Konzertgitarre kaufen

5 Min. Lesezeit
Eine Konzertgitarre mit offener Mechanik freigestellt vor weißem Grund. Foto: PublicDomainPictures / Pixabay.
Eine Konzertgitarre mit offener Mechanik freigestellt vor weißem Grund. Foto: PublicDomainPictures / Pixabay.

Zusammenfassung

Eine Konzertgitarre unterscheidet sich von der Westerngitarre vor allem durch Nylonsaiten und einen breiteren Hals, wie der Vergleichsartikel bereits zeigt. Dieser Ratgeber erklärt, welches Deckenholz den Klang prägt, welche Korpusgrößen es gibt, worauf die Verarbeitung achten lässt, welche Preisklassen zwischen Einsteiger-Fabrikat und Meistergitarre liegen und worauf beim Kauf einer gebrauchten Konzertgitarre zu achten ist.

Der Kauf einer Konzertgitarre hängt von fünf Merkmalen ab: den Nylonsaiten, der Breite des Halses, dem Holz der Decke, der Verarbeitung des Korpus und der Preisklasse. Nylonsaiten unterscheiden die Konzertgitarre von der Westerngitarre mit ihren Stahlsaiten und geben ihr einen weicheren, wärmeren Ton. Wer zwischen den beiden Bauformen noch unentschlossen ist, findet den ausführlichen Vergleich im Artikel Westerngitarre oder Konzertgitarre. Dieser Ratgeber setzt dort an, wo die Entscheidung für die Konzertgitarre schon gefallen ist, und klärt Deckenholz, Korpusgröße, Verarbeitung, Preisspannen und den Unterschied zwischen einem neuen und einem gebrauchten Instrument.

6Nylonsaiten
ca. 65 cmMensurlänge in 4/4-Größe
2gängige Deckenhölzer: Fichte und Zeder
keinCutaway bei der klassischen Bauform

Was unterscheidet eine Konzertgitarre baulich von einer Westerngitarre?

Eine Konzertgitarre trägt sechs Nylonsaiten statt der Stahlsaiten einer Westerngitarre: die drei tiefen Saiten mit einer Umspinnung aus Metall, die drei hohen Saiten aus reinem Nylon. Weil Nylonsaiten dicker sind als Stahlsaiten, braucht die Konzertgitarre ein breiteres Griffbrett mit größerer Sattelbreite, was Fingerfertigkeit im klassischen Fingerpicking erleichtert, aber das Umgreifen für kleine Hände erschwert. Ein Cutaway, also ein Ausschnitt am Korpus für den Zugriff auf hohe Bünde, fehlt bei den meisten Konzertgitarren, weil das klassische Repertoire selten in diese Lagen greift. Die Details zu Klang, Spielbarkeit und Einsatzgebieten beider Bauformen stehen im Vergleichsartikel Westerngitarre oder Konzertgitarre, eine vollständige Bauteilbeschreibung liefert der Artikel zur klassischen Gitarre.

KriteriumWorauf es ankommt
SaitenartNylonsaiten mit umsponnenen Bassaiten statt Stahlsaiten
HalsbreiteBreiterer Sattel als bei der Westerngitarre, wichtig für klassisches Fingerpicking
DeckenholzFichte oder Zeder, massiv oder als Sperrholz verarbeitet
Korpusgröße4/4 für Erwachsene, Bruchteilsgrößen für Kinder
VerarbeitungSaubere Bundierung ohne scharfe Kanten, sauber sitzender Sattel
PreisklasseEinsteiger-Fabrikat, Mittelklasse-Instrument oder Meistergitarre als Spannen

Welches Holz prägt den Klang der Decke bei einer Konzertgitarre?

Fichte und Zeder sind die beiden gängigen Deckenhölzer bei der Konzertgitarre. Eine Fichtendecke klingt beim Anschlag klar und obertonreich und gewinnt mit den Spielstunden zunehmend an Fülle. Eine Zedendecke klingt von Beginn an wärmer und dunkler, mit weniger ausgeprägten Attacktönen im Anschlag. Beide Hölzer gelten in der Gitarrenbau-Tradition als gleichwertig, die Wahl richtet sich nach dem gewünschten Klangcharakter und nicht nach einem Qualitätsunterschied. Boden und Zargen bestehen meist aus härteren Hölzern wie Palisander, Mahagoni oder Zypresse, die den Grundklang von Decke und Deckenholz zusätzlich einfärben.

Welche Korpusgrößen gibt es bei der Konzertgitarre?

