Marimba

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Redaktion
Konzertinstrument mit breiten Holzstäben in zwei Reihen über langen Resonanzröhren aus Metall, vier Schlägel liegen auf den Stäben. Bild: KI generiert.
Konzertinstrument mit breiten Holzstäben in zwei Reihen über langen Resonanzröhren aus Metall, vier Schlägel liegen auf den Stäben. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Die Marimba ist ein Stabspiel aus abgestimmten Holzstäben mit je einer Resonanzröhre unter jedem Stab. Sie klingt tiefer und weicher als das Xylophon, weil ihre Stäbe an der Unterseite eine tiefere Wölbung tragen und ihr erster gestimmter Oberton zwei Oktaven über dem Grundton liegt. Der Spieler schlägt die Stäbe mit garnumwickelten Schlägeln an, in der Konzertliteratur meist mit vieren. Die große Konzertmarimba umfasst fünf Oktaven und klingt so, wie sie notiert ist.

Die Marimba ist ein Stabspiel aus abgestimmten Holzstäben, unter denen für jeden Ton eine eigene Resonanzröhre hängt. Der Spieler schlägt die Stäbe mit garnumwickelten Schlägeln an, in der Konzertliteratur meist mit vier davon gleichzeitig. Gegenüber dem Xylophon klingt die Marimba tiefer, weicher und länger, weil ihre Stäbe tiefer ausgehöhlt und anders gestimmt sind. Die große Konzertmarimba umfasst fünf Oktaven und klingt so, wie sie notiert ist.

5Oktaven
4Schlägel
PalisanderStabholz
MetallResonanzröhren

Was ist eine Marimba?

Die Marimba gehört zu den Idiophonen: Der Ton entsteht im Werkstoff selbst und nicht in einer Saite oder einer Luftsäule. Die Stäbe liegen in zwei Reihen wie eine Klaviatur auf einem Rahmen, die hintere Reihe trägt die Halbtöne. Jeder Stab hängt an einer Schnur, die durch zwei Bohrungen läuft. Diese Bohrungen sitzen an den Stellen, an denen der schwingende Stab stillsteht, sodass die Aufhängung den Ton nicht abwürgt.

MerkmalMarimba
FamilieIdiophon, Stabspiel mit Resonatoren
Tonerzeugungangeschlagener Holzstab, Resonanzröhre verstärkt
Umfangvier bis fünf Oktaven, Konzertinstrumente meist fünf
Notationklingt wie notiert
StabwerkstoffHonduras-Palisander, Padouk oder Kunststoff
Resonatorenunten geschlossene Rohre aus Aluminium oder Messing
SchlägelKern aus Gummi oder Kunststoff, mit Garn umwickelt

Was unterscheidet die Marimba vom Xylophon?

Vier Merkmale trennen die Marimba vom Xylophon, und keines davon ist die Größe.

  • Stabform: Der Marimbastab trägt an der Unterseite eine tiefere und breitere Wölbung. Sie macht den Stab in der Mitte dünner und damit weicher, sodass er tiefer klingt als ein gleich langer Stab ohne Aushöhlung.
  • Gestimmte Obertöne: Beim Marimbastab stimmt der Instrumentenbauer den ersten kräftigen Oberton auf zwei Oktaven über dem Grundton. Beim Xylophonstab liegt er eine Oktave und eine Quinte darüber. Genau dieser eine Ton entscheidet über den runden gegenüber dem scharfen Klang.
  • Schlägelhärte: Die Marimba verlangt weiche, garnumwickelte Schlägel. Harte Köpfe regen die hohen Teiltöne an und lassen den Stab knallen statt klingen. Am Xylophon greifen Spieler umgekehrt zu harten Köpfen aus Kunststoff oder Holz.
  • Tonumfang: Die Marimba reicht bis in die Bassregion hinunter, das Xylophon beginnt deutlich höher und deckt meist dreieinhalb bis vier Oktaven ab.
Marimba Xylophon tiefe, breite Wölbung flache Wölbung erster gestimmter Oberton erster gestimmter Oberton zwei Oktaven Oktave und Quinte über dem Grundton über dem Grundton
Der Marimbastab wird an der Unterseite so weit ausgehöhlt, bis sein erster kräftiger Oberton zwei Oktaven über dem Grundton liegt. Beim Xylophonstab bleibt mehr Holz stehen, sein Oberton liegt eine Quinte höher und macht den Klang schärfer.

Die Marimba klingt wie notiert, das Orchesterxylophon eine Oktave höher. Wer eine Xylophonstimme unbesehen auf der Marimba spielt, landet eine Oktave zu tief. Das Xylophon steht tiefer im Notenbild, weil seine Töne sonst weit über den fünf Linien stünden.

Wie wirken die Resonanzröhren der Marimba?

Unter jedem Stab hängt ein unten geschlossenes Rohr, dessen Luftsäule auf den Ton dieses Stabes abgestimmt ist. Der Stab allein bewegt zu wenig Luft und wäre im Saal kaum zu hören. Die mitschwingende Luftsäule strahlt den Grundton ab und macht ihn tragfähig, verkürzt dabei aber den Nachklang, weil sie dem Stab schneller Energie entzieht.

