Malimba ist eine regionale Bezeichnung aus dem südlichen, östlichen und zentralen Afrika, die nicht überall dasselbe Instrument meint. In den meisten Regionen, in denen der Begriff verwendet wird, bezeichnet Malimba ein Stabxylophon vom Marimba-Typ: gestimmte Holzstäbe über Resonatoren, die mit Schlägeln angeschlagen werden. In einigen Gegenden, etwa bei den Nyamwezi in Tansania, bezeichnet ein sehr ähnlicher Begriff ("Malimbe") dagegen ein gezupftes Lamellophon vom Mbira-Typ. Dieser Artikel behandelt vorrangig den weiter verbreiteten Marimba-Typ, verweist aber ausdrücklich darauf, dass "Malimba" je nach Region unterschiedliche Instrumentenfamilien meinen kann und nicht einfach mit dem westafrikanischen Balafon gleichzusetzen ist, das ein eigenständiges Instrument der Mande-Kulturen ist.
Wie klingt die Malimba?
Als Marimba-Typ verstanden, hat die Malimba einen warmen, runden, leicht schnarrenden Holzklang. Der charakteristische, leicht summende Beiklang entsteht durch dünne Membranen, oft aus Spinnenkokonhaut oder ähnlichem Material -, die über kleine Öffnungen in den Resonatoren unter den Klangstäben gespannt sind und beim Anschlag leicht mitschwingen. Dieses "Buzzing" ist in vielen afrikanischen Xylophontraditionen ein bewusst gesuchter, klanglich geschätzter Effekt, kein Konstruktionsfehler.
Woraus besteht die Malimba?
Über einem Holzrahmen sind mehrere Holzstäbe unterschiedlicher Länge, und damit unterschiedlicher Tonhöhe, aufgehängt oder aufgelegt. Unter jedem Stab sitzt ein Resonator, traditionell eine ausgehöhlte Kalebasse oder ein Rohrabschnitt, dessen Größe auf die Tonhöhe des jeweiligen Stabes abgestimmt ist. Kleine Öffnungen in den Resonatorwänden sind mit dünnen, schwingfähigen Membranen verschlossen, die dem Klang seinen charakteristischen Schnarreffekt verleihen.
Malimba-Instrumente werden oft in Sätzen unterschiedlicher Größe und Stimmlage gebaut, von hohen, kleinen bis zu tiefen, großen Ausführungen -, sodass mehrere Spieler gemeinsam ein mehrstimmiges Ensemble bilden können, ähnlich der bekannteren Marimba-Ensembletradition des südlichen Afrikas.
Wie spielt man die Malimba?
Die Malimba wird, anders als eine Mbira, nicht mit den Daumen gezupft, sondern mit Schlägeln angeschlagen, deren Köpfe meist mit Gummi oder Naturkautschuk überzogen sind, um einen runden, nicht-klackernden Ton zu erzeugen. Jeder Spieler bedient in der Regel zwei Schlägel, einen pro Hand, und schlägt die Stäbe mittig an, wo die Grundschwingung am stärksten ausgeprägt ist.
In größeren Ensembles übernehmen einzelne Instrumente unterschiedliche Funktionen: Tiefere Malimbas liefern ostinate Bassmuster, mittlere Instrumente tragen rhythmisch verschachtelte Begleitfiguren bei, während die höchsten Instrumente die eigentliche Melodie führen oder improvisieren, ein Prinzip kunstvoll ineinandergreifender, sich überlappender Muster, das für afrikanische Stabspiel-Ensembles typisch ist.
Typische Musikstile mit der Malimba
Marimba-artige Holzxylophone wie die Malimba sind über weite Teile des südlichen, östlichen und zentralen Afrikas verbreitet und in ganz unterschiedliche lokale Traditionen eingebunden, von Tanzbegleitung über zeremonielle Musik bis zu reiner Unterhaltungsmusik. Verwandte, gut dokumentierte Traditionen sind etwa die Timbila-Ensembles der Chopi in Mosambik, bei denen bis zu zehn unterschiedlich gestimmte Xylophone gemeinsam choreografierte, mehrteilige Orchesterwerke spielen, sowie die Silimba-Tradition der Lozi in Sambia.
Wo der Begriff Malimba stattdessen ein Lamellophon bezeichnet, etwa bei den Nyamwezi Tansanias, ist das Instrument dagegen eher in familiärer, alltäglicher Musik verankert, etwa bei Hochzeitsliedern.
Bekannte Lieder mit der Malimba
- Die Timbila-Orchester der Chopi in Mosambik, deren mehrteilige Kompositionen ("Mgodo") von anerkannten Komponist-Musikern geschaffen wurden, am bekanntesten dokumentiert ist der Komponist Katini von Mavila, dessen Werke der Ethnomusikologe Hugh Tracey in den 1940er-Jahren aufzeichnete.
- Die Feldaufnahmen Hugh Traceys für die International Library of African Music, die zahlreiche Malimba- und Marimba-Traditionen des südlichen, östlichen und zentralen Afrikas erstmals systematisch dokumentierten.
- Die Silimba-Ensembles der Lozi in Sambia, die traditionell zum Kuomboka-Fest gespielt werden, einem der bekanntesten Feste des südlichen Afrikas.
- Zeitgenössische Marimba-Ensembles im südlichen Afrika, die die Bautradition der kalebassenresonierten Stabxylophone fortführen und in Schul- und Gemeinschaftsprojekten weitergeben.