Die volle 4/4-Größe ist die Standardgröße für erwachsene Spielende und deckt die in der Ausbildung übliche Mensurlänge von etwa 65 Zentimetern ab. Für Kinder gibt es Konzertgitarren in kleineren Bruchteilsgrößen, die Korpus, Hals und Mensur gemeinsam verkleinern, damit auch kurze Arme die Bünde erreichen. Weil Nylonsaiten weicher unter den Fingerkuppen liegen als Stahlsaiten, wie der Artikel Gitarre lernen beschreibt, ist die kleine Konzertgitarre für sehr junge Kinder häufig die erste Wahl gegenüber einer kleinen Westerngitarre.

Worauf kommt es bei der Verarbeitung einer Konzertgitarre an?

Die Verarbeitung entscheidet, ob eine Konzertgitarre ihr Klangpotenzial ausschöpft, unabhängig vom Deckenholz. Eine massive Decke aus einem einzigen Stück Vollholz schwingt frei und entwickelt mit den Spielstunden mehr Klangfülle, eine Sperrholzdecke aus mehreren verleimten Furnierschichten schwingt gedämpfter, bleibt dafür unempfindlicher gegenüber Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen und lässt sich günstiger in Serie fertigen.

Massive Decke eine Holzschicht, schwingt frei gewinnt mit der Spielzeit an Fülle Sperrholzdecke drei verleimte Schichten dämpfen die Schwingung, robuster
Eine massive Decke besteht aus einer durchgehenden Holzschicht, eine Sperrholzdecke aus mehreren verleimten Furnierschichten mit gedämpfterer Schwingung.

Eine Sperrholzdecke ist kein Baufehler, sondern eine andere Bauweise. Sie klingt gedämpfter als eine massive Decke, verzeiht dafür Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen leichter und kommt deshalb häufig bei Einsteiger-Fabrikaten zum Einsatz.

Neben dem Deckenmaterial verrät die Verarbeitung der Bünde und des Sattels die Qualität eines Instruments. Die Bundenden dürfen nicht seitlich über den Hals hinausstehen oder scharfe Kanten bilden, sonst reibt die Greifhand bei jedem Lagenwechsel dagegen. Der Sattel, an dem die Saiten am Übergang zum Kopf aufliegen, muss sauber gekerbt sein und jede Saite exakt auf ihrer Spur halten, sonst rutschen die Saiten seitlich oder schnarren beim Anschlag.

Welche Preisklassen gibt es bei der Konzertgitarre?

Bei Konzertgitarren liegen zwischen einem Einsteiger-Fabrikat und einer Meistergitarre mehrere Größenordnungen. Einsteiger-Fabrikate mit Sperrholzdecke liegen im niedrigen bis mittleren dreistelligen Preisbereich und richten sich an Anfänger und Schulen. Mittelklasse-Instrumente mit massiver Decke und Sperrholz bei Boden und Zargen bewegen sich im oberen dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich und bieten hörbar mehr Klangfülle. Meisterinstrumente aus vollständig massivem Holz, von Hand in kleinen Werkstätten gebaut, liegen im hohen vierstelligen bis fünfstelligen Bereich, darunter auch Gitarren aus spanischen Traditionswerkstätten. Zwischen Fabrikaten großer Hersteller und Meisterinstrumenten aus Einzelwerkstätten liegt damit keine feine Abstufung, sondern ein Sprung über mehrere Preisklassen hinweg.

Worauf achtet man beim Kauf einer gebrauchten Konzertgitarre?

Beim Kauf einer gebrauchten Konzertgitarre verraten drei Bauteile den Zustand des Instruments: Bünde, Hals und Decke. Abgespielte Bünde zeigen Kerben oder Vertiefungen an den Stellen, an denen häufig gegriffen wird, was zu Schnarren führt und in einer Fachwerkstatt nachgearbeitet werden muss. Der Hals muss beim Blick von der Kopfplatte zum Korpus gerade wirken, ohne sichtbare Wölbung oder Verdrehung; eine Krümmung lässt sich zwar oft über den Trussrod nachjustieren, das gehört aber ausschließlich in eine Fachwerkstatt und nie in Eigenregie. Die Decke sollte frei von Rissen sein und rund um den Steg weder eingesunken noch aufgewölbt wirken, denn beide Verformungen deuten auf eine dauerhafte Überlastung durch die Saitenspannung hin. Ein gebrauchtes Instrument aus zweiter Hand, etwa aus einer Musikschule oder von einem Vorbesitzer, kann bei sauberem Zustand eine hochwertigere Verarbeitung zum Preis eines neuen Einsteiger-Fabrikats bieten.

Häufige Fragen zum Kauf einer Konzertgitarre

Welche Saiten hat eine Konzertgitarre?

Eine Konzertgitarre hat sechs Nylonsaiten: drei tiefe Saiten mit einer Umspinnung aus Metall und drei hohe Saiten aus reinem Nylon. Das unterscheidet sie von der Westerngitarre, die mit Stahlsaiten bespannt ist und dadurch einen helleren, lauteren Klang erzeugt.

Was kostet eine Konzertgitarre für Einsteiger?

