Kubing

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Bild: Lano Lan / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Das Kubing ist eine Maultrommel aus Bambus und stammt von den Philippinen. Trotz des Namens ist es keine Trommel, sondern ein Idiophon: eine schmale Zunge, die aus einem flachen Bambusstück herausgeschnitten ist und beim Anzupfen schwingt. Den eigentlichen Klang formt der Mundraum des Spielers, der das Instrument vor die Lippen hält. Verschiedene Volksgruppen der Philippinen nennen es Kubing, Kobing, Aru-ding oder Ulibaw.

Das Kubing ist eine Maultrommel aus Bambus und stammt von den Philippinen. Aus einem flachen Bambusstück schneidet der Instrumentenbauer eine Zunge heraus, die an einem Ende mit dem Rahmen verbunden bleibt und frei schwingen kann. Der Spieler hält das Instrument vor die leicht geöffneten Lippen und zupft die Zunge an. Der Ton der Zunge allein bleibt kaum hörbar, erst der Mundraum als Resonanzraum macht daraus Musik.

Wie klingt ein Kubing?

Das Kubing klingt leise, sirrend und obertonreich. Die schwingende Bambuszunge liefert einen einzigen, immer gleichen Grundton. Wer die Mundform, die Zungenstellung und den Atem verändert, hebt einzelne Obertöne aus diesem Grundton hervor und formt damit Tonfolgen, die klingen, als spräche das Instrument.

Diese Wirkung bleibt an unmittelbare Nähe gebunden. Gegen ein Gong-Ensemble mit Kulintang und Agung setzt sich ein Kubing nicht durch.

Wie ist ein Kubing aufgebaut?

Ein Kubing entsteht aus einem einzigen Stück Bambus. In der Mitte des Streifens arbeitet der Bauer eine schmale Zunge heraus, links und rechts davon bleibt der Rahmen als Griff stehen. Weder eine Saite noch ein Fell noch ein Klöppel kommt hinzu, denn Zunge und Rahmen bestehen aus demselben Materialstück.

Länge und Dicke der Zunge legen die Grundtonhöhe fest, die sich danach nicht mehr verändern lässt. Am Rahmen sitzt oft eine kurze Schnur, an der der Spieler zieht, um die Zunge anzureißen. Manche Volksgruppen fertigen das Kubing aus Messing statt aus Bambus, was den Grundton heller macht.

Wie spielt man ein Kubing?

Der Spieler hält den Rahmen waagerecht vor die leicht geöffneten Lippen, sodass die Zunge direkt vor der Mundöffnung liegt. Eine Hand hält den Rahmen, die andere schnellt die Zunge mit dem Daumen an oder zieht ruckartig an der Schnur. Die Lippen berühren dabei nur den Rahmen, nie die schwingende Zunge.

Alles Weitere passiert im Mund. Wer die Mundhöhle verkleinert, verstärkt hohe Obertöne, wer sie vergrößert, tiefe. Ein- und Ausatmen fügt rhythmische Muster hinzu. Die ersten Töne gelingen schnell, die gezielte Steuerung der Mundresonanz braucht dagegen Übung. Ein Notenbild dafür gibt es nicht, die Melodien wandern mündlich weiter.

Warum heißt das Kubing auch Aru-ding?

Kubing und Aru-ding bezeichnen dasselbe Instrument, nur in verschiedenen Sprachen der Philippinen. Kubing sagen die Maranao auf Mindanao, Aru-ding die Tagbanwa auf Palawan.

Diese Namensvielfalt ist kein Zufall: Auf den Philippinen leben zahlreiche Volksgruppen mit eigenen Sprachen, und jede hat ihr eigenes Wort für das Instrument geprägt. Verwandte Maultrommeln finden sich außerdem in Indonesien und auf Borneo, was auf eine gemeinsame austronesische Herkunft der Bauform deutet.

Wofür nutzen die Menschen das Kubing?

Das Kubing dient traditionell der Werbung und dem stillen Gespräch. Junge Männer spielen damit abends leise Melodien für eine umworbene Person und drücken Zuneigung aus, ohne ein Wort zu sagen. Zwei Spieler antworten einander auch im Wechsel.

Damit steht das Kubing am anderen Ende der philippinischen Musik als die lauten Ensembles: Der Kulintang füllt einen Festplatz, das Kubing reicht selten weiter als bis zum Gegenüber. Aus Bambus fertigen dieselben Regionen auch das Kerbinstrument Tagutok.

Häufige Fragen zum Kubing

Ist das Kubing wirklich eine Trommel?

Nein, das Kubing ist keine Trommel, auch wenn der deutsche Name Maultrommel das nahelegt. Eine Trommel ist ein Membranophon, bei dem ein gespanntes Fell den Ton erzeugt. Beim Kubing schwingt dagegen eine Zunge aus festem Material, deshalb zählt es zu den Idiophonen, genauer zu den gezupften Lamellophonen. Das Wort Trommel im Namen führt hier in die Irre.

Woraus besteht ein Kubing?

Ein Kubing besteht meist aus einem einzigen Stück Bambus, aus dem der Bauer Rahmen und Zunge in einem Arbeitsgang herausarbeitet. Einige Volksgruppen, etwa die Yakan, fertigen es aus Messing. Saiten, Felle oder Schlägel gehören nicht dazu, nur eine kurze Zugschnur kommt häufig hinzu.

Wie erzeugt ein Kubing verschiedene Töne?

Ein Kubing erzeugt verschiedene Töne allein über den Mundraum des Spielers. Die Zunge schwingt immer gleich und liefert einen festen Grundton samt Obertonreihe. Der Mund wirkt als verstellbarer Resonanzraum und hebt jeweils andere Obertöne hervor. Griffe, Löcher oder Tasten besitzt das Instrument nicht.

Wie heißt das Kubing in anderen Regionen der Philippinen?

Das Kubing trägt je nach Volksgruppe einen anderen Namen. Bei den Maranao heißt es Kubing, bei den Maguindanao Kobing, bei den Tagbanwa auf Palawan Aru-ding und bei den Kalinga auf Luzon Ulibaw. Alle Namen meinen dieselbe Bambus-Maultrommel.

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