Die Schlitztrommel ist ein Idiophon, das in vielen Kulturen auf der ganzen Welt vorkommt, etwa in Zentralafrika, Ozeanien, Mittel- und Südamerika sowie in Ostasien. Sie besteht aus einem massiven, ausgehöhlten Baumstamm oder einem massiven Holzkasten mit einem oder mehreren länglichen Schlitzen an der Oberseite. Anders als bei einer gewöhnlichen Trommel ist über der Schlitztrommel kein Fell gespannt: Der Klang entsteht ausschließlich durch das Holz selbst. Durch den Schlitz entstehen im Inneren zwei oder mehr unterschiedlich dicke Holzzungen, die beim Anschlagen jeweils einen eigenen Ton erzeugen. Die Schlitztrommel wird mit Stöcken oder Schlägeln in der Nähe des Schlitzes angeschlagen. Sie ist ein sehr flexibles Instrument, das in vielen Musikstilen verwendet wird, von traditioneller afrikanischer und ozeanischer Musik bis zu Signal- und Botschaftstrommeln, mit denen früher Nachrichten über weite Strecken übermittelt wurden.
Wie klingt die Schlitztrommel?
Die Schlitztrommel ist ein sehr einzigartiges Instrument, das einen charakteristischen, hölzernen Klang erzeugt. Da kein Fell über dem Korpus gespannt ist, klingt der Ton trockener und perkussiver als bei einer Felltrommel, tief, dumpf und resonant, wenn der Korpus groß ist, heller und klarer bei kleineren Instrumenten.
Weil die beiden Zungen links und rechts des Schlitzes meist unterschiedlich dick sind, erzeugt jede Seite einen eigenen Ton, sodass mit einer einzigen Schlitztrommel oft schon zwei verschiedene Tonhöhen gespielt werden können. Der Klang ist sehr rhythmisch und hat eine hypnotische, tragende Wirkung, weshalb Schlitztrommeln in manchen Kulturen traditionell auch zur Übermittlung von Signalen über weite Entfernungen genutzt wurden.
Woraus besteht die Schlitztrommel?
Die Schlitztrommel wird aus einem einzigen massiven Stück Holz gefertigt, meist aus einem ausgehöhlten Baumstamm oder einem massiven Holzkasten. An der Oberseite verläuft ein länglicher Schlitz, manchmal auch zwei oder mehr parallele Schlitze. Durch diesen Schlitz wird das Innere des Stamms oder Kastens ausgehöhlt, sodass links und rechts des Schlitzes unterschiedlich dicke Holzzungen stehen bleiben.
Je nach Dicke und Länge dieser Zungen entsteht beim Anschlagen ein jeweils eigener Ton, dickere, kürzere Zungen klingen höher, dünnere, längere Zungen tiefer. Die Schlitztrommel besitzt keinerlei Fell oder Membran; der gesamte Klang entsteht allein durch das schwingende Holz. Manche Schlitztrommeln werden zusätzlich verziert oder in Tierform geschnitzt, insbesondere große zeremonielle Exemplare in Zentralafrika und Ozeanien, deren Größe mitunter mehrere Meter erreichen kann.
Wie spielt man die Schlitztrommel?
Die Schlitztrommel wird mit ein oder zwei Holzschlägeln oder Stöcken gespielt, die meist mit einem Stück Gummi oder Leder umwickelt sind, um den Klang abzudämpfen und Beschädigungen am Holz zu vermeiden. Der Spieler schlägt damit in der Nähe des Schlitzes auf die Holzzungen.
Da die beiden Zungen links und rechts des Schlitzes unterschiedlich dick sind, erzeugt jede Seite einen eigenen Ton. Durch abwechselndes Anschlagen der beiden Seiten lassen sich einfache Zweiton-Muster spielen, größere Schlitztrommeln mit mehreren Schlitzen erlauben entsprechend mehr Töne.
In vielen Kulturen werden Schlitztrommeln in festen rhythmischen Mustern gespielt, die auch als Signale dienen können: In Teilen Zentralafrikas wurden große Schlitztrommeln traditionell genutzt, um Nachrichten über mehrere Kilometer hinweg an Nachbardörfer weiterzugeben, indem bestimmte Rhythmusfolgen wie Wörter einer gesprochenen Sprache codiert wurden.
Kleinere Schlitztrommeln werden dagegen häufig in Ensembles eingesetzt, um den Grundrhythmus eines Musikstücks vorzugeben, während andere Instrumente Melodie und Verzierungen ergänzen.
Typische Musikstile mit der Schlitztrommel
Zu den bekanntesten Vertretern der Schlitztrommel zählt die Teponaztli der Azteken und weiterer mesoamerikanischer Kulturen, ein liegender Holzkörper mit H-förmigem Schlitz, der bei religiösen und zeremoniellen Anlässen gespielt wurde und noch heute in einigen mexikanischen Traditionen nachgebaut und gespielt wird.
In Zentralafrika dienten große Schlitztrommeln über Jahrhunderte als Signal- und Botschaftstrommeln zwischen Dörfern und werden bis heute in zeremonieller und rhythmischer Musik eingesetzt. In ostasiatischen buddhistischen Tempeln wird eine kleinere, oft fischförmig geschnitzte Schlitztrommel verwendet, der sogenannte Holzfisch (Muyu), um beim gemeinsamen Rezitieren von Sutren den Rhythmus vorzugeben. Auch in ozeanischen Kulturen, etwa in Vanuatu und Papua-Neuguinea, gehören große, oft kunstvoll geschnitzte Schlitztrommeln zu den zentralen Instrumenten zeremonieller Musik.
Bekannte Lieder mit der Schlitztrommel
Die Schlitztrommel wird vor allem im Rahmen von Zeremonien, Ritualen und traditioneller Ensemblemusik gespielt und ist selten einem einzelnen, betitelten Musikstück zugeordnet, wie es bei populärer Musik üblich ist. Bekannt ist sie stattdessen durch ihre feste Funktion in den jeweiligen Traditionen, als Botschaftstrommel in Zentralafrika, als zeremonielles Instrument im vorspanischen Mesoamerika oder als rhythmusgebender Holzfisch in buddhistischen Tempeln Ostasiens.




