Stimmgeräte für Gitarren

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guitar tuner, Symbolbild zu Stimmgeräte für Gitarren (guitar, songs, string, instrument). Foto: arreimagens / Pixabay.
guitar tuner, Symbolbild zu Stimmgeräte für Gitarren (guitar, songs, string, instrument). Foto: arreimagens / Pixabay.

Zusammenfassung

Ein Stimmgerät für Gitarren misst die Frequenz einer Saite und vergleicht sie mit dem Kammerton A bei 440 Hz. Vier Bauarten sind gebräuchlich: das Clip-Stimmgerät am Kopf der Gitarre, das Mikrofon- oder Standgerät für akustische Instrumente ohne Tonabnehmer, das stummschaltbare Pedal-Stimmgerät in der Signalkette der E-Gitarre und die App auf dem Smartphone. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie sie den Ton aufnehmen und wie zuverlässig sie in lauter Umgebung arbeiten.

Ein Stimmgerät für Gitarren zeigt an, ob eine gespielte Saite zu hoch, zu tief oder richtig gestimmt schwingt. Es ersetzt den Tonvergleich nach Gehör durch eine Messung der tatsächlichen Frequenz. Vier Bauarten haben sich durchgesetzt: das Clip-Stimmgerät am Kopf der Gitarre, das Mikrofon- oder Standgerät für akustische Instrumente, das Pedal-Stimmgerät für die E-Gitarre und die App auf dem Smartphone. Alle vier folgen demselben Grundprinzip, unterscheiden sich aber darin, wie sie den Ton aufnehmen.

4Bauarten
440 HzKammerton A
6Saiten in Standardstimmung
CentMaßeinheit der Abweichung

Wie funktioniert ein Stimmgerät für Gitarren?

Ein Stimmgerät für Gitarren misst die Frequenz einer schwingenden Saite und vergleicht sie mit einem festgelegten Referenzton. Nahezu alle heutigen Geräte arbeiten elektronisch: Ein Sensor oder ein Mikrofon wandelt die Schwingung in ein elektrisches Signal um, ein Prozessor bestimmt daraus die Frequenz in Hertz und gleicht sie mit der gewünschten Zielnote ab. Als Referenz dient der Kammerton A bei 440 Hz, die international vereinbarte Normalstimmung: Der Ton A der eingestrichenen Oktave schwingt bei dieser Stimmung 440-mal pro Sekunde, und alle übrigen Töne der Tonleiter leiten sich rechnerisch von diesem Wert ab. Weicht eine Saite vom Zielton ab, zeigt das Display die Differenz meist in Cent an, also in Hundertstel eines Halbtonschritts, und eine Nadel oder ein Lichtband wandert zur richtigen Seite.

Saite Frequenz E2 (6.) 82,41 Hz A2 (5.) 110,00 Hz - eine Oktave unter Kammerton A D3 (4.) 146,83 Hz G3 (3.) 196,00 Hz H3 (2.) 246,94 Hz E4 (1.) 329,63 Hz
Die sechs Saiten der Standardstimmung schwingen mit festen Frequenzen; die A-Saite liegt eine Oktave unter dem Kammerton A bei 440 Hertz.

Welche Bauarten von Stimmgeräten gibt es für Gitarren?

Vier Bauarten von Stimmgeräten haben sich für Gitarren durchgesetzt, und sie unterscheiden sich vor allem darin, wie sie den Ton aufnehmen. Das Clip-Stimmgerät misst die Schwingung direkt am Korpus, das Mikrofon- oder Standgerät nimmt den Klang über die Luft ab, das Pedal-Stimmgerät liegt im elektrischen Signalweg der E-Gitarre, und die App nutzt das eingebaute Mikrofon eines Smartphones. Die folgende Übersicht stellt die vier Bauarten gegenüber.

BauartSignalaufnahmeTypischer EinsatzVerhalten bei Umgebungslärm
Clip-StimmgerätVibration über den Korpus (Piezosensor)alle Gitarrentypen, unterwegs und auf der Bühneunempfindlich, da kein Mikrofon nötig ist
Mikrofon- / StandgerätSchall über ein eingebautes Mikrofonakustische Gitarre ohne Tonabnehmerempfindlich, arbeitet am besten in ruhiger Umgebung
Pedal-Stimmgerätelektrisches Signal aus der SignalketteE-Gitarre mit Tonabnehmer, feste Position auf dem Pedalboardunempfindlich, da kein akustisches Signal verarbeitet wird
App-StimmgerätSchall über das Smartphone-Mikrofonschneller Check ohne eigenes Gerätempfindlich, wie beim Mikrofon-Stimmgerät

Wie arbeitet ein Clip-Stimmgerät an der Gitarre?

Ein Clip-Stimmgerät klemmt an der Kopfplatte der Gitarre und misst die Schwingung über einen Piezosensor, der den Körperkontakt statt des Schalls auswertet. Dadurch bleibt es von Umgebungsgeräuschen fast unbeeinflusst und funktioniert auch in einem lauten Proberaum oder direkt hinter der Bühne vor einem Auftritt. Das kleine Display sitzt am Gerät selbst und lässt sich meist drehen, sodass der Spieler es unabhängig von der Haltung der Gitarre ablesen kann. Weil weder Kabel noch Mikrofon nötig sind, eignet sich das Clip-Stimmgerät für akustische Gitarren ebenso wie für E-Gitarren.

