Konzertgitarren-Zubehör umfasst alle Gegenstände, die das Sitzen, Stimmen und den Transport der klassischen Gitarre unterstützen: Fußbank, Gitarrenstütze, Kapodaster, Stimmgerät, Koffer oder Gigbag sowie Notenständer. Die klassische Sitzhaltung mit erhöhtem linken Bein unterscheidet die Konzertgitarre von Western- und E-Gitarre und verlangt dafür eigenes Zubehör, das Fußbank oder Stütze übernehmen. Kapodaster und Stimmgerät betreffen Tonhöhe und Tonart, Koffer oder Gigbag den Transport, und ein Notenständer gehört zur Grundausstattung, weil klassisches Repertoire meist nach Noten gespielt wird. Dieser Ratgeber erklärt zu jeder Kategorie, was sie leistet und worauf beim Kauf zu achten ist.
Welches Zubehör braucht eine Konzertgitarre?
Wer eine Konzertgitarre kauft, braucht für den Start sechs Kategorien an Zubehör: eine Fußbank oder Gitarrenstütze für die klassische Sitzhaltung, einen Kapodaster für gelegentliche Tonartwechsel, ein Stimmgerät, einen Koffer oder Gigbag für den Transport sowie einen Notenständer für das Spiel nach Noten. Jede Kategorie erfüllt eine eigene Aufgabe, und beim Kauf zählt jeweils ein anderes Kriterium. Wie sich die Nylonsaiten der Konzertgitarre grundsätzlich von den Stahlsaiten einer Westerngitarre unterscheiden, erklärt der Vergleichsartikel Westerngitarre oder Konzertgitarre.
| Kategorie | Worauf beim Kauf achten |
|---|---|
| Fußbank | mehrere Höhenstufen oder stufenlose Verstellung, rutschfeste Standfläche |
| Gitarrenstütze | sichere Befestigung am Korpus ohne Druckstellen im Lack |
| Kapodaster | gerade, an das flache Griffbrett angepasste Klemmleiste |
| Stimmgerät | Clip-Tuner mit Schwingungsmessung für die unverstärkte Gitarre |
| Koffer oder Gigbag | Innenform für den Korpus ohne Cutaway, Polsterung passend zum Transportweg |
| Notenständer | stabiler Stand, ausreichend breite und neigbare Ablage |
Fußbank oder Gitarrenstütze: Was passt zur klassischen Sitzhaltung?
Eine Fußbank stützt den linken Fuß im Sitzen und hebt ihn einige Zentimeter über den Boden. Dadurch steigt auch der linke Oberschenkel, die Konzertgitarre liegt höher auf dem Bein, und der Hals zeigt schräg nach oben statt waagerecht nach vorn. Diese Haltung öffnet den Zugang zum gesamten Griffbrett und ist die traditionelle Sitzhaltung im klassischen Gitarrenunterricht. Die meisten Fußbänke lassen sich über mehrere Klapp- oder Schraubstufen in der Höhe verstellen, damit sie zur eigenen Körpergröße passen.
Eine Gitarrenstütze erreicht dieselbe erhöhte Spielposition auf umgekehrtem Weg: Sie wird am Korpus der Gitarre befestigt, meist an der Unterseite über der rechten Zarge, und stützt sich direkt auf dem linken Oberschenkel ab. Der Fuß bleibt dabei flach auf dem Boden, nur das Instrument steht höher. Wer beide Füße lieber gleich belastet oder eine Fußbank als unbequem empfindet, greift zur Stütze. Beide Lösungen verfolgen denselben Zweck, die Wahl bleibt reine Vorliebe.
Wozu dient ein Kapodaster bei der Konzertgitarre?
Ein Kapodaster klemmt quer über alle sechs Saiten auf einen Bund und verkürzt die schwingende Saitenlänge für das ganze Griffbrett, sodass jeder gewohnte Griff einen oder mehrere Halbtöne höher klingt. In der klassischen Musik kommt er seltener zum Einsatz als in Pop und Folk, weil Notenausgaben meist für die volle Mensur und die offene Stimmung geschrieben sind. Trotzdem gehört er zur Grundausstattung, etwa um ein Stück ohne Umgreifen in eine andere Tonart zu heben oder an die Stimmlage eines Sängers anzupassen. Weil das Griffbrett der Konzertgitarre flacher und breiter ist als bei einer Stahlsaiten-Gitarre, braucht sie einen geraden statt gewölbten Kapodaster, sonst liegt der Anpressdruck ungleich auf den sechs Saiten.
Warum braucht die Konzertgitarre ein Stimmgerät?
