E-Gitarre lernen

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Redaktion
Der Korpus einer E-Gitarre, dahinter ein Übungsverstärker. Foto: StockSnap / Pixabay.
Der Korpus einer E-Gitarre, dahinter ein Übungsverstärker. Foto: StockSnap / Pixabay.

Zusammenfassung

Die E-Gitarre ist nicht schwerer zu lernen als die Akustikgitarre, sondern leichter zu greifen: Die Saitenlage ist niedriger, die Saiten sind dünner, die Greifhand braucht weniger Kraft. Verstärker und Kabel gehören dabei von Anfang an zur Grundausstattung, in der Wohnung übernimmt ein Kopfhörerverstärker. Als schnellster Einstieg dienen Powerchords, weil eine einzige Griffform über das ganze Griffbrett wandert. Die größte Umstellung ist das Abdämpfen der ungespielten Saiten.

Die E-Gitarre ist nicht schwerer zu lernen als die Akustikgitarre. Sie ist leichter zu greifen: Die Saiten liegen näher am Griffbrett, sie sind dünner und stehen unter geringerer Spannung, deshalb braucht die Greifhand weniger Kraft. Dafür gehören Verstärker und Kabel von Anfang an zur Ausstattung, denn ohne Verstärker fehlt der halbe Klang. Als schnellsten Einstieg spielt der Anfänger Powerchords: zwei Finger, ein Griff, der über das ganze Griffbrett wandert.

6Saiten
2Töne im Powerchord
niedrigSaitenlage
Verstärkergehört zum Start

Wie fängt man mit der E-Gitarre an?

Der Einstieg auf der E-Gitarre beginnt mit einem sauberen Ton, nicht mit einem Effektgerät.

Der Verstärker steht dafür auf einem cleanen Kanal, Höhen und Bässe in Mittelstellung, kein Hall, keine Verzerrung. In dieser Einstellung hört der Anfänger jedes Nebengeräusch, und genau das ist der Zweck. Verzerrung deckt keine Fehler zu, sie macht sie lauter: Jede unbeabsichtigt mitschwingende Saite, jedes Rutschen auf der Umspinnung kommt verstärkt zurück.

Die Greifhand arbeitet wie auf jeder Gitarre. Der Daumen liegt hinten am Hals, die Finger drücken kurz vor dem Bundstäbchen. Die rechte Hand lernt zusätzlich das Abdämpfen: Der Handballen liegt locker an den Saiten nahe der Brücke und hält still, was nicht klingen soll.

Was braucht man zum E-Gitarre lernen?

Zum E-Gitarre lernen braucht es die Gitarre, ein Klinkenkabel und einen Verstärker. Diese drei Teile gehören zusammen, ein einzelnes davon ergibt keinen Ton.

Für die Wohnung ist ein Kopfhörerverstärker die praktischste Lösung. Das ist entweder ein kleiner Stecker, der direkt in die Buchse der Gitarre geht, oder ein Übungsverstärker mit Kopfhörerausgang. Beides erlaubt Verzerrung in voller Lautstärke, ohne dass die Nachbarn mithören. Unverstärkt klingt eine E-Gitarre leise und dünn, für das reine Üben von Griffen reicht das, für Klang und Dynamik nicht.

Dazu kommen ein Clip-Stimmgerät, ein Gurt, Plektren und Ersatzsaiten. Ein Verzerrer ist kein Startzubehör: Die meisten Übungsverstärker bringen einen verzerrten Kanal bereits mit.

MerkmalE-Gitarre lernen
Sinnvolles Einstiegsalterab etwa acht Jahren mit kurzer Mensur und leichtem Korpus, sonst zieht das Gewicht an der Schulter
AusstattungE-Gitarre, Klinkenkabel, Übungs- oder Kopfhörerverstärker, Stimmgerät, Gurt, Plektren
Zeit bis zum ersten Riffwenige Wochen für ein Riff aus Powerchords, je nach Übezeit
Typische Übezeit pro Wochefünf bis sieben kurze Einheiten, zusammen etwa ein bis drei Stunden
Häufigste AnfängerhürdeNebengeräusche, weil niemand die ungespielten Saiten abdämpft
KostenGrößenordnung: mittlerer dreistelliger Bereich für Gitarre, kleinen Verstärker und Kabel

Warum ist die E-Gitarre leichter zu greifen als die Akustikgitarre?

Die E-Gitarre lässt sich leichter greifen, weil drei Bauwerte zusammenkommen: niedrige Saitenlage, dünne Saiten und ein schmaler Hals.

Die Saitenlage beschreibt den Abstand zwischen Saite und Bundstäbchen. Je kleiner er ist, desto weniger Weg legt der Finger zurück und desto weniger Kraft braucht er. E-Gitarren stellt der Hersteller ab Werk niedriger ein als Akustikgitarren, weil der Tonabnehmer die Schwingung abnimmt und die Saite dafür nicht weit ausschlagen muss. Dazu kommen dünnere Saiten mit geringerer Spannung, die sich auch ziehen lassen, und ein schmalerer Hals, um den die Hand leichter greift.

