Der Kauf einer Konzertgitarre hängt von fünf Merkmalen ab: den Nylonsaiten, der Breite des Halses, dem Holz der Decke, der Verarbeitung des Korpus und der Preisklasse. Nylonsaiten unterscheiden die Konzertgitarre von der Westerngitarre mit ihren Stahlsaiten und geben ihr einen weicheren, wärmeren Ton. Wer zwischen den beiden Bauformen noch unentschlossen ist, findet den ausführlichen Vergleich im Artikel Westerngitarre oder Konzertgitarre. Dieser Ratgeber setzt dort an, wo die Entscheidung für die Konzertgitarre schon gefallen ist, und klärt Deckenholz, Korpusgröße, Verarbeitung, Preisspannen und den Unterschied zwischen einem neuen und einem gebrauchten Instrument.
Was unterscheidet eine Konzertgitarre baulich von einer Westerngitarre?
Eine Konzertgitarre trägt sechs Nylonsaiten statt der Stahlsaiten einer Westerngitarre: die drei tiefen Saiten mit einer Umspinnung aus Metall, die drei hohen Saiten aus reinem Nylon. Weil Nylonsaiten dicker sind als Stahlsaiten, braucht die Konzertgitarre ein breiteres Griffbrett mit größerer Sattelbreite, was Fingerfertigkeit im klassischen Fingerpicking erleichtert, aber das Umgreifen für kleine Hände erschwert. Ein Cutaway, also ein Ausschnitt am Korpus für den Zugriff auf hohe Bünde, fehlt bei den meisten Konzertgitarren, weil das klassische Repertoire selten in diese Lagen greift. Die Details zu Klang, Spielbarkeit und Einsatzgebieten beider Bauformen stehen im Vergleichsartikel Westerngitarre oder Konzertgitarre, eine vollständige Bauteilbeschreibung liefert der Artikel zur klassischen Gitarre.
| Kriterium | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Saitenart | Nylonsaiten mit umsponnenen Bassaiten statt Stahlsaiten |
| Halsbreite | Breiterer Sattel als bei der Westerngitarre, wichtig für klassisches Fingerpicking |
| Deckenholz | Fichte oder Zeder, massiv oder als Sperrholz verarbeitet |
| Korpusgröße | 4/4 für Erwachsene, Bruchteilsgrößen für Kinder |
| Verarbeitung | Saubere Bundierung ohne scharfe Kanten, sauber sitzender Sattel |
| Preisklasse | Einsteiger-Fabrikat, Mittelklasse-Instrument oder Meistergitarre als Spannen |
Welches Holz prägt den Klang der Decke bei einer Konzertgitarre?
Fichte und Zeder sind die beiden gängigen Deckenhölzer bei der Konzertgitarre. Eine Fichtendecke klingt beim Anschlag klar und obertonreich und gewinnt mit den Spielstunden zunehmend an Fülle. Eine Zedendecke klingt von Beginn an wärmer und dunkler, mit weniger ausgeprägten Attacktönen im Anschlag. Beide Hölzer gelten in der Gitarrenbau-Tradition als gleichwertig, die Wahl richtet sich nach dem gewünschten Klangcharakter und nicht nach einem Qualitätsunterschied. Boden und Zargen bestehen meist aus härteren Hölzern wie Palisander, Mahagoni oder Zypresse, die den Grundklang von Decke und Deckenholz zusätzlich einfärben.
Welche Korpusgrößen gibt es bei der Konzertgitarre?
Die volle 4/4-Größe ist die Standardgröße für erwachsene Spielende und deckt die in der Ausbildung übliche Mensurlänge von etwa 65 Zentimetern ab. Für Kinder gibt es Konzertgitarren in kleineren Bruchteilsgrößen, die Korpus, Hals und Mensur gemeinsam verkleinern, damit auch kurze Arme die Bünde erreichen. Weil Nylonsaiten weicher unter den Fingerkuppen liegen als Stahlsaiten, wie der Artikel Gitarre lernen beschreibt, ist die kleine Konzertgitarre für sehr junge Kinder häufig die erste Wahl gegenüber einer kleinen Westerngitarre.
Worauf kommt es bei der Verarbeitung einer Konzertgitarre an?
Die Verarbeitung entscheidet, ob eine Konzertgitarre ihr Klangpotenzial ausschöpft, unabhängig vom Deckenholz. Eine massive Decke aus einem einzigen Stück Vollholz schwingt frei und entwickelt mit den Spielstunden mehr Klangfülle, eine Sperrholzdecke aus mehreren verleimten Furnierschichten schwingt gedämpfter, bleibt dafür unempfindlicher gegenüber Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen und lässt sich günstiger in Serie fertigen.