Eine Konzertgitarre verstimmt sich wie jede Gitarre durch Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswechsel sowie durch die Zugspannung, die dauerhaft auf Hals und Steg wirkt, und braucht deshalb ein Stimmgerät zum regelmäßigen Nachstimmen. Frisch aufgezogene Nylonsaiten dehnen sich in den ersten Tagen bis Wochen deutlich stärker als Stahlsaiten und verlangen in dieser Zeit besonders häufiges Nachstimmen. Weil die Konzertgitarre traditionell unverstärkt gespielt wird, eignet sich ein Clip-Tuner am besten: Er klemmt an der Kopfplatte und misst die Schwingung der Saite direkt über das Holz, unabhängig vom Umgebungslärm. Mehr zu Anzeigearten und Bauformen erklärt der Artikel Stimmgeräte für Gitarren.
Neue Nylonsaiten brauchen mehr Nachstimmen als eingespielte. Nylon dehnt sich beim Aufziehen stärker und länger als Stahl, deshalb wandert die Stimmung einer frisch bespannten Konzertgitarre in den ersten Tagen merklich, bis sich die Saiten gesetzt haben.
Koffer oder Gigbag: Welcher Schutz passt zur Konzertgitarre?
Ein Gigbag ist eine gepolsterte, weiche Tasche mit Trageriemen, die vor Kratzern, Staub und leichten Stößen schützt und wenig wiegt. Ein Koffer besteht aus starrem Material, meist Holz, Kunststoff oder Karbon, und schützt zusätzlich vor Druck von außen sowie vor stärkeren Stößen, etwa bei Flugreisen oder häufigen Fahrten im Auto. Die Konzertgitarre hat anders als viele Westerngitarren keinen Cutaway und einen eigenen Korpusumriss, deshalb passt eine für Westerngitarren geformte Innenschale oft nicht sauber um Zargen und oberen Bug. Wer Koffer oder Gigbag kauft, achtet deshalb auf eine Innenform, die für den Korpus der Konzertgitarre gebaut ist.
Wozu braucht die Konzertgitarre einen Notenständer?
Klassisches Repertoire wird fast immer nach Noten gespielt, deshalb gehört ein Notenständer zur Grundausstattung, anders als in vielen Pop- und Rockstilen, die oft nach Gehör oder Tabulatur ohne Notenlinien laufen. Im Sitzen mit erhöhtem linken Bein braucht der Ständer eine Ablage, die auf Augenhöhe und in bequemem Leseabstand einstellbar ist, ohne den Bewegungsraum des Spielarms einzuschränken. Eine breite, leicht geneigte Ablage hält auch mehrseitige Notenausgaben oder ein aufgeschlagenes Buch sicher, und ein stabiler Stand verhindert das Umkippen bei jeder Bewegung am Instrument. Wer die Grundlagen der klassischen Gitarre erst aufbaut, findet Hintergrund zu Aufbau und Stimmung im Artikel Klassische Gitarre.
Häufige Fragen zum Konzertgitarren-Zubehör
Welches Zubehör braucht man für eine Konzertgitarre?
Für eine Konzertgitarre braucht man mindestens eine Fußbank oder Gitarrenstütze für die klassische Sitzhaltung und ein Stimmgerät, denn ohne die richtige Sitzposition bleibt das Griffbrett schwer erreichbar und ohne Stimmgerät verliert die Gitarre rasch die richtige Tonhöhe. Dazu kommen ein Koffer oder Gigbag für den Transport und ein Notenständer für das Spiel nach Noten. Ein Kapodaster ist kein Grundbedarf, sondern wird nur für gelegentliche Tonartwechsel gebraucht.
Fußbank oder Gitarrenstütze: Was ist besser für die Konzertgitarre?
Fußbank und Gitarrenstütze bringen den Gitarrenhals auf unterschiedlichem Weg in dieselbe erhöhte Spielposition, keine der beiden Lösungen ist grundsätzlich besser. Eine Fußbank hebt den linken Fuß und damit den Oberschenkel an, eine Gitarrenstütze wird stattdessen am Korpus befestigt und lässt beide Füße flach auf dem Boden. Welche Lösung passt, entscheidet allein die persönliche Vorliebe für die Sitzhaltung.
Warum verstimmt sich eine Konzertgitarre mit neuen Nylonsaiten schneller?
Eine Konzertgitarre mit neuen Nylonsaiten verstimmt sich schneller, weil Nylon sich beim Aufziehen stärker und über einen längeren Zeitraum dehnt als Stahl. In den ersten Tagen bis Wochen nach dem Saitenwechsel wandert die Stimmung deshalb spürbar, bis sich die Saiten gesetzt haben und die Dehnung nachlässt. Häufiges Nachstimmen in dieser Zeit ist normal und kein Zeichen eines Defekts.
Braucht eine Konzertgitarre einen anderen Koffer als eine Westerngitarre?
Eine Konzertgitarre braucht oft einen eigenen Koffer oder Gigbag, weil ihr Korpus anders als bei vielen Westerngitarren keinen Cutaway besitzt und einen eigenen Umriss an Ober- und Unterbug hat. Eine für Westerngitarren geformte Innenschale passt deshalb nicht immer sauber um den Korpus der Konzertgitarre. Beim Kauf lohnt sich deshalb der Blick auf Modelle, die eigens für den Korpus der Konzertgitarre gebaut sind.