Dieselbe niedrige Saitenlage bringt aber ein neues Problem mit: Wer zu fest drückt, zieht den Ton hoch und spielt zu hoch. Auf der klassischen Gitarre verzeiht die höhere Saitenlage das eher.

Wie übt man Powerchords auf der E-Gitarre?

Powerchords übt man als eine einzige Griffform, die der Spieler über das Griffbrett verschiebt.

Der Zeigefinger nimmt den Grundton, der Ringfinger die Quinte zwei Bünde höher auf der Nachbarsaite, der kleine Finger kann die Oktave darüber ergänzen. Diese Form bleibt in jeder Lage gleich. Welcher Akkord entsteht, entscheidet allein der Bund, in dem der Zeigefinger sitzt. Deshalb spielt ein Anfänger nach einer Übungseinheit bereits ein Dutzend Akkorde, ohne ein Dutzend Griffe gelernt zu haben.

Ein Griff, zwei Finger dAE 1234567 134 G5 Derselbe Griff, verschoben F5G5A5H5C5D5E5 135781012 E-Saite
Der Powerchord besteht aus Grundton und Quinte, die Oktave mit dem kleinen Finger ist freiwillig. Der Bund des Zeigefingers auf der tiefen E-Saite bestimmt, welcher Akkord klingt.

Ein Powerchord enthält keine Terz. Er besteht nur aus Grundton und Quinte. Die Terz entscheidet in einem Akkord über Dur oder Moll, und weil sie fehlt, passt derselbe Griff über beide Zusammenhänge. Deshalb tragen zwei Finger ganze Rockstücke, ohne dass der Spieler eine einzige Akkordform mehr können muss.

Welche Hürden treten beim E-Gitarre lernen auf?

Die häufigsten Hürden beim E-Gitarre lernen entstehen erst durch den Verstärker.

  • Nebengeräusche sind die größte Umstellung gegenüber der Akustikgitarre. Der Verstärker gibt jede mitschwingende Saite und jedes Rutschen der Finger wieder. Abdämpfen mit Handballen und Greifhand gehört deshalb von Anfang an zur Technik.
  • Zu viel Verzerrung beim Üben verschleiert nichts, sie verstärkt die Fehler. Der clean eingestellte Verstärker zeigt zuverlässiger, ob ein Griff sauber sitzt.
  • Zu fester Druck zieht den Ton bei niedriger Saitenlage nach oben. Der Finger drückt nur so fest, dass die Saite das Bundstäbchen erreicht.
  • Das Gewicht auf der Schulter fällt bei längeren Einheiten auf. Ein breiter, gepolsterter Gurt verteilt es besser als ein schmales Band.

Wer von der Akustikgitarre kommt, bringt die halbe Technik bereits mit, weil die Greifhand dort dasselbe tut. Die Grundlagen dazu stehen im Artikel zum Gitarre lernen.

Häufige Fragen zum E-Gitarre lernen

Ist die E-Gitarre für Anfänger geeignet?

Die E-Gitarre ist für Anfänger gut geeignet und in einem Punkt sogar leichter als die Akustikgitarre: Niedrige Saitenlage, dünne Saiten und ein schmaler Hals verlangen der Greifhand weniger Kraft ab. Der Umweg über eine Akustikgitarre ist nicht nötig. Anfänger müssen dafür früher lernen, ungespielte Saiten abzudämpfen, weil der Verstärker jedes Nebengeräusch mitnimmt.

Braucht man zum E-Gitarre lernen einen Verstärker?

Zum E-Gitarre lernen gehört ein Verstärker zur Grundausstattung. Unverstärkt gibt eine E-Gitarre nur einen leisen, dünnen Ton ab, weil ihr der Resonanzkörper fehlt. Griffe lassen sich so zwar üben, Anschlag, Dynamik und Klangkontrolle nicht. Für Wohnungen genügt ein Kopfhörerverstärker.

Was ist ein Powerchord auf der E-Gitarre?

Ein Powerchord ist ein Akkord aus Grundton und Quinte, den der Spieler auf der E-Gitarre mit zwei Fingern greift, oft ergänzt um die Oktave mit dem kleinen Finger. Ihm fehlt die Terz, die sonst über Dur oder Moll entscheidet, deshalb passt er in beide Zusammenhänge. Die Griffform bleibt in jeder Lage gleich und wandert über das Griffbrett.

Wie übt man E-Gitarre leise in der Wohnung?

E-Gitarre übt man in der Wohnung über einen Kopfhörerverstärker. Das ist entweder ein kleiner Stecker direkt an der Gitarrenbuchse oder ein Übungsverstärker mit Kopfhörerausgang. Beide Wege liefern den vollen verstärkten Klang samt Verzerrung, nach außen bleibt nur das leise Klacken des Plektrums auf den Saiten hörbar.

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