ein Paar aus Holz kostet 9,95 Euro für ein Kindermodell mit 15 Zentimeter Länge bei Musik Produktiv und 32 Euro für ein Modell von Meinl bei Thomann. Die teuersten Paare bei Thomann sind Rohleder-Maracas in kubanischer und in kolumbianischer Ausführung für je 85 Euro.

Häufige Fragen zu Maracas

Wie heißen Maracas auf Deutsch?

Maracas heißen auf Deutsch Rumbakugeln oder Rumba-Rasseln, oft auch einfach Rasseln. Der Name Rumbakugel verbindet den kubanischen Musikstil Rumba mit der Kugelform des Hohlkörpers. Das Wort Maraca stammt vermutlich aus der Sprache der Guaraní in Südamerika.

Sind Maracas spanische Rasseln?

Nein, Maracas stammen nicht aus Spanien, sondern aus Lateinamerika und der Karibik. Rasseln aus Kalebassen gab es dort schon vor der Ankunft der Spanier, die Taíno in der Karibik schüttelten sie etwa bei religiösen Zeremonien. Heute prägen Maracas vor allem die Musik spanischsprachiger Länder wie Kuba und Venezuela.

Klingen die beiden Maracas eines Paares gleich?

Die beiden Maracas eines Paares klingen oft unterschiedlich hoch. Die größere Maraca klingt tiefer und heißt in der Llanera-Musik Venezuelas und Kolumbiens Macho. Der Spieler hält in jeder Hand eine Maraca und schüttelt beide rhythmisch.

Was ist der Unterschied zwischen Maracas und einem Eggshaker?

Maracas haben einen Handgriff, ein Eggshaker hat keinen. Der Eggshaker ist eine eiförmige, meist aus Kunststoff gefertigte Hülle mit Füllung, die ganz in der Hand liegt. Maracas werden fast immer als Paar gespielt, einen Eggshaker spielt man auch einzeln.

Was kostet ein Paar Maracas?

Ein Paar Maracas kostet im deutschen Musikfachhandel 5,90 bis 85 Euro, gemessen am 13. September 2026 bei Thomann und Musik Produktiv. Paare aus Kunststoff beginnen bei 5,90 Euro, Paare aus Rohleder bei 28 Euro.

Quellen

  1. Maracas, Wikipedia, abgerufen am 13. September 2026
  2. Maraca, Wikipedia (englisch), abgerufen am 13. September 2026
  3. Hornbostel-Sachs-Systematik, Gruppe 112.13 Gefäßrasseln, Wikipedia, abgerufen am 13. September 2026
  4. Latin Jazz Glossary, National Museum of American History (Smithsonian), abgerufen am 13. September 2026
  5. Joropo in Venezuela, UNESCO Intangible Cultural Heritage, abgerufen am 13. September 2026
  6. Llanera Music Instruments, musica-llanera.com, abgerufen am 13. September 2026
  7. Maracas im Sortiment, Thomann, Preise abgerufen am 13. September 2026
  8. Maracas im Sortiment, Musik Produktiv, Preise abgerufen am 13. September 2026

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