Eine Konzertgitarre für Einsteiger mit Sperrholzdecke liegt meist im niedrigen bis mittleren dreistelligen Preisbereich. Modelle mit massiver Decke aus der Mittelklasse kosten spürbar mehr und liegen im oberen dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich.

Ist Zeder oder Fichte das bessere Holz für die Decke einer Konzertgitarre?

Weder Zeder noch Fichte ist grundsätzlich das bessere Holz für die Decke einer Konzertgitarre, beide gelten als gleichwertig. Fichte klingt klar und obertonreich und gewinnt mit der Spielzeit an Fülle, Zeder klingt von Beginn an wärmer und dunkler mit weicheren Attacktönen.

Kann man eine gebrauchte Konzertgitarre kaufen?

Eine gebrauchte Konzertgitarre lässt sich bedenkenlos kaufen, wenn Bünde, Hals und Decke in gutem Zustand sind. Abgespielte Bundkerben, ein verzogener Hals oder Risse und Verformungen an der Decke sind die wichtigsten Prüfpunkte vor dem Kauf.

Weitere Artikel in Saiteninstrumente

Konzertgitarren-Marken

Konzertgitarren-Marken

Der Markt für Konzertgitarren-Marken teilt sich in Fabrikate und einzelne Meisterwerkstätten. Yamaha, Cordoba, Alhambra und Admira fertigen Serieninstrumente vom Einsteiger- bis zum gehobenen Mittelklasse-Niveau, jeweils mit eigener Herkunft: Yamaha aus Japan, Cordoba aus den USA, Alhambra und Admira aus Spanien. Daneben bauen einzelne, überwiegend spanische Traditionswerkstätten wie die 1882 in Madrid gegründete Werkstatt Ramírez Meistergitarren in Handarbeit, preislich weit oberhalb jedes Fabrikats und für fortgeschrittene sowie professionelle Spieler gedacht. Dieser Überblick nennt zu jeder Marke Gründung, Herkunftsland und Positionierung im Sortiment als Fakten, nicht als Kaufempfehlung.

Konzertgitarren-Pflege

Konzertgitarren-Pflege

Eine Konzertgitarre bleibt in Form, wenn Korpus und Hals nach jedem Spielen ein trockenes Tuch abbekommen, bevor sich Handschweiß und Hautfette im Lack festsetzen. Wie schonend dabei vorgegangen werden muss, hängt von der Oberfläche ab: Schellackpolitur reagiert empfindlicher auf Wärme, Feuchtigkeit und Alkohol als der robustere Kunstharzlack vieler Einsteiger- und Mittelklasse-Fabrikate. Das unlackierte Griffbrett aus Palisander oder Ebenholz braucht nur gelegentlich etwas Öl, der Holzkorpus dagegen eine stabil gehaltene Luftfeuchtigkeit ohne Heizungsnähe oder pralle Sonne. Halseinstellung, Bundabrichten und größere Lackschäden gehören in die Fachwerkstatt für Gitarrenbau.

Konzertgitarren-Zubehör

Konzertgitarren-Zubehör

Konzertgitarren-Zubehör umfasst alle Gegenstände, die das Sitzen, Stimmen und den Transport der klassischen Gitarre unterstützen: Fußbank, Gitarrenstütze, Kapodaster, Stimmgerät, Koffer oder Gigbag sowie Notenständer. Eine Fußbank hebt den linken Fuß und damit den Oberschenkel an, eine Gitarrenstütze erreicht dieselbe erhöhte Spielposition am Korpus befestigt, ohne den Fuß zu belasten. Ein Stimmgerät gleicht aus, dass sich frische Nylonsaiten stärker dehnen als Stahlsaiten, und ein Koffer oder Gigbag mit passender Innenform schützt den Korpus ohne Cutaway beim Transport. Dieser Ratgeber erklärt zu jeder Kategorie, was sie leistet und worauf beim Kauf zu achten ist.

Konzertgitarrensaiten

Konzertgitarrensaiten

Konzertgitarrensaiten bestehen aus Nylon oder Fluorocarbon bei den drei hohen Saiten und aus metallumsponnenen Nylon- oder Composite-Kernen bei den drei tiefen Saiten. Die Zugstärke reicht von light über normal bis hard tension und beeinflusst Spielgefühl und Lautstärke. Sie stehen insgesamt unter geringerer Zugkraft als Stahlsaiten und sind dadurch schonender für die Fingerkuppen. Je nach Spielhäufigkeit ist ein Wechsel alle paar Monate bis einmal jährlich fällig, erkennbar an matterem Klang, Intonationsproblemen und Verschleiß an der Umwicklung. Am Steg werden sie verknotet statt mit Kugelende befestigt, und neue Saiten brauchen mehrere Tage, bis sie die Stimmung halten.