Wann eignet sich ein Mikrofon- oder Standgerät zum Stimmen?

Ein Mikrofon- oder Standgerät eignet sich für akustische Gitarren wie die Westerngitarre ohne eingebauten Tonabnehmer, weil es den Ton über ein eingebautes Mikrofon aus der Luft aufnimmt statt über ein Kabel oder eine Klemme am Korpus. Es steht frei auf einem Tisch, einem Notenständer oder in einem Übungspult und braucht keinen Kontakt zum Instrument. Der Nachteil liegt in der Empfindlichkeit gegenüber Umgebungsgeräuschen: Nebengeräusche, andere Instrumente oder Gespräche im Raum verfälschen die Messung, weshalb sich diese Bauart vor allem für ruhige Umgebungen wie das eigene Zimmer oder einen leisen Unterrichtsraum eignet.

Wie schleift man ein Pedal-Stimmgerät in die Signalkette ein?

Der Gitarrist schleift ein Pedal-Stimmgerät mit zwei Klinkenkabeln in die Signalkette der E-Gitarre ein: Ein Kabel führt vom Tonabnehmer zum Pedal, ein zweites vom Pedal weiter zum Verstärker oder zum nächsten Effektgerät. Es steht meist am Anfang der Kette, direkt hinter der Gitarre, damit es das unverfälschte Ausgangssignal misst. Fast jedes Pedal-Stimmgerät lässt sich stummschalten: Aktiviert der Spieler diese Funktion, unterbricht das Pedal das Signal zum Verstärker, sodass er auf der Bühne stimmen kann, ohne dass das Publikum den unfertigen Ton hört. Diese Bauart setzt ein elektrisches Signal voraus und funktioniert deshalb nur mit einem Tonabnehmer, nicht mit einer rein akustischen Gitarre ohne Elektronik.

Was kann ein App-Stimmgerät auf dem Smartphone leisten?

Ein App-Stimmgerät nutzt das eingebaute Mikrofon des Smartphones und wertet den aufgenommenen Ton auf dieselbe Weise aus wie ein eigenständiges Mikrofon-Stimmgerät. Es braucht kein zusätzliches Gerät und liegt bei den meisten Gitarristen ohnehin in der Tasche, was es zur schnellsten Lösung für einen kurzen Check zwischen zwei Stücken macht. Die Genauigkeit hängt an der eingebauten Hardware: Mikrofonqualität und Hintergrundgeräusche wirken sich hier genauso aus wie beim Standgerät. Für den täglichen Gebrauch zu Hause reicht das in aller Regel aus, für eine laute Bühnensituation eignet sich eher ein Clip- oder Pedal-Stimmgerät.

Häufige Fragen zu Stimmgeräten für Gitarren

Was bedeutet 440 Hz bei einem Stimmgerät für Gitarren?

440 Hz bezeichnet bei einem Stimmgerät für Gitarren den Kammerton A, die international vereinbarte Normalstimmung. Der Ton A schwingt bei dieser Referenz 440-mal pro Sekunde, und alle übrigen Töne der Tonleiter leiten sich rechnerisch von diesem Wert ab. Ein Stimmgerät vergleicht die gemessene Frequenz jeder Saite mit dieser Referenz und zeigt die Abweichung an.

Welches Stimmgerät eignet sich für eine akustische Gitarre ohne Tonabnehmer?

Für eine akustische Gitarre ohne Tonabnehmer eignen sich ein Clip-Stimmgerät oder ein Mikrofon-/Standgerät, weil beide ohne ein elektrisches Signal aus dem Instrument auskommen. Das Clip-Stimmgerät misst die Vibration am Korpus und bleibt dabei von Umgebungsgeräuschen unbeeinflusst, das Mikrofon-Stimmgerät nimmt den Ton akustisch auf und arbeitet am besten in einer ruhigen Umgebung. Ein Pedal-Stimmgerät scheidet hier aus, weil es ein elektrisches Signal aus einem Tonabnehmer voraussetzt.

Warum hat ein Pedal-Stimmgerät eine Stummschaltung?

Ein Pedal-Stimmgerät hat eine Stummschaltung, damit ein Gitarrist auf der Bühne stimmen kann, ohne dass das Publikum den unfertigen Ton über die Anlage hört. Aktiviert der Spieler das Pedal, unterbricht es das Signal zum Verstärker und zeigt die Tonhöhe nur noch auf dem eigenen Display an. Nach dem Stimmen schaltet er die Stummschaltung wieder aus, und das Signal läuft normal weiter zum Verstärker.

Ist ein Clip-Stimmgerät auch in lauter Umgebung zuverlässig?

Ja, ein Clip-Stimmgerät bleibt auch in lauter Umgebung zuverlässig, weil es die Tonhöhe über die Vibration am Korpus misst und kein Mikrofon braucht. Umgebungsgeräusche wie andere Instrumente oder Gespräche im Raum beeinflussen die Messung deshalb kaum. Das unterscheidet es von einem Mikrofon-Stimmgerät oder einer App, die beide auf den Schall aus der Luft angewiesen sind.

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