Eine Sperrholzdecke ist kein Baufehler, sondern eine andere Bauweise. Sie klingt gedämpfter als eine massive Decke, verzeiht dafür Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen leichter und kommt deshalb häufig bei Einsteiger-Fabrikaten zum Einsatz.
Neben dem Deckenmaterial verrät die Verarbeitung der Bünde und des Sattels die Qualität eines Instruments. Die Bundenden dürfen nicht seitlich über den Hals hinausstehen oder scharfe Kanten bilden, sonst reibt die Greifhand bei jedem Lagenwechsel dagegen. Der Sattel, an dem die Saiten am Übergang zum Kopf aufliegen, muss sauber gekerbt sein und jede Saite exakt auf ihrer Spur halten, sonst rutschen die Saiten seitlich oder schnarren beim Anschlag.
Welche Preisklassen gibt es bei der Konzertgitarre?
Bei Konzertgitarren liegen zwischen einem Einsteiger-Fabrikat und einer Meistergitarre mehrere Größenordnungen. Einsteiger-Fabrikate mit Sperrholzdecke liegen im niedrigen bis mittleren dreistelligen Preisbereich und richten sich an Anfänger und Schulen. Mittelklasse-Instrumente mit massiver Decke und Sperrholz bei Boden und Zargen bewegen sich im oberen dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich und bieten hörbar mehr Klangfülle. Meisterinstrumente aus vollständig massivem Holz, von Hand in kleinen Werkstätten gebaut, liegen im hohen vierstelligen bis fünfstelligen Bereich, darunter auch Gitarren aus spanischen Traditionswerkstätten. Zwischen Fabrikaten großer Hersteller und Meisterinstrumenten aus Einzelwerkstätten liegt damit keine feine Abstufung, sondern ein Sprung über mehrere Preisklassen hinweg.
Worauf achtet man beim Kauf einer gebrauchten Konzertgitarre?
Beim Kauf einer gebrauchten Konzertgitarre verraten drei Bauteile den Zustand des Instruments: Bünde, Hals und Decke. Abgespielte Bünde zeigen Kerben oder Vertiefungen an den Stellen, an denen häufig gegriffen wird, was zu Schnarren führt und in einer Fachwerkstatt nachgearbeitet werden muss. Der Hals muss beim Blick von der Kopfplatte zum Korpus gerade wirken, ohne sichtbare Wölbung oder Verdrehung; eine Krümmung lässt sich zwar oft über den Trussrod nachjustieren, das gehört aber ausschließlich in eine Fachwerkstatt und nie in Eigenregie. Die Decke sollte frei von Rissen sein und rund um den Steg weder eingesunken noch aufgewölbt wirken, denn beide Verformungen deuten auf eine dauerhafte Überlastung durch die Saitenspannung hin. Ein gebrauchtes Instrument aus zweiter Hand, etwa aus einer Musikschule oder von einem Vorbesitzer, kann bei sauberem Zustand eine hochwertigere Verarbeitung zum Preis eines neuen Einsteiger-Fabrikats bieten.
Häufige Fragen zum Kauf einer Konzertgitarre
Welche Saiten hat eine Konzertgitarre?
Eine Konzertgitarre hat sechs Nylonsaiten: drei tiefe Saiten mit einer Umspinnung aus Metall und drei hohe Saiten aus reinem Nylon. Das unterscheidet sie von der Westerngitarre, die mit Stahlsaiten bespannt ist und dadurch einen helleren, lauteren Klang erzeugt.
Was kostet eine Konzertgitarre für Einsteiger?
Eine Konzertgitarre für Einsteiger mit Sperrholzdecke liegt meist im niedrigen bis mittleren dreistelligen Preisbereich. Modelle mit massiver Decke aus der Mittelklasse kosten spürbar mehr und liegen im oberen dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich.
Ist Zeder oder Fichte das bessere Holz für die Decke einer Konzertgitarre?
Weder Zeder noch Fichte ist grundsätzlich das bessere Holz für die Decke einer Konzertgitarre, beide gelten als gleichwertig. Fichte klingt klar und obertonreich und gewinnt mit der Spielzeit an Fülle, Zeder klingt von Beginn an wärmer und dunkler mit weicheren Attacktönen.
Kann man eine gebrauchte Konzertgitarre kaufen?
Eine gebrauchte Konzertgitarre lässt sich bedenkenlos kaufen, wenn Bünde, Hals und Decke in gutem Zustand sind. Abgespielte Bundkerben, ein verzogener Hals oder Risse und Verformungen an der Decke sind die wichtigsten Prüfpunkte vor dem Kauf.