Je tiefer der Ton, desto länger das Rohr. Bei den tiefsten Stäben einer Fünf-Oktaven-Marimba würde ein gerades Rohr bis unter den Boden reichen. Hersteller biegen es deshalb am unteren Ende um oder erweitern es zu einem Kasten; die Luftsäule behält ihre Länge, das Instrument bleibt spielbar.

Wie hält man vier Schlägel auf der Marimba?

Jede Hand hält zwei Schlägel zwischen den Fingern, und der Abstand zwischen ihnen wird durch Öffnen und Schließen der Hand eingestellt. Dieser Abstand ist das Intervall, das die Hand gerade greift. Zwei Grifftechniken haben sich durchgesetzt.

  • Kreuzgriff: Die Schäfte liegen in der Handfläche übereinander. Der Griff hält sicher und eignet sich für kräftige Akkorde, das Intervall lässt sich aber nur begrenzt schnell ändern. Gary Burton hat diese Haltung auf dem Vibraphon geprägt.
  • Ungekreuzter Griff: Die Schäfte liegen getrennt, jeder Schlägel wird von anderen Fingern geführt. Leigh Howard Stevens baute darauf eine Technik auf, mit der jeder Schlägel einzeln anschlagen kann. Damit lässt sich eine Rolle spielen, ohne dass beide Schlägel einer Hand gleichzeitig auftreffen.

Weil ein angeschlagener Stab schnell leiser wird, hält der Spieler lange Töne als Rolle: eine rasche Folge einzelner Anschläge, die das Ohr zu einem Klang verbindet. Ein Pedal wie beim Vibraphon gibt es nicht.

Woher stammt die Marimba?

Der Name stammt aus Bantusprachen des südlichen und östlichen Afrika, wo verwandte Bezeichnungen bis heute Stabspiele meinen. Das Balafon Westafrikas nutzt dasselbe Bauprinzip, verwendet als Resonatoren aber ausgehöhlte Kalebassen mit einer schnarrenden Membran. Auch der Name Malimba gehört in dieses Wortfeld und bezeichnet je nach Region ein Stabspiel oder ein gezupftes Lamellophon.

In Mittelamerika wurde die Marimba zum Ensembleinstrument mit Resonanzkästen aus Holz, an dem mehrere Spieler nebeneinander stehen. In Guatemala gilt sie als Nationalinstrument. Die Forschung führt diese Instrumente überwiegend auf afrikanische Vorbilder zurück, die versklavte Menschen mitbrachten; eine unabhängige indigene Entwicklung wird ebenfalls vertreten.

Die Konzertmarimba mit Metallröhren entstand Anfang des 20. Jahrhunderts bei nordamerikanischen Instrumentenbauern. Den Umfang von fünf Oktaven setzte die japanische Marimbistin Keiko Abe in den 1980er Jahren gemeinsam mit einem Hersteller durch; er ist heute der Maßstab für neue Konzertliteratur.

Welche Musik prägt die Marimba?

Im Konzertsaal steht das Concertino für Marimba von Paul Creston aus dem Jahr 1940 am Anfang der Solotradition. Keiko Abe schrieb dazu eigene Stücke und erweiterte das Repertoire für das große Instrument. Steve Reich setzte Marimbas mehrfach als tragende Stimme ein, in Drumming ebenso wie in Six Marimbas.

Außerhalb der Konzertliteratur trägt die Marimba die Volksmusik Guatemalas und Südmexikos. Im Orchester bleibt sie seltener Gast und übernimmt Stellen, die tragen sollen, ohne wie das Xylophon zu stechen.

Häufige Fragen zur Marimba

Was ist der Unterschied zwischen Marimba und Xylophon?

Die Marimba hat tiefer ausgehöhlte Stäbe als das Xylophon, und ihr erster gestimmter Oberton liegt zwei Oktaven über dem Grundton statt eine Oktave und eine Quinte. Deshalb klingt sie weich und rund, das Xylophon hell und scharf. Sie reicht außerdem weiter in die Tiefe, und ihre Schlägel tragen weiche statt harte Köpfe.

Wie viele Oktaven hat eine Marimba?

Eine Konzertmarimba umfasst heute meist fünf Oktaven. Kleinere Instrumente für Ausbildung und Ensemble decken vier bis viereinhalb Oktaven ab. Neuere Solowerke setzen den Umfang von fünf Oktaven voraus, ältere kommen mit vier aus.

Mit wie vielen Schlägeln spielt man Marimba?

Marimba spielt man in der Konzertliteratur meist mit vier Schlägeln, zwei je Hand. Der Abstand der beiden Schlägel einer Hand bestimmt das gegriffene Intervall; der Spieler verändert ihn durch Öffnen und Schließen der Finger. Für einstimmige Melodien und im Ensemble genügen zwei Schlägel.

Woraus bestehen die Stäbe einer Marimba?

Die Stäbe einer Marimba bestehen üblicherweise aus Honduras-Palisander, einem dichten tropischen Hartholz. Padouk ist die günstigere Holzalternative, Kunststoffstäbe kommen im Unterricht und im Freien zum Einsatz, weil sie auf Feuchtigkeit und Temperaturwechsel nicht reagieren.

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