Agung

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Redaktion
A pair of Philippine agung gongs from Mindanao: large bronze knobbed gongs about 55-60cm diameter with deep turned-in rims. Bild: KI generiert.
A pair of Philippine agung gongs from Mindanao: large bronze knobbed gongs about 55-60cm diameter with deep turned-in rims. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Der Agung ist ein traditionelles Instrument der indigenen Völker Mindanaos auf den Philippinen, insbesondere der Maguindanao, Maranao, Sama-Bajau und Tausug. Er besteht aus zwei großen Buckelgongs aus Bronze oder Messing, die in einem Netz aus Seilen hängen und mit einem gepolsterten Holzschlägel angeschlagen werden.

Der Agung ist ein traditionelles Instrument der indigenen Völker Mindanaos auf den Philippinen, insbesondere der Maguindanao, Maranao, Sama-Bajau und Tausug. Er besteht aus zwei großen Buckelgongs aus Bronze oder Messing, die in einem Netz aus Seilen hängen und mit einem gepolsterten Holzschlägel angeschlagen werden. Der Agung ist Teil des Kulintang-Ensembles, einer der bekanntesten Gong-Musiktraditionen Südostasiens, und wird bei Festen, Hochzeiten und gesellschaftlichen Anlässen gespielt. Gemeinsam mit den kleineren, melodieführenden Kulintang-Gongs und der Dabakan-Trommel bildet er das rhythmische und klangliche Fundament dieser Musik. Der Agung ist ein wichtiger Bestandteil der Kultur Mindanaos und ein Symbol für die Vielfalt der philippinischen Gongmusik.

Wie klingt der Agung?

Der Klang des Agung ist tief, voll und stark resonant. Da meist zwei Gongs unterschiedlicher Stimmung gleichzeitig gespielt werden, entsteht ein dichtes, pulsierendes Klangbild, das dem Ensemble seinen rhythmischen Grund gibt. Der Ton ist warm und lang ausklingend, kann aber durch Abdämpfen mit der Hand kürzer und perkussiver gestaltet werden. Im Zusammenspiel mit den helleren, melodischen Kulintang-Gongs entsteht ein kraftvoller Kontrast zwischen tiefem Puls und obenliegender Melodie. Der Klang des Agung hat eine starke Präsenz und trägt auch in einer größeren Gruppe von Musikern deutlich hörbar zum Gesamtklang bei.

Woraus besteht der Agung?

Der Agung besteht aus zwei großen Gongs aus Bronze oder Messing mit einem Durchmesser von etwa 55 bis 60 Zentimetern. Charakteristisch sind der tief eingezogene Rand und der kleine, nach außen gewölbte Buckel in der Mitte der Gongfläche, auf den beim Spielen geschlagen wird. Diese Buckelform erzeugt einen klar definierten Grundton, anders als bei flachen Gongs ohne Buckel. Die beiden Gongs hängen nicht an einem starren Griff, sondern werden senkrecht in einem Netz aus Seilen aufgehängt, das an einem einfachen Holzgestell oder Dreibein befestigt ist. Gespielt wird mit einem gepolsterten Holzschlägel, dessen Kopf mit Stoff oder Gummi umwickelt ist, damit der Ton weich und rund bleibt statt hart und blechern zu klingen. Die beiden Gongs sind meist leicht unterschiedlich groß und dadurch verschieden gestimmt.

Die beiden Gongs des Agung gehören zu den größten Instrumenten im Kulintang-Ensemble. Sie werden traditionell von lokalen Schmieden aus Bronze oder Messing gegossen oder getrieben und anschließend durch feines Abschaben der Unterseite in der Stimmung fein justiert. Diese handwerkliche Fertigung macht jedes Gongpaar zu einem Unikat mit einer eigenen, leicht individuellen Klangfarbe, die sich von Ensemble zu Ensemble unterscheiden kann.

Wie spielt man den Agung?

Der Agung wird meist von ein bis zwei Musikern gespielt, die die beiden hängenden Gongs mit dem gepolsterten Schlägel anschlagen. Da die Gongs unterschiedlich gestimmt sind, entsteht durch das Wechselspiel der beiden Töne ein einfaches, sich wiederholendes rhythmisches Muster, das den Grundpuls für das gesamte Kulintang-Ensemble vorgibt. Mit der freien Hand kann der Spieler die Gongfläche berühren und so den Ton dämpfen, wodurch kürzere, trockenere Schläge möglich werden, die sich mit den langen, austönenden Schlägen abwechseln.

Im Ensemble übernimmt der Agung zusammen mit der Dabakan, einer einfelligen Trommel, die Begleitfunktion, während die kleineren, in einer Reihe aufgestellten Kulintang-Gongs die Melodie spielen. Die Musikerinnen und Musiker orientieren sich am Grundpuls des Agung und improvisieren darüber ihre Melodielinien. Diese Spieltechnik wird traditionell mündlich von einer Generation an die nächste weitergegeben und nicht aus Noten gelernt.

Typische Musikstile mit dem Agung

Der Agung ist fester Bestandteil der Kulintang-Musik, einer Gong-Ensembletradition, die bei den Maguindanao, Maranao, Sama-Bajau und Tausug im Süden der Philippinen beheimatet ist. Diese Musik begleitet traditionell Hochzeiten, Willkommenszeremonien, religiöse Feste und andere gesellschaftliche Anlässe innerhalb der Gemeinschaft. Der Agung liefert dabei den tragenden rhythmischen Unterbau, über dem sich die kunstvollen, improvisierten Melodien der kleineren Kulintang-Gongs entfalten. Neben seiner Rolle im Ensemble wird der Agung mancherorts auch als eigenständiges Signalinstrument verwendet, etwa um Nachrichten über größere Entfernungen zu übermitteln oder eine Versammlung anzukündigen. Verwandte Gong-Ensembles mit ähnlich gebauten Buckelgongs finden sich auch in benachbarten Regionen Malaysias und Indonesiens, etwa auf Borneo und Sulawesi, wo sie unter verwandten Namen ebenfalls im Zentrum der Zeremonialmusik stehen. Die Kulintang-Tradition zählt zu den bedeutendsten Gongmusiktraditionen Südostasiens und ist ein zentraler Ausdruck der kulturellen Identität der indigenen Völker Mindanaos.

Innerhalb des Kulintang-Ensembles unterscheidet sich der tief klingende Agung deutlich von den kleineren, in einer Reihe liegenden Kulintang-Gongs, welche die eigentliche Melodie tragen, sowie von den mittelgroßen Gandingan-Gongs, die eine Art melodischen Bass spielen. Diese klare Rollenverteilung zwischen den verschiedenen Gongtypen ist charakteristisch für die Kulintang-Musik und ermöglicht das komplexe, mehrschichtige Zusammenspiel, für das diese Tradition bekannt ist.

Bekannte Lieder mit dem Agung

Da die Kulintang-Musik überwiegend mündlich überliefert wird und stark improvisatorisch geprägt ist, existieren keine festen, benannten Kompositionen im westlichen Sinne, wie man sie von populärer Musik kennt. Stattdessen werden über Generationen weitergegebene rhythmische und melodische Grundmuster von den Musikerinnen und Musikern je nach Anlass frei ausgestaltet. Der Agung erklingt bis heute bei traditionellen Festen und Zeremonien der Maguindanao, Maranao, Sama-Bajau und Tausug und wird zunehmend auch von Ensembles außerhalb der Philippinen aufgegriffen, die sich der Kulintang-Tradition widmen und sie einem größeren Publikum bekannt machen.

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