Kissar

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Redaktion

Zusammenfassung

Die Kissar ist ein traditionelles Zupfinstrument aus Nordostafrika. Es handelt sich um eine Schalenleier mit fünf Saiten, die vor allem bei nubischen, Beja- und Nuba-Gemeinschaften im Grenzgebiet von Ägypten, Sudan, Eritrea und Äthiopien verbreitet ist. Der Korpus besteht aus einer flachen, runden Holzschale, die mit einer Schafshaut bespannt ist und als Resonanzboden dient.

Die Kissar ist ein traditionelles Zupfinstrument aus Nordostafrika. Es handelt sich um eine Schalenleier mit fünf Saiten, die vor allem bei nubischen, Beja- und Nuba-Gemeinschaften im Grenzgebiet von Ägypten, Sudan, Eritrea und Äthiopien verbreitet ist. Der Korpus besteht aus einer flachen, runden Holzschale, die mit einer Schafshaut bespannt ist und als Resonanzboden dient. Die Saiten werden mit einem Plektrum angezupft, wodurch ein perkussiver, rhythmisch geprägter Klang entsteht. Die Kissar ist ein sehr altes Instrument, das seit Jahrhunderten in der Musiktradition Nordostafrikas verwendet wird, vor allem zur Begleitung von Gesang und Tanz.

Wie klingt die Kissar?

Die Kissar erzeugt einen hellen, perkussiven und zugleich resonanten Klang. Der mit Haut bespannte Schalenkorpus verstärkt die Töne der Saiten und verleiht ihnen eine trockene, rhythmische Note, die sich deutlich von den lang ausklingenden Tönen gestrichener Instrumente unterscheidet. Da alle fünf Saiten in einem festen Stimmungsmuster angelegt sind, entstehen beim Spiel wiederkehrende, zyklische Klangmuster statt einer durchgehenden Melodielinie. Der Klang der Kissar ist ausdrucksstark und trägt gut über Gesang und Handtrommeln hinweg, weshalb sie traditionell häufig als Begleitinstrument eingesetzt wird.

Woraus besteht die Kissar?

Die Kissar ist eine Schalenleier: Ihr Korpus besteht aus einer flachen, runden Holzschale, die auf der Oberseite mit einer straff gespannten Schafshaut als Resonanzboden bedeckt ist. In diese Haut sind meist zwei kleine Schalllöcher eingelassen, die den Klang zusätzlich formen. Aus der Schale ragen zwei Arme empor, die oben durch ein Querjoch miteinander verbunden sind. Zwischen diesem Joch und einem Steg auf dem Resonanzboden sind fünf Saiten aus Darm gespannt, die an einem Saitenhalter unterhalb des Stegs befestigt sind. Die Stimmung der Saiten wird über Lederriemen oder Wirbel am Joch eingestellt. Gespielt wird die Kissar mit einem Plektrum, das mit der rechten Hand über die Saiten geführt wird.

Die genaue Stimmung der fünf Saiten variiert je nach Region und Spieltradition, folgt jedoch meist einer für Zupfleiern charakteristischen Tonfolge, die dem Instrument seinen unverwechselbaren, leicht pentatonisch anmutenden Klangcharakter verleiht. Da alle fünf Saiten offen, also ohne Griffbrett, gespielt werden, bestimmt allein die feste Stimmung der Saiten den zur Verfügung stehenden Tonvorrat.

Wie spielt man die Kissar?

Beim Spielen hält der Musiker die Kissar aufrecht vor dem Körper, oft mit einem Riemen um Schulter oder Nacken gesichert. Mit einem Plektrum in der rechten Hand werden alle fünf Saiten in schnellen, rhythmischen Anschlägen angezupft. Die Finger der linken Hand liegen von hinten an den Saiten an und dämpfen gezielt einzelne Saiten ab, sodass nur bestimmte Töne klingen. Durch dieses Zusammenspiel aus Anschlag und Dämpfung entstehen sich wiederholende, treibende Klangmuster, die eher rhythmisch-begleitend als melodisch im westlichen Sinn wirken. Diese Technik unterscheidet sich deutlich vom Spiel gestrichener oder gegriffener Saiteninstrumente und verlangt vor allem ein sicheres Timing beider Hände.

Die Kissar wird meist zur Begleitung von Gesang eingesetzt: Über dem gleichbleibenden Zupfmuster singt ein Vorsänger oder eine Vorsängerin eine Melodie, während weitere Musiker mit Handtrommeln den Rhythmus verstärken. Diese Spielweise erfordert vor allem ein sicheres Gefühl für den Grundrhythmus, da die Kissar meist über längere Zeit ein gleichbleibendes Muster durchhält, während sich Gesang und Perkussion darüber frei entfalten und miteinander in einen musikalischen Dialog treten.

Typische Musikstile mit der Kissar

Die Kissar ist tief in der Musiktradition der nubischen, Beja- und Nuba-Gemeinschaften Nordostafrikas verwurzelt und wird sowohl bei weltlichen Festen wie Hochzeiten als auch bei gemeinschaftlichen Zusammenkünften gespielt. Sie begleitet dort vor allem Gesang und Tanz und bildet gemeinsam mit Handtrommeln das musikalische Grundgerüst solcher Anlässe. Verwandte Schalenleiern mit ähnlichem Aufbau sind unter anderen Namen auch in weiteren Teilen Ostafrikas verbreitet, was auf eine lange gemeinsame Geschichte dieser Instrumentenfamilie in der Region hindeutet. Die Kissar zählt zu den ältesten bis heute gespielten Saiteninstrumenten Nordostafrikas.

Lyren mit einem vergleichbaren Aufbau aus Schale, zwei Armen und Joch sind in der Region seit dem Altertum belegt: Bereits in altägyptischen Wand- und Grabmalereien sind ähnliche Instrumente abgebildet, die häufig mit Nubien in Verbindung gebracht werden. Die Kissar steht damit in einer langen Traditionslinie von Schalenleiern, die zu den ältesten belegten Saiteninstrumenten der Welt zählen. Auch in Äthiopien und Eritrea sind verwandte Schalenleiern unter eigenen regionalen Namen bekannt, was die weite Verbreitung dieses Leiertyps in Nordostafrika unterstreicht.

Bekannte Lieder mit der Kissar

Da die Musik, in der die Kissar traditionell eingesetzt wird, überwiegend mündlich weitergegeben wird und stark von Gesang und gemeinschaftlichem Musizieren lebt, gibt es keine gesicherten, einzelnen benannten Musikstücke im Sinne westlicher Songtitel, die dem Instrument eindeutig zugeordnet werden könnten. Die Kissar erklingt bis heute bei Festen und Zusammenkünften nubischer, Beja- und Nuba-Gemeinschaften und wird von einigen zeitgenössischen Musikerinnen und Musikern aus der Region auch in modernere Musikproduktionen eingebunden, um die traditionelle Klangfarbe des Instruments einem größeren Publikum zugänglich zu machen